Ungerechte Corona-Billionen in den USA: Konzentration auf die Katastrophe

Mit seinem Billionen-Hilfspaket für Konzerne inszeniert sich Trump als Patriot und Krisenmanager. Die US-Bundesstaaten lässt er im Stich.

Menschen in Schutzkleidung und mit Mundschutz stehen beieinander

Emergency Room in Las Vegas: Studierende wollen Obdachlose auf eine Corona-Infektion testen Foto: John Locher/ap/dpa

NEW YORK taz | „Bleib gesund“, wünschen sich FreundInnen und Verwandte in diesen Tagen in den USA, wenn sie telefonieren, texten, skypen, zoomen oder facebooken. Aus ihrem verordneten „social distancing“ heraus verflucht die eine Hälfte des Landes Donald Trump, dessen Schlingerkurs die Epidemie noch unberechenbarer und gefährlicher macht, als sie ohnehin ist.

Unterdessen verehrt die andere Hälfte den Präsidenten, der von morgens bis abends mit Lügen, Verharmlosungen und persönlichen Attacken im Fernsehen zu sehen ist, wie einen Helden.

Aber in einem Punkt sind sich fast alle in dem tief gespaltenen Land einig: Nachdem mehr als 124.000 nachweislich Infizierte die USA zum meist betroffenen Land der Welt und einem Katastrophengebiet gemacht haben, ist Joe Biden kein Thema mehr.

Der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei, der im November Trump ablösen will, ist von der Bildfläche verschwunden. Mit ihm ist auch der Vorwahlkampf, der noch bis Anfang des Monats die Schlagzeilen beherrschte, in Vergessenheit geraten.

Billionen-Paket für die Wirtschaft

Dabei hat mehr als die Hälfte der Bundesstaaten noch gar nicht gewählt. Von ihnen haben drei Bundesstaaten auf Briefwahl umgestellt. Mindestens 13 weitere, darunter New York, haben ihre Vorwahlen verschoben.

Die Konzentration auf die Katastrophe, die alle anderen politischen Themen verdrängt, hat ihren bisherigen Höhepunkt Ende vergangener Woche erreicht, als beide Kammern im US-Kongress das größte je dagewesene Rettungspaket der US-Geschichte verabschiedeten.

Es sieht 2,2 Billionen Dollar (rund 2 Billionen Euro) vor, um die US-Wirtschaft in den nächsten Wochen und Monaten über Wasser zu halten. Es ist ein Bekenntnis zum Status quo. Besonders großzügig bedenkt das Paket die Säulen des US-Kapitalismus.

Für große Konzerne sind Hilfen in Höhe von 500 Milliarden Dollar vorgesehen. Massive Steuererleichterungen für Konzerne kommen hinzu. Über die Verteilung dieses Geldsegens hat der Kongress nur minimale Kontrolle.

Die große Welle kommt erst noch

Für kleine Unternehmen sind Hilfen in Höhe von 377 Milliarden Dollar vorgesehen. Die große Mehrheit der individuell betroffeneren US-AmerikanerInnen hingegen bekommen in dem Paket nur rund 560 Milliarden Dollar. Unter anderem enthält diese Summe eine einmalige Zahlung von maximal 1.200 Dollar pro Person. Sowie die Möglichkeit, die Rückzahlung von Studienschulden in bestimmte Fällen vorübergehend auszusetzen.

Für die schon jetzt mehr als 3,2 Millionen Beschäftigten, die in den zurückliegenden Tagen ihre Arbeit verloren haben, stehen für eine Übergangszeit je 600 Dollar pro Woche zusätzlich zu anderen Leistungen bereit.

Aber für den öffentlichen Gesundheitssektor sieht das Gesetz nur 153,5 Milliarden Dollar vor, davon 100 Milliarden für Krankenhäuser. Dabei fehlt es in den Krankenhäusern an fast allem: von den nötigen Bettenkapazitäten – insbesondere Intensivbetten – über Beatmungsgeräte bis hin zu Masken und Schutzkleidung für das medizinische Personal.

In den USA hat der Andrang von Schwerkranken auf die Krankenhäuser gerade erst begonnen. In den bislang am schwersten betroffenen Bundesstaaten, darunter New York, Louisiana und Kalifornien, wird die große Welle von Schwerkranken erst in den nächsten Tagen und Wochen in die Krankenhäuser kommen.

Ungerechte Verteilung

Bevor das Paket in aller Eile geschnürt wurde, hatte Trump wochenlang den Kopf in den Sand gesteckt. Während er behauptete, „wir haben nur fünf Betroffene und es wird alles großartig werden“ und „wir haben das Problem total unter Kontrolle“, verloren die USA wertvolle Zeit, in der sie weder auf Covid-19 testeten noch das dringend nötige Material für die Krankenhäuser beschafften.

Erst nachdem Mitte März die New Yorker Börse abstürzte und die VertreterInnen von Wall Street und Industrie im Weißen Haus vorstellig wurden, ging alles ganz schnell.

Alexandria Ocasio-Cortez, Demokratische Abgeordnete für New York

„Es ist eines der größten Rettungsprogramme für Konzerne. Und es hat die geringsten Auflagen. Das ist falsch.“

„Es ist für die Arbeiter“, sagte die Chefin des Abgeordnetenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi. Wie andere DemokratInnen aus der Parteimitte beschrieb sie das Paket als sozial gerecht. Eine Handvoll RepublikanerInnen war indes gegen das Paket, weil sie befürchteten, die Entschädigungen würden Beschäftigte zur Faulheit animieren.

Bei dem Run auf ein großes und schnell geschnürtes Paket konnten sich die linken KritikerInnen der ungleichen Verteilung nur wenig Gehör verschaffen.

Kritik am Hilfspaket

Senator Bernie Sanders, neben Biden der zweite im Rennen verbliebene demokratische Präsidentschaftskandidat, verlangte vergeblich die Anhebung der einmaligen Zahlung an Individuen auf 2000 Dollar und einen nationalen Stopp von Räumungsklagen. Nach der Finanzkrise von 2007/08 hatten Millionen von US-AmerikanerInnen ihre Häuser durch Räumungsklagen verloren.

Die linke Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez beklagte, dass Abgeordnete wegen der Massenarbeitslosigkeit unter extremem Druck standen, das Hilfspaket anzunehmen. Aber sie nannte es „eine Schande“. Ocasio-Cortez: „Es ist eines der größten Rettungsprogramme für Konzerne. Und es hat die geringsten Auflagen. Das ist falsch.“

Als Trump das Gesetz am Freitag unterschrieb, benutzte er seinen nationalistischen Slogan „America first“. Er dankte beiden Parteien, weil sie zusammengekommen seien, um „Amerika an die erste Stelle zu setzen“.

Aber während seiner Unterschriftzeremonie waren nur RepublikanerInnen im Raum. Trumps Freunde – ausschließlich weiße und mehrheitlich männliche Parteimitglieder – standen dabei in einer für die Zeiten des „social distancing“ bedenklichen Nähe Schulter an Schulter hinter ihm.

Trump erschwert Hilfe für Bundesstaaten

Gleichzeitig setzte Trump seine Attacken gegen demokratische GouverneurInnen fort. An die Adresse des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo, dessen Bundesstaat nach Auskunft der ExpertInnen schon in dieser Wochen mindestens 30.000 zusätzliche Beatmungsgeräte benötigt, um alle schwerkranken PatientInnen behandeln zu können, sagte Trump, er habe das „Gefühl“, New York brauche nicht so viele Geräte.

Am Wochenende droht er New York zusätzlich mit einer „Quarantäne“. Erst nachdem Cuomo sagte, das sei „lächerlich“ und „antiamerikanisch“, zog Trump seine Drohung zurück.

Ein einsamer Jogger auf der 7th Avenue in New York, USA. Die Straßen sind leer. Am Ende der Straße sieht man Hochhäuser.

New York, leer in der Coronakrise Foto: Bebeto Matthews/ap

Auch der demokratischen Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, erschwerte Trump die Vorbereitung der Katastrophenhilfe. Whitmer erfuhr von Lieferanten, bei denen sie Material für die Behandlung von Covid-19-PatientInnen bestellt hatte, dass die in Washington angewiesen worden waren, ihr „das Zeug“ nicht zu liefern.

In den Vorwochen, als die GouverneurInnen Washington um Hilfe anflehten, hatte Trump immer wieder gesagt, nicht er, sondern sie seien verantwortlich für die Ausstattung mit medizinischem Material. Sie sollten es sich selbst besorgen. Damit löste er einen Preiskrieg auf einem Markt mit einem viel zu knappen Angebot aus. Zusätzlich überbot dabei auch noch die Bundesregierung die Gebote der GouverneurInnen.

Anordnungen zu „sozialistisch“?

Mithilfe des Gesetzes zur Produktion von Verteidigungsgütern (Defense Production Act) hätte Trump die Industrie dazu zwingen können, das dringend nötige medizinische Material herzustellen, das weder in den USA noch auf dem Weltmarkt erhältlich war. Doch er lehnte das lange ab. Argumentierte, die USA seien „nicht sozialistisch“, und verwies auf die Selbstregulierungskräfte der Wirtschaft.

Erst am Samstag, als in manchen Krankenhäusern im Bundesstaat New York bereits zwei schwerkranke PatientInnen sich ein Beatmungsgerät teilen mussten, ordnete der US-Präsident per Tweet an, dass General Motors Beatmungsgeräte herstellen soll.

Für Trump ist das Virus eine Möglichkeit, Bundesstaaten gegeneinander auszuspielen. Bislang trifft die Epidemie vor allem Großstädte und Bundesstaaten mit demokratischen Regierungen, in denen er bei den Wahlen im November ohnehin keine Chance auf eine Mehrheit hat.

In dem dünn besiedelten „Fly-Over-Country“ (deutsch etwa: Überflugland) zwischen den Küsten, in dem große Teile von Trumps Basis leben und wo die Informationen fast ausschließlich von Trumps bevorzugtem Sender Fox News und von konservativen Talk-Radios kommen, ist die Epidemie noch nicht massiv angekommen.

Troll-Angriffe auf Fauci

Dort – und anderswo an der Trump Basis – blühen die Verschwörungstheorien. In ihnen ist das Virus – wie oft von Trump behauptet – „ausländisch“ oder „chinesisch“. Und in ihnen ist die Idee zentral, es sei absichtlich in die Welt gesetzt worden.

Zuletzt ist auch Anthony Fauci ins Visier der rechten Trump-Basis geraten. Der führende Immunologe und Chef des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, der vor Trump sowohl demokratische als auch republikanische Präsidenten beraten hat, musste in den zurückliegenden Wochen immer wieder Trumps Halbwahrheiten korrigieren.

Die New York Times hat mehr als 70 Twitter-Konten gefunden, die ihn mit dem Hashtag #FauciFraud mit bis zu mehreren Hundert Tweets pro Tag attackieren. Unter anderem werfen sie ihm vor, dass er Anfang des letzten Jahrzehnts in einer E-Mail die damalige Außenministerin Hillary Clinton gelobt hat.

Auf demokratischer Seite hat Spitzenkandidat Biden erklärt, er wolle das Virus nicht politisieren. Aber zwischen Trumps Propagandakrieg auf der einen Seite und den zahlreichen Initiativen zu tiefgreifenden Reformen im Gesundheitswesen und Spendenaufrufen für Coronavirus-Betroffene seines Gegenspielers Sanders auf der anderen Seite ist Biden kaum noch vernehmbar.

Wahlkampf im Ausnahmezustand

Im Gegensatz zu Sanders, der eine weitere TV-Debatte mit ihm wünscht, will Biden auch der Politisierung auf demokratischer Seite ausweichen.

„Wo ist Biden?“, fragen linke WählerInnen. Unterdessen bereitet der ehemalige Vizepräsident schweigend in seinem Heimatbundesstaat Delaware ein Duell vor, für das alle Regeln neu erfunden werden müssen.

Es wird ein Wahlkampf in einem Land im Katastrophenzustand. Es gibt keine Versammlungen. Und der Gegner ist ein Präsident mit Notstandsvollmachten, der rund um die Uhr im Fernsehen ist.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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