Die Wahrheit: Weltenlage
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über eine angespannte Zeit erfreuen.
Des Morgens früh, du bist kaum wach
Denkst schläfrig: Na, wat wird dat für ein Tach?
Da kriecht sie zu dir in die Kiste
Die eine unbequeme Frage
Nach der Weltenlage
Du sagst: „Och nee“ und „Muss das sein?
Lass mich doch bitte noch allein!“
Doch sie ist eifrig und will wissen
„Was macht an diesem neuen Tage
Wohl die Weltenlage?
Wer hat wem den Krieg erklärt?
Wer sich gegen wen verschwört?
Na los, steh auf und find es raus!
Schau nach, was denn wohl nage
An der Weltenlage.“
Doch du, du seufzt und drehst dich um
„Ach weißt du, ich verzage
Grad an der Weltenlage
Drum bitte, Frage, sei so nett
Verlasse doch noch kurz mein Bett
Denn ich versuch’ grad ohne Schießen
mein kleines Glück hier zu genießen.“
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