Die Wahrheit: Der Wattwanderer
Normalerweise ist Donnerstag Gedichtetag: Aber vor Himmelfahrt darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über den neuen Außenminister erfreuen.
Ob ich wohl die Ministerriege,
die neue, bald zusammenkriege?
Heißt einer wirklich Wadephul?
Ich finde diesen Namen cool.
Klingt der nicht norddeutsch irgendwie?
Dort watet man ja bis zum Knie,
das heißt: mit nackten Waden viel
in einem Pfuhl, der heißt dort Priel.
Und fühlt, weil man’s nicht anders kennt,
sich voll in seinem Element
im Schlick, im Matsch, im dicken Schlamm.
Ja, es ist geradezu Programm,
dass man im Dreck stets aufrecht steht,
wenn man auf Auslandseinsatz geht.
Und ist nicht einer, der das kann,
am rechten Platz der rechte Mann?
Na ja. Doch findet der auch Halt
auf Stabparkett, Beton, Asphalt?
Rutscht er womöglich darauf aus?
Und wie ist das im Weißen Haus?
Da ist der Boden nicht nur glatt,
dort fällt mehr Müll an als im Watt.
In diesem Pfuhl versinkt man fix,
es nützt die strammste Wade nix.
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