Coronavirus-Pandemie: Europa ist jetzt „Epizentrum“

Grenzen werden dichtgemacht, Schulen geschlossen, das öffentliche Leben ruht in vielen europäischen Ländern. Selbst die britische Regierung gibt ihre laxe Haltung auf.

Im Abendlicht gehen zwei Menschen über eine Brücke

Sind sie für länger die Letzten, die über die Oderbrücke zwischen Frankfurt und Slubice gegangen sind? Polen schließt wegen der Corona-Pandemie seine Grenzübergänge zu Deutschland Foto: dpa

BERLIN/JOHANNESBURG/DÜSSELDORF/LONDON dpa/afp | Angesichts der Corona-Pandemie sollten sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums selbst in Quarantäne begeben. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause“, schrieben Minister Jens Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter. Dies gelte „unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“.

Zugleich warnte das Bundesgesundheitsministerium die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise. „Achtung Fake News“, schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. „Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.“

Bisher war eine Isolation überwiegend nur für Menschen empfohlen worden, die Symptome einer Covid-19-Erkrankung wie etwa Fieber zeigen. Vor allem in Italien und der Schweiz breitet sich die Krankheit stark aus, in Österreich ist besonders das Bundesland Tirol betroffen.

Deutschlands Nachbarländer Tschechien, Polen und Dänemark riegeln wegen der Coronavirus-Gefahr fast vollständig oder ganz ihre Grenze für alle Ausländer ab. In Tschechien dürfen Deutsche, Österreicher, Schweizer und Bürger weiterer zwölf Risikostaaten seit Mitternacht nicht mehr einreisen. Dänemark will ab Samstagmittag die Grenze dicht machen. Die Schweiz führt an ihren Grenzen – auch zu Deutschland – wieder Kontrollen ein. Österreich schließt für zunächst eine Woche viele Geschäfte und stellt zudem das Paznauntal und die Gemeinde St. Anton am Arlberg (beide Tirol) unter Quarantäne.

Das Robert Koch-Institut hat Tirol und Madrid in die Liste der internationalen Risikogebiete aufgenommen. Bislang zählen dazu schon Italien, der Iran, die chinesische Provinz Hubei, eine Provinz in Südkorea sowie in Frankreich das Elsass, Lothringen und die Region Champagne-Ardenne.

In Europa würden mehr Infektionen und Todesfälle gemeldet als in allen anderen Ländern außerhalb Chinas zusammen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Europa ist jetzt zum Epizentrum der Covid-19-Pandemie geworden“, sagte er. „Es werden jeden Tag mehr Fälle gemeldet als auf der Höhe der Epidemie in China.“ Aus China meldete die dortige Gesundheitskommission am Samstag elf neu nachgewiesene Fälle und 13 weitere Todesfälle. Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach offizieller Statistik insgesamt 80.824 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65.000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3.189 Tote sind bislang in der Volksrepublik zu beklagen.

Umdenken in Großbritannien

Nach Vorwürfen der Untätigkeit will die britische Regierung nun doch Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergreifen. Geplant ist laut britischen Medienberichten vom Samstag unter anderem ein Verbot von Großveranstaltungen. Demnach soll das Verbot in der kommenden Woche im Eilverfahren vom Parlament verabschiedet werden und am kommenden Wochenende in Kraft treten.

Eine solche Entscheidung würde die Absage berühmter Großveranstaltungen wie des Tennisturniers in Wimbledon oder des Royal-Ascot-Pferderennens im Juni bedeuten.

Bisher hatte die Regierung in London darauf gehofft, den Höhepunkt der Pandemie in Großbritannien bis zum Sommer herauszögern zu können, damit die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen gering blieben. Menschen mit Symptomen wird derzeit lediglich empfohlen, eine Woche zu Hause zu bleiben.

Die Regierung erklärte dazu, zu früh ergriffene drastische Maßnahmen hätten nur einen begrenzten Nutzen und zudem den Nachteil, dass die Menschen bei Erreichen des tatsächlichen Höhepunkts der Coronakrise womöglich nicht mehr gewillt wären, die Eindämmungs- und Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen.

Premierminister Boris Johnson stützte sein Vorgehen nach eigenen Angaben auf wissenschaftliche Erkenntnisse. In einem in der Tageszeitung The Times veröffentlichten Brief forderten nun mehrere Wissenschaftler die Regierung auf, „dringend die wissenschaftlichen Beweise, Daten und Modelle“ zu veröffentlichen, auf denen ihr Handeln beruhe.

Eine solche Transparenz sei unerlässlich, „um die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen und medizinischen Gemeinde und auch das Verständnis in der Bevölkerung zu wahren“, schrieben die Wissenschaftler. Sie kritisierten überdies, die Regierung berücksichtige die Erfahrungen anderer Länder mit der Pandemie nicht ausreichend.

Zudem verwiesen die Wissenschaftler auf Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wonach Großbritannien in Fragen der medizinischen Grundausstattung mit nur 2,5 Krankenhausbetten pro tausend Einwohnern hinter den USA (2,8 Betten), Italien (3,2 Betten) sowie Frankreich (sechs Betten) liege.

Die britische Regierung hoffte bislang zudem auf die Entwicklung einer „kollektiven Immunisierung“ in der Bevölkerung. Nach Angaben des wissenschaftlichen Beraters der Regierung, Patrick Vallance, könnte ein solcher Prozess funktionieren, wenn sich etwa 60 Prozent der Menschen in Großbritannien mit dem Virus ansteckten.

„Wir können über Theorien reden, aber zurzeit sind wir in einer Situation, in der wir handeln müssen“, kommentierte dies eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Fernsehsender BBC. „Wir wissen nicht genug über das Virus – es ist noch nicht lange genug in der Bevölkerung angekommen, um seine immunologischen Auswirkungen zu kennen“, fügte sie hinzu.

In Großbritannien wurden offiziell bislang knapp 800 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, zehn Menschen starben an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Erneut ist die Zahl der Coronavirus-Opfer im Iran drastisch gestiegen. Innerhalb von nur 24 Stunden habe sich die Anzahl der Toten von 514 auf 611 erhöht, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Kianush Dschahanpur, am Samstag in Teheran. Die Zahl der offiziell erfassten Ansteckungen mit Sars-CoV-2 stieg in Tagesfrist um 1.365 auf 12.729.

Die meisten Infektionen gab es erneut in der Hauptstadt Teheran. Gleichzeitig seien über 4300 infizierte Patienten geheilt aus den Krankenhäusern entlassen worden, behauptete der Sprecher im Staatsfernsehen.

Erste Fälle in Namibia, Ruanda und Eswatini

Auch in Afrika sind weitere Fälle des neuen Coronavirus bekannt geworden. Während am Samstag vor laufenden TV-Kameras ein Militärtransporter mit 122 Südafrikanern aus Wuhan in dem Kap-Staat eintraf, gaben die Staaten Namibia, Ruanda und das Gebirgskönigreich Eswatini (ehemals Swasiland) ihre ersten Fälle bekannt. Ein aus Mumbai einreisender Inder sei Ruandas erster Fall, erklärte Gesundheitsminister Daniel Ngamije. In Eswatini handelt es sich laut Gesundheitsminister Lizzie Nkosi um eine 33-jährige, die vor kurzem von einer Geschäftsreise in den USA zurückkehrte.

Afrika war einige Zeit von dem neuartigen Coronavirus verschont geblieben, doch inzwischen breitet sich die Krankheit auf dem Kontinent aus. Bisher sind in mindestens 21 afrikanischen Ländern Fälle von Sars-CoV-2 aufgetreten

In Namibia gab Gesundheitsminister Kalumbi Shangula bei einer Pressekonferenz bekannt, ein spanisches Paar sei positiv getestet worden. Die ehemalige deutsche Kolonie setzte zudem für einen Zeitraum von 30 Tagen alle Flüge von und nach Deutschland, Katar und Äthiopien aus. Afrika war einige Zeit von dem neuartigen Coronavirus verschont geblieben, doch inzwischen breitet sich die Krankheit auf dem Kontinent aus. Bisher sind in mindestens 21 afrikanischen Ländern Fälle von Sars-CoV-2 aufgetreten. Experten hatten stets gewarnt, dass die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Ländern schwach sind und eine Ausbreitung der Lungenkrankheit dort verheerend sein könnte.

Nach Angaben der Wirtschaftskommission für Afrika (ECA) könnten die Volkswirtschaften zahlreicher Länder auf dem Kontinent durch die Folgen der Krise arg in Mitleidenschaft gezogen werden. „Afrika könnte die Hälfte seines Bruttosozialproduktes verlieren bei einem Wachstum, das von 3,2 auf 2 Prozent sinkt“, erklärte Vera Songwe bei einer Pressekonferenz in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Vor allem Öl-exportierenden Ländern könnten durch die gesunkenen Ölpreise bis zu 65 Milliarden Dollar an Einkünften entgehen.

Louvre und Berghain sind dicht

Auch wo es noch erlaubt ist, wird Reisen immer unattraktiver: Das Pariser Museum Louvre und der Eiffelturm sind zu. Berlins berühmter Techno-Club Berghain sagte seine Veranstaltungen vorerst ab. Auch Bars und Kneipen Berlins sollen Mitte nächster Woche voraussichtlich geschlossen werden. Viele waren aber schon am Freitagabend dicht. Auch Stuttgart zieht die Notbremse: Neben sämtlichen Veranstaltungen in Kultur, Sport und Freizeit werde „mit sofortiger Wirkung“ auch der Betrieb von Clubs, Bars, Museen, Kinos und Bädern untersagt, teilte ein Sprecher mit.

Millionen Menschen müssen sich nach diesem Wochenende jedoch erstmal um die Betreuung ihrer Kita- und Schulkindern kümmern. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus schließen die meisten Bundesländer Schulen und Kitas. Bis Freitagnachmittag kündigten 14 Bundesländer flächendeckende Schulschließungen an: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Am Samstag zog schließlich auch Mecklenburg-Vorpommern nach. Das verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts.

14 Tage Krankschreibung ohne Arztbesuch gefordert

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält nichts von flächendeckenden Schulschließungen. Im rbb-„Inforadio“ sagte er am Freitag: „Flächendeckende Schulschließungen machen in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, weil die Folgeprobleme bei Familie, bei Krankenhäusern und bei allen anderen einfach viel größer sind.“ Schulschließungen in Regionen mit besonders vielen Infektionen seien aber sinnvoll.

Mehrere Bundesländer haben Besuche in Altenheimen untersagt oder zeitlich beschränkt. Dazu zählen etwa Bayern, Baden-Württemberg, NRW und Hessen. Einzelne Heime haben jedoch auch eigene Regulierungen. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkehrten, wird ein Besuch vielerorts untersagt.

Unterdessen hat der Deutsche Hausärzteverband wegen der Coronavirus-Krise eine Krankschreibung von bis zu zwei Wochen auch ohne Praxisbesuch gefordert. Erst vergangenen Montag hatten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung darauf geeinigt, dass sich Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege künftig auch nur nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen können.

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gefordert, die Bundeswehr mehr für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte er. „Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar.“

Videokonferenz der G7-Regierungschefs geplant

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie wollen sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer Videokonferenz beraten. Diese Sonder-Schalte soll demnach am kommenden Montag stattfinden, wie Macron am Freitag ankündigte. Das Weiße Haus bestätigte die Videokonferenz. Die USA haben derzeit den G7-Vorsitz inne.

In Deutschland sind neben nun acht Todesfällen bislang mehr als 3.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Todesopfer in Deutschland waren zwischen 67 bis 89 Jahre alt. Zudem starb ein 60-jähriger Deutscher in Ägypten.

Am stärksten von der Pandemie ist weiterhin das Bundesland Nordrhein-Westfalen betroffen. Die Zahl der dort nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen war am Samstag auf 1.636 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf meldete. Am Freitagnachmittag waren es noch 1.433 Fälle gewesen. Der Kreis Heinsberg bleibt mit 589 nachgewiesenen Infektionen mit großem Abstand die Region mit den meisten Fällen.

Viele Beschäftigte Deutschlands sollen in der Coronakrise durch öffentlich finanziertes Kurzarbeitergeld vor Arbeitslosigkeit geschützt werden. Der Bundestag beschloss am Freitag in einem beispiellosen Schnellverfahren einstimmig einen Gesetzentwurf für erleichtertes Kurzarbeitergeld. Nach der Verabschiedung im Bundestag passierte er am Freitag auch den Bundesrat.

In der Ersten Fußball-Bundesliga gibt es den ersten Coronafall. Aufsteiger SC Paderborn gab am Freitagabend bekannt, dass der deutsche U21-Nationalspieler Luca Kilian positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurde.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland könnten mit dem Coronavirus infiziert werden, so heißt es in Schätzungen laut Robert-Koch-Institut. Es sei allerdings unklar, über welchen Zeitraum dies geschehen werde.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits zu befürchten ist. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Die Regeln sollen mindestens für zwei Wochen gelten und sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet. Dazu gehören:

■ Außerhalb des Hauses darf man sich nur noch allein, maximal aber zu zweit aufhalten oder „im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands“. In Bayern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und dem Saarland sind die Regeln strenger. Hier braucht es einen „triftigen Grund“, um die Wohnung zu verlassen. In der Sonne zu sitzen etwa gehört da nicht dazu.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Weiter möglich bleiben der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an erforderlichen Terminen, die Hilfe für Kranke oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft.

Friseursalons und Restaurants müssen geschlossen bleiben - nur Lieferungen und der Verkauf außer Haus ist erlaubt. Sowohl Anbietern als auch KundenInnen drohen sonst Strafen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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