piwik no script img

Club-Brand in GoaAus Indien geflüchtete Club-Besitzer in Thailand gefasst

Der abgebrannte Nachtclub soll illegal betrieben worden sein und keine Fluchtwege gehabt haben. Brandursache war höchstwahrscheinlich Pyrotechnik.

Natalie Mayroth

Aus Mumbai

Natalie Mayroth

Die nach der Brandkatastrophe in ihrem Nachtclub in der westindischen Urlaubsregion Goa geflüchteten Brüder Saurabh und Gaurav Luthra sind Medienberichten vom Donnerstag zufolge in der thailändischen Urlaubsregion Phuket gefasst worden. Die Luthra-Brüder erwartet nach ihrer Auslieferung ein Prozess.

Nach dem Brand am Sonntagmorgen, bei dem 25 Menschen (20 Mitarbeitende und 5 Tourist:innen) starben, waren die Besitzer zunächst verschwunden. Bald wurde bekannt, dass sich die sogenannten Hospitality-Tycoons nach der Katastrophe nach Thailand abgesetzt hatten. Ihre Flucht dominierte in den vergangenen Tagen wie kein anderes Thema die Medien und Gemüter vieler Menschen in Indien.

Wie konnte es sein, dass die beiden so womöglich ihrer Strafe entgehen? „Ich hoffe, dass die Luthra-Brüder bestraft werden. Ich habe vier Familienmitglieder verloren“, klagte Bhavana Joshi, eine Überlebende des Brandes. „Niemand hat versucht, uns zu retten.“ Im Internet häuften sich Behauptungen über mutmaßliche Korruption, wodurch die Brüder zu ihrem Erfolg gekommen sein sollen.

Die Luthras begannen ihr Imperium in der indischen Hauptstadt mit ihrem ersten bekannten Restaurant, Romeo Lane, aufzubauen und verwandelten es in eine erfolgreiche Marke. Das führte zu einer schnellen Expansion an über 30 Standorten in knapp zehn Jahren, darunter auch in Goa. Dort hatten sie aber keine Genehmigung für den Club Birch by Rome Lane, der auch keine Fluchtwege gehabt haben soll. Laut Berichten hatte Pyrotechnik während einer Vorstellung die Dekoration aus Bambus und Palmblättern in Brand gesetzt und zur Katastrophe geführt.

Besitzer waren gehypte Hospitality-Tycoons

Bisher waren die beiden Besitzer gehypt worden als Männer, die Indiens Gastronomie transformiert haben. Doch zu welchem Preis? Inzwischen wurde in Goa eine weitere Restobar der Luthras von den Behörden abgerissen, um ein Zeichen zu setzen.

Obwohl es schon Beschwerden über den nun abgebrannten Club gegeben hatte, hatten die Behörden anscheinend nichts unternommen. Nach dem Brand wurde in Goa der Einsatz von Feuerwerkskörpern in touristischen Einrichtungen verboten.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare