Britischer Maler David Hockney gestorben: Seine Werke erzielten bei Auktionen Rekordpreise
David Hockney gilt als einer der einflussreichsten britischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Am Donnerstag starb er im Alter von 88 Jahren.
ap/dpa | Der legendäre britische Maler David Hockney ist tot. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seinen Publizisten. Hockney sei kurz vor seinem 89. Geburtstag „friedlich zu Hause“ gestorben. „David Hockneys bleibendes Vermächtnis spiegelt seine grundlegende Lebensfreude, seinen herausragenden Sinn für Humor, seine immense Großzügigkeit und seine forschende Neugierde wider“, heißt es in dem Statement weiter.
Hockney gilt als einer der einflussreichsten britischen Künstler des 20. Jahrhunderts und einer der einflussreichsten europäischen Künstler der Gegenwart.
Insbesondere seine Gemälde von im Sonnenlicht schimmernden Swimmingpools („Le Plongeur“, „A Bigger Splash“) von einem besonderen Spiel aus Licht und Farben wurden zu seinem Markenzeichen. Sie waren beeinflusst vom Sonnenreichtum im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien, wo der 1937 geborene Künstler einen Großteil seines Lebens verbrachte. „Ich bin jeden Tag angeregt“, sagte Hockney 1979 der Los Angeles Times. „London hat viele triste Ecken, aber in Los Angeles finde ich nie etwas trist.“
Gemälde brach bei Auktion Rekord
Geboren wurde Hockney am 9. Juli 1937 in der nordenglischen Industriestadt Bradford und wuchs in den Hungerjahren der Nachkriegszeit auf. Nach seiner ersten Einzelausstellung Anfang der 60er Jahre zog er nach Hollywood und lebte später abwechselnd in Großbritannien und Kalifornien.
Der sonnige US-Staat bot ihm sowohl als Künstler als auch privat ungewohnte Freiheiten. Hockney machte nie ein Geheimnis daraus, dass er schwul war, selbst als Homosexualität in Großbritannien noch illegal war. Los Angeles wurde seine neue Heimat – dort stand sein Haus mit der blauen Terrasse und den roten Blumentöpfen, das er in vielen Bildern verewigte. Später kehrte Hockney nach Europa zurück. Neue Inspiration fand er in den bewaldeten Hügeln seiner Heimatgrafschaft Yorkshire sowie auf den Feldern und zwischen den Bäumen der Normandie in Frankreich.
Eines seiner Gemälde brach 2018 bei einer Auktion den Rekord für einen noch lebenden Künstler. Das Bild mit dem Titel „Pool With Two Artists“ wurde für 90 Millionen US-Dollar versteigert.
Der Historiker Simon Schama schrieb in einem Essay zu einer Hockney-Ausstellung 2025 in Paris, die Beliebtheit und Beständigkeit von Hockneys Kunst sei trotz all seiner Wandlungen und rastlosen Experimente „wirklich kein Rätsel“. Sein Werk werde von Millionen bewundert. „Liebe ist dafür kein zu starkes Wort.“
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