Bei Protesten festgenommen: Todesurteil gegen Rapper in Iran
900 Exekutionen gab es schon in diesem Jahr in Iran. Nun will das Regime auch den Rapper Mahnam Navab Safavi hinrichten.
Unbeirrt sucht das iranische Mullah-Regime seine KritikerInnen mundtot zu machen oder zu exekutieren. Schon 900 ProtestlerInnen wurden seit Januar dieses Jahres hingerichtet. Weitere 70 Menschen warten im Zentralgefängnis von Isfahan, von denen 26 bereits in Einzelhaft und Quarantänebereiche gebracht wurden, was auf die baldige Exekution hindeutet. Und es trifft längst nicht mehr nur JournalistInnen und AktivistInnen, sondern auch ReiseveranstalterInnen, KünstlerInnen, SporttrainerInnen.
Das alles passiert im vermeintlichen Windschatten öffentlicher Wahrnehmung angesichts des Streits um die Straße von Hormuz. Das Regime lässt die Muskeln auch im Inneren spielen.
Der neueste, jetzt bekannt gewordene Todeskandidat ist der 22-jährige Rapper Mahnam Navab Safavi. Er wurde wie Hunderte andere am 10. Januar 2026 während der landesweiten Proteste in Isfahan festgenommen. Die bekannten, stereotypen Vorwürfe lauten: „Krieg gegen Gott“, „Propaganda gegen das Regime“, „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“. Zudem wirft man ihm laut Hengaw Organization for Human Rights die „Zerstörung öffentlichen Eigentums“ durch das Beschriften von Mauern mit regimekritischen Slogans vor.
Schweigen und systematische Repressionen
Belegt ist nur, dass Navab Safavi im Dezember 2025 in seinem Social-Media-Kanal verkündet hatte, er werde an den Protestkundgebungen teilnehmen. Seine beiden Anwälte durften dem Vernehmen nach weder die Prozessakte einsehen noch ihn verteidigen, auch fand der Prozess in Abwesenheit statt. Eine Verletzung der Verfahrensstandards, die Menschenrechtsorganisationen vermehrt bei festgenommenen ProtestlerInnen beobachten.
In einer Pressemitteilung fordert nun der PEN Berlin, der die Nachricht der geplanten Hinrichtung veröffentlichte, die Bundesregierung auf, den auf wirtschaftliche Folgen fixierten „Tunnelblick“ auf die Straße von Hormus zu beenden und klare Worte für die Menschenrechtslage zu finden. Das Schweigen zu den systematischen Repressionen, den anhaltenden Hinrichtungen und der Verfolgung von KünstlerInnen und JournalistInnen sende ein fatales Signal an das iranische Regime.
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