Alkoholverbot in Bahnhöfen : Aus der Bahn genommen
Nun ist es so weit: An ungefähr 5.700 Bahnhöfen in Deutschland gilt ein Alkoholverbot. Bei allen Tücken im Detail war diese Entscheidung überfällig.
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A utoritäre Herrschaftszeiten! Erst machen sie die süße Cola teurer, dann die Zigaretten, und jetzt darf man nicht einmal beim Warten auf die Zugfahrt mehr ein Bierchen trinken, wenn die verfluchte Bahn wie immer viel zu spät kommt!
Was denken sich die Gesundheitspolizisten nach dem Alkoholverbot an Bahnhöfen als Nächstes aus? Ach ja, die Plastiksteuer. Das trifft auch die Bifi. Nie mehr Billigwurst! Und am Bahnsteig Durst! Wo führt das alles hin, wo soll das enden?
Da sich die Mehrheit der Menschen ungesund ernährt und irrational verhält, steigt mit den zunehmenden Verboten und Verteuerungen auch die Zahl der potenziellen Wutbürger im Land, die nicht gegendert werden müssen, weil die klare Mehrheit der wutschäumenden Biertrinker eindeutig männlich ist.
So wie auch die klare Mehrheit der fanatischen Wurstesser, Bahn-Basher und AfD-Anhänger, die für rationale Argumente unzugänglich sind. Was also lässt sich tun, um sinnvolle Maßnahmen trotzdem durchzusetzen? Ein Männerverbot wäre natürlich die einfachste Lösung, würde vermutlich aber noch mehr Widerstand heraufbeschwören als ein Verbot der AfD.
Nüchtern gesehen eine Stadtbildverbesserung
Wohl oder übel müssen wir es wohl mit dem guten alten Nachdenken, Diskutieren und Aufklären versuchen. Ein Unterfangen, das nicht ganz aussichtslos erscheint, weil ja auch Frauen noch wählen dürfen.
Beginnen wir die Überzeugungsarbeit am besten jetzt sofort mit dem Verbot des Alkoholkonsums, das ab 15. Oktober an allen deutschen Bahnhöfen in Kraft tritt. Mit etwas Glück findet sich hierfür sogar eine Mehrheit aus allen polarisierten Gesellschaftsgruppen.
Ein Ende des Saufens in und um die Bahnhöfe herum mit all seinen Begleiterscheinungen wie ordinären Tönen, Geschrei und Scherben verbessert höchstwahrscheinlich auch das Stadtbild, das längst nicht nur Friedrich Merz beklagt.
Selbst die Linkspartei hat im letzten Berliner Wahlkampf mehr Sauberkeit versprochen, weil sie die Deutschen kennt. Der Wunsch nach mehr Ruhe, Recht und Ordnung in öffentlichen Räumen mag konservativ und spießig klingen, aber so sind die Deutschen halt. Einfach nichts zu tun und das Stadtbild so zu lassen, wie es ist, wäre deshalb eher nicht zu empfehlen.
Im Vergleich zu dem rassistischen Ruf nach Abschiebungen, den Merz vor einem Jahr ausstieß, ist das Alkoholverbot an Bahnhöfen auf jeden Fall ein deutlich besserer Anfang, weil es nicht nach Herkunft unterscheidet und niemanden diskriminiert. Stattdessen hilft es allen, die durch Betrunkene belästigt oder sogar bedroht werden: Reisenden und Bahnangestellten. Wie die Erfahrungen an den Testbahnhöfen zeigen, an denen die Prohibition in den letzten Monaten ausprobiert wurde, gehen Krawall und Müll ohne Alkoholtrinker messbar zurück.
Wie bei allen neuen Maßnahmen bleibt abzuwarten, wie das Alkoholverbot durchgesetzt wird. Natürlich liegen auch hier die Tücken in der Diskriminierung von Randgruppen. Obdachlose dürfen nicht einfach rausgeschmissen werden, ohne ihnen alternative Aufenthaltsorte anzubieten. Bei den Kontrollen des Alkoholverbots darf es kein Racial Profiling geben. Auch besoffenen Fußballfans müssen die Flaschen abgenommen werden, egal, woher sie kommen.
Ja, es ist eher unwahrscheinlich, dass die Ordnungshüter plötzlich vorurteilsfrei agieren. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben. Friede den Bahnhöfen!
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