Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: FFP2-Maske wird in Berlin Pflicht

In der Hauptstadt dürfen nur noch FFP2-Masken getragen werden, keine OP-Masken mehr. Spahn und Lauterbach fordern härtere Coronamaßnahmen.

FFP2-Maske liegt auf 1 Tisch

In Berlin jetzt überall Pflicht: FFP2-Maske statt OP-Maske Foto: Daniel Karmann/dpa

Ab Mittwoch herrscht in Berlin überall FFP2-Maskenpflicht

Im Kampf gegen die Coronapandemie müssen in Berlin ab diesem Mittwoch im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, im Einzelhandel und in kulturellen Einrichtungen FFP2-Masken getragen werden. Das werde Pflicht, sagte eine Senatssprecherin am Sonntag. Die medizinischen OP-Masken reichten nicht mehr, bekräftigte sie einen Beschluss des rot-rot-grünen Senats vom Samstagabend. Berlin will demnach vorsichtige Lockerungen beibehalten und verschärft gleichzeitig auch die Regeln beim Testen. Unternehmen werden zu Homeoffice für einen Teil der Mitarbeiter verpflichtet.

In den Sozialen Medien wurde bereits Kritik an der verschärften Masken-Pflicht laut – etwa wegen höherer Anschaffungskosten für FFP2-Masken oder bereits gekaufter Vorräte von OP-Masken. (dpa)

Doch keine Fans bei Sportveranstaltungen in Berlin

Die Rückkehr der Fans bei Sportveranstaltungen in Berlin rückt wegen steigender Coronazahlen in weite Ferne. Bereits gestartete Modellprojekte mit Zuschauern in der Hauptstadt werden mit sofortiger Wirkung wieder gestoppt, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Gleiches gilt für ähnliche Bestrebungen im Kultur-Bereich.

„Es ist völlig klar, dass die Modellprojekte, die wir uns vorgenommen haben, für Kultur, für Sport, möglicherweise für Gastronomie, so jetzt nicht weiter umgesetzt werden können“, sagte der SPD-Politiker. Sie würden zurückgestellt. Am vergangenen Mittwoch hatten die Berlin Recycling Volleys in der Volleyball-Bundesliga bereits vor 800 Zuschauern gegen Düren gespielt und ein positives Fazit gezogen.

Angedacht war auch, dass das Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC am Sonntag womöglich wieder vor Zuschauern stattfinden kann. Bereits vor Müllers Ankündigung waren diese Pläne jedoch verworfen worden. Auch Basketball-Meister Alba Berlin und Ex-Champion Eisbären Berlin hatten sich Hoffnungen gemacht, erstmals seit Monaten wieder Fans begrüßen zu dürfen.

„Ich finde es auch richtig, dass man immer wieder guckt, wie man mit zusätzlichen Möglichkeiten beim Impfen und beim Testen Dinge auch ermöglicht. Aber wir sind im Moment in einer Situation, wo man das nicht nahtlos weiterführen kann“, sagte Müller. Veranstaltungen hätten Kontakte und damit neue Infektionsrisiken zur Folge. Mit den Pilotprojekten waren nach monatelanger Zwangspause große Hoffnungen verbunden – weit über Berlin hinaus. Sie sollten zeigen, dass auch in der Pandemie sichere Veranstaltungen möglich sind. (dpa)

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Neuer Gipfel im Gespräch

Nur wenige Tage nach der letzten Bund-Länder-Runde scheint sich die Stimmung zu drehen. Die Forderungen nach einem harten Lockdown und nach einem neuen Coronagipfel werden lauter. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht.

„Erstmal überlegen wir alle solche Sachen“, sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart. „Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch.“ Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man „zu Klarheit kommen“. Ob die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten, die im April geplant ist, vorgezogen werden muss, sagte der Grüne nicht. (dpa)

Sozialverband will 100 Euro mehr für Bedürftige

Der Sozialverband VdK fordert während der Coronapandemie mindestens 100 Euro mehr pro Monat für Menschen, die Sozialleistungen empfangen. „Deswegen hat sich der VdK einem Bündnis angeschlossen, mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen, wo wir eben 100 Euro mehr für Personen fordern, die Grundsicherung bekommen“, sagte Verbandspräsidentin Verena Bentele. Das Geld bräuchten die Menschen, um sich besser gegen das Coronavirus schützen zu können. „Für uns ist ganz klar, dass Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, eben deutlich beengter leben und weniger finanzielle Möglichkeiten haben, um sich gut zu schützen; weil sie eben weniger Geld für Schutzmasken und Desinfektionsmöglichkeiten haben.“

Laut einem Entwurf für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von Anfang März hatten im August 2020 rund 30 Prozent der Befragten mit besonders niedrigen Einkommen seit Beginn der Pandemie Probleme, laufende Ausgaben zu decken. Hochgerechnet 15,5 Millionen Haushalte mussten bis zu diesem Zeitpunkt Einkommenseinbußen in der Pandemie hinnehmen. Besonders betroffen waren laut Berichtsentwurf Gering- und Normalverdiener. (dpa)

Hamburg will Abwassermonitoring einführen

Zur Verfolgung des Infektionsniveaus und zur besseren Lokalisierung von Corona-Infektionen will Hamburg ein Abwassermonitoring auf den Weg bringen. Ein entsprechender Antrag werde zur kommenden Bürgerschaftssitzung eingereicht, teilte die Grünen-Fraktion am Sonntag mit. Da sich genetische Reste des Coronavirus im Abwasser nachweisen lassen und die Konzentration dieser Reste dabei in Beziehung zur Zahl der Coronafälle im jeweiligen Einzugsgebiet steht, könne ein Monitoring als Frühwarnsystem genutzt werden.

Zunächst gehe es um eine zentrale Messung der städtischen Gesamtinfektionslage im Zentralklärwerk Köhlbrandhöft/Dradenau. In einer möglichen Ausbaustufe soll gegebenenfalls eine dezentrale Messung zum Schutz besonders gefährdeter Einrichtungen und zur besseren Lokalisierung von Infektionen erfolgen. „Ein Frühwarnsystem zur Identifizierung lokaler Corona-Ausbrüche kann ein weiterer entscheidender Faktor im Kampf gegen die Pandemie sein“, sagte Fachsprecher Johannes Müller. (dpa)

Spahn und Lauterbach für härteren Lockdown

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat beherzte Maßnahmen gefordert. Covidpatienten auf Intensivstationen seien jetzt im Durchschnitt 58 Jahr alt, twitterte er am Samstag. „Die Stationen sind bald voll.“ Die 40- bis 70-Jährigen rechneten noch gar nicht damit, demnächst vielleicht wochenlang dort behandelt werden zu müssen oder sogar zu sterben. „Es ist völlig verrückt, dass wir Wochen vor der Impfung nach einem Jahr Kampf uns jetzt quasi aufgeben und eine solche Tragödie für viele Familien noch zulassen“, sagte Lauterbach. Man müsse noch einmal beherzt auch wenig populäre Maßnahmen ergreifen.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädierte indirekt für einen erneuten Lockdown. „Wenn wir die Zahlen nehmen, auch die Entwicklungen heute, brauchen wir eigentlich noch mal 10, 14 Tage mindestens richtiges Runterfahren unserer Kontakte, unserer Mobilität“, sagte Spahn bei einer Online-Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung am Samstag. Er appellierte an die Bürger:nnen, „im Zweifel auch mehr als die staatlichen Regeln“ umzusetzen. (dpa, taz)

Kanzleramtschef Braun für Ausgangsbeschränkungen

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sprach sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen aus. „Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virusmutation immun wird gegen den Impfstoff“, sagte er der Bild am Sonntag. Im Falle einer solchen Mutation „stünden wir wieder mit leeren Händen da“, so Braun weiter. Dann bräuchte es neue Impfstoffe. Er forderte unter anderem regionale Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

Opposition will mehr Kinderkrankentage

Aufgrund zunehmender Betreuungsengpässe in der Coronapandemie fordern Oppositionspolitiker mehr Unterstützung für Eltern. „Angesichts steigender Infektionszahlen und ansteckenderer Virusmutationen ist absehbar, dass für viele Familien die bislang vorgesehenen zusätzlichen Kinderkrankentage nicht ausreichen werden“, sagte die Vizefraktionschefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, der Welt am Sonntag. Sie forderte eine Ausweitung. Da es bundesweit immer wieder zu Schließungen von Kitas und Schulen kommen werde, müsse das Unterstützungsangebot ausgeweitet werden, forderte auch die FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr. Schließlich seien die zusätzlichen Kinderkrankentage „bei vielen Familien längst aufgebraucht“. (afp)

Sieben-Tage-Inzidenz steigt

Währenddessen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland weiter. Zuletzt lag der Wert der Coronaneuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 129,7, wie aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervorgeht. Damit ist der Wert ähnlich hoch wie seit dem 19. Januar (131,5) nicht mehr. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 7.35 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Samstag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 124,9 angegeben, am Freitag mit 119,1. Der Wert ist eine wichtige Kennzahl zum Pandemieverlauf.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 17.176 Fälle, tags zuvor waren es 20.472 neue Corona-Infektionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden zuletzt 90 Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche wurden 13.733 Neuinfektionen und 99 Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet. Sonntags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. (dpa)

Berlin kombiniert Lockerungen mit Härte

Das Land Berlin will in der Coronapandemie einen neuen Weg einschlagen, um trotz wieder steigender Infektionszahlen aus dem Kreislauf aus Öffnen und Schließen herauszukommen. Deshalb bleiben einerseits vorsichtige Lockerungen etwa in Handel und Kultur bestehen, werden aber durch neue und verschärfte Regeln vor allem im Hinblick auf das Testen ergänzt. Die sogenannte Notbremse kommt damit nicht in der Form zum Tragen, wie sie Bund und Länder beschlossen hatten. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Coronamaßnahmen jedoch teilweise verschärft. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 sind künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen möglich. (dpa)

Ministerpräsidentin Schwesig schließt Zoos

Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen werden die Coronamaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern teilweise verschärft. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 sind künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen möglich. Wenn die Corona-Infektionen als lokal nicht eingrenzbar eingeordnet werden, sollen dort von 21 bis 6 Uhr Ausgangsbeschränkungen eingeführt werden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag in Schwerin mitteilte.

In Regionen im Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen zusätzliche Einschränkungen gelten. Dazu zählen etwa Schließungen von Zoos, Tierparks, Museen und Fahrschulen, wie aus dem Beschlusspapier des Landes-Corona-Gipfels hervorgeht. Vom kommenden Mittwoch an ist der Friseurbesuch nur noch mit einem negativen Coronaschnelltest möglich. Vom 6. April an muss dann auch beim Shoppen ein Negativtest vorgezeigt werden, wie Schwesig erläuterte. In Rostock soll dies erst ab dem 10. April gelten. Dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit am niedrigsten. (dpa)

Frankreich gilt als Hochinzidenzgebiet

Ganz Frankreich gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Die am Freitag durch das Robert-Koch-Institut vorgenommene Einstufung trat am Sonntag in Kraft. Die Grenze darf bis auf weiteres nur bei Vorliegen eines negativen Coronatests überquert werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ob ein Grenzgänger einen negativen Test hat, wird aber nicht direkt an der Grenze zu Deutschland kontrolliert, sondern im Hinterland mit Hilfe der Schleierfahndung.

Frankreich befindet sich inmitten der dritten Coronawelle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei deutlich über 300 Coronaneuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Deswegen wurde am Samstag der Lockdown auf drei weitere Départements ausgeweitet. Geschäfte mussten schließen und die Bewegungsfreiheit der Bürger wurde eingeschränkt. Insgesamt betreffen die verschärften Corona-Auflagen 19 Verwaltungsbezirke mit mehr als 23 Millionen Menschen. Seit einer Woche gilt der Lockdown bereits im Pariser Großraum und Teilen Nord- und Südfrankreichs. (afp)

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