+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Nach Tod zweier Soldaten wieder US-Angriffe gegen Iran
Das US-Militär reagiert auf iranische Angriffe auf Soldaten mit neuen Luftschlägen. Iran greift US-Militärstützpunkte in Kuwait an.
Foto: Tech. Sgt. Noah Tancer/United States Air Forces Central
US-Militär will Iran mit neuen Angriffen „bestrafen“
Um die iranischen Revolutionsgarden nach der Tötung zweier US-Soldaten in Jordanien zu „bestrafen“, hat die US-Armee nach eigenen Angaben erneut Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Das Regionalkommando Centcom erklärte am Samstag (Ortszeit), mit den Attacken sollten zudem die Fähigkeiten Irans weiter geschwächt werden, „die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“. Iran reagierte mit Angriffen auf zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait.
Das US-Regionalkommando erklärte, zu den Zielen der jüngsten Angriffe gehörten Einheiten, die hinter dem iranischen Angriff in Jordanien mit den zwei getöteten US-Soldaten standen. Die iranischen Revolutionsgarden sollten „umgehend“ bestraft werden, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Bei den zwei Getöteten handelte es sich um die ersten US-Soldaten, die seit der jüngsten Eskalation im Irankrieg getötet wurden. Die Zahl der US-Soldaten, die seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar getötet wurden, stieg damit auf 16. (afp)
Iran meldet Angriffe
Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim meldeten zeitgleich US-Angriffe auf den Ort Sirik, dessen Hafen an der Straße von Hormus liegt. In der Meerenge hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zuletzt vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt gehindert. Die Führung in Teheran hält die für die internationale Schifffahrt äußerst wichtige Meerenge wegen des Irankriegs de facto geschlossen.
Die iranische Armee erklärte laut dem staatlichen Rundfunk, als Reaktion auf die jüngsten US-Attacken habe sie US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Demnach attackierten die Streitkräfte ein Munitionslager der US-Armee im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Schon zuvor hatte Iran Ziele in Kuwait angegriffen.
Der oberste Führer Irans, Modschtaba Chamenei, hatte den USA am Freitag nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land in einer Erklärung mit „unvergesslichen Lektionen“ gedroht. Die Verstöße der USA gegen das mit Teheran vereinbarte Rahmenabkommen hätten „einmal mehr allen die Wertlosigkeit der Unterschrift“ von US-Präsident Donald Trump vor Augen geführt, hieß es weiter. Auch Trump hatte vor wenigen Tagen mit einer Ausweitung der Angriffe gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über ein endgültiges Ende des Krieges scheitern sollten. (afp)
Iranische Armee meldet Angriffe auf zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf die US-Attacken auf Ziele in der Islamischen Republik, erklärten die Streitkräfte am Sonntag laut dem staatlichen Rundfunk. Demnach griffen sie ein Munitionslager der US-Armee im Wüstenlager Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem an. (afp)
Bericht: US-Angriff nahe iranischer Insel Gheschm
Im Zuge der neuen Luftangriffe des US-Militärs in Iran werden dort Raketenschläge nahe der Insel Gheschm im Persischen Golf gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Morgen Ortszeit von mindestens sechs Raketen, die in Gebieten am Rande der Insel eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten gab es demnach zunächst nicht. Das US-Militär hatte zuvor nach dem Tod von zwei seiner Soldaten Vergeltungsschläge gegen Irans Revolutionsgarden angekündigt und mit neuen Luftangriffen begonnen. (dpa)
Trump über Tod von US-Soldaten: „sehr traurige Sache“
US-Präsident Donald Trump hat den Tod von zwei weiteren US-Soldaten im Irankrieg als „sehr traurig“ bezeichnet. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch „eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach vorgebrachte Botschaft, dass Iran keine Atomwaffen haben dürfe. (dpa)
Saudische Medien: EU und Golfstaaten fordern freie Schifffahrt
Die Europäische Union und die Golfstaaten fordern einem Medienbericht zufolge Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe sowie Störungen der Schifffahrt sofort und bedingungslos einzustellen. Zudem müsse die Straße von Hormus ohne Auflagen oder Gebühren offengehalten werden, berichtet das saudi-arabische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine gemeinsame Erklärung. (rtr)
US-Militär: Zwei weitere US-Soldaten im Irankrieg getötet
Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Irankrieg sind nach Angaben des US-Militärs zwei US-Soldaten getötet worden. Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat werde zudem noch vermisst. Vier US-Soldaten wurden demnach zur medizinischen Versorgung in jordanische Krankenhäuser gebracht und inzwischen entlassen. Andere Soldaten erlitten dem US-Militär zufolge zudem leichte Verletzungen und haben ihren Dienst bereits wieder aufgenommen.
Es ist das erste Mal seit den Anfangstagen des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam begannen, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldet. Die offiziell bekannte Zahl der im Irankrieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16. Der Druck auf US-Präsident Donald Trump, der sich im eigenen Land angesichts des dort unpopulären Kriegs ohnehin mit Unzufriedenheit konfrontiert sieht, dürfte damit weiter steigen. Zugleich könnten die Todesfälle neue heftige Angriffe der USA nach sich ziehen, die den Krieg noch weiter eskalieren könnten. (dpa)
USA raten Staatsbürgern weltweit zur Vorsicht
Das US-Außenministerium ruft amerikanische Staatsbürgerinnen und -bürger wegen der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu „erhöhter Vorsicht“ auf. Die Warnung gilt insbesondere für Personen, die sich im Nahen Osten aufhalten, wie aus einer Mitteilung auf der Website des Ministeriums hervorgeht. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“.
Auch außerhalb des Nahen Ostens seien diplomatische Einrichtungen der USA bereits ins Visier geraten, hieß es. Gruppen, die Iran unterstützten, könnten weitere Orte in den Fokus rücken, die mit den Vereinigten Staaten und/oder US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Verbindung stünden, warnte das US-Außenministerium. Nachdem sich Washington und Teheran vor einem Monat noch auf ein Rahmenabkommen inklusive festgeschriebener Waffenruhe verständigt hatten, ist der Irankrieg mit gegenseitigen Angriffen in den vergangenen Tagen wieder eskaliert. (dpa)
Emirate fordern „sofortigen Stopp der Eskalation“
Die Vereinigten Arabischen Emirate fordern im Nahostkonflikt angesichts der jüngsten Eskalation „ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Ohne die Kriegsparteien USA und Iran namentlich zu erwähnen, mahnte das Außenministerium auf der Plattform X einen „sofortigen Stopp der Eskalation“ und äußerste Zurückhaltung an, „um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern“. Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Region wie Schulen, Krankenhäuser oder Entsalzungsanlagen stellten einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar und dürften nicht hingenommen werden. (dpa)
Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet
Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Irankrieg sind nach Angaben der USA zwei US-Soldaten getötet worden. Sie wurden am Freitag bei iranischen Raketen- und Drohnenangriffen in Jordanien getötet, wie das US-Regionalkommando Centcom am Samstag mitteilte. Ein weiterer US-Soldat wird demnach vermisst. Der oberste Führer Irans, Modschtaba Chamenei, drohte den USA nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land mit „unvergesslichen Lektionen“. Bei den iranischen Angriffen in Jordanien wurden nach Angaben der US-Armee außerdem vier ihrer Soldaten verletzt. Sie seien in Krankenhäuser eingeliefert worden. (afp)
Irans geistliches Oberhaupt: Trumps Unterschrift ist wertlos
Das geistliche Oberhaupt Irans, Modschtaba Chamenei, bezeichnet die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump unter der jüngsten gemeinsamen Absichtserklärung als „völlig wertlos und unglaubwürdig“. Die USA hätten ihre Zusagen wiederholt gebrochen, heißt es in einer schriftlichen Erklärung Chameneis. Die iranische Nation und die „Widerstandsfront“ hielten „unvergessliche Lektionen“ für die USA bereit. „Nun, da der amerikanische Feind einen Krieg anzetteln will (…), sollte er wissen, dass die geliebte iranische Nation und die Achse des Widerstands ihm unvergessliche Lektionen zu bieten haben“, hieß es in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung Chameneis. (afp, rtr)
Israelisches Militär: Greifen Hisbollah-Zelle in Südlibanon an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Hisbollah-Zelle in Südlibanon angegriffen. Zuvor seien in der Gegend um Tebnit eine Drohne sowie Kämpfer der Miliz entdeckt worden. Letztere seien in der Nähe israelischer Soldaten in Deckung gegangen, teilt die Armee mit. Die Luftwaffe habe die Islamisten attackiert, um eine Bedrohung für die Truppen abzuwenden. Das Vorgehen der Hisbollah stelle einen Verstoß gegen die geltende Waffenruhe dar. Eine Stellungnahme der libanesischen Miliz liegt zunächst nicht vor. (rtr)
Iran: Rahmenabkommen mit den USA ausgesetzt
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran hat nach Ansicht der Regierung in Teheran keinen Bestand mehr. Man habe das Abkommen ausgesetzt, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt“, zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview. „Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“, führte Gharibabadi weiter aus. Das sei der Grund gewesen, warum auch Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.
Die USA und Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Anfang Juli war der Konflikt aber wieder eskaliert. (dpa)
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