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Neue Angriffe in NahostVertagter Krieg

Lisa Schneider

Kommentar von

Lisa Schneider

Der Krieg gegen Iran war beendet. Das jedenfalls hatte US-Präsident Trump behauptet. Die Absichtserklärung für ein Kriegsende in Nahost ist Makulatur.

U S-Präsident Donald Trump droht wieder einmal: Iran werde „nicht mehr existieren“, wenn die USA „gezwungen“ seien, „den Job militärisch zu vollenden“. Dabei sollte der Job ja eigentlich bereits vollendet sein, Iran ist laut Duktus der US-Regierung eigentlich keine Gefahr mehr. Und überhaupt, es gibt einen ganz tollen Deal zwischen den USA und Iran. Also alles kein Problem.

Die derzeitigen Angriffe – erst Iran auf ein Containerschiff in der Straße von Hormus, dann USA in Iran, daraufhin Iran in Bahrain und Kuwait – zeigen noch einmal deutlich: Die noch immer geltende Absichtserklärung ist eine Scharade. Nichts von dem, was Iran in der Region gefährlich machte – das Nuklearprogramm, das Raketenprogramm, die Aufrüstung von Proxy-Milizen in verschiedenen Ländern Westasiens – ist auch nur ansatzweise gelöst. Im Gegenteil, dieser Krieg hat ein neues Problem geschaffen: die iranische Kontrolle über Hormus.

Dass ein Schiff laut iranischer Aussage seine Passage durch die Straße von Hormus nicht wie gefordert mit dem Regime koordinierte, ist der Ausgangspunkt dieser derzeitigen Eskalationsschleife. Man muss sich in Erinnerung rufen: Bis zum Februar 2026 war die Straße von Hormus relativ frei passierbar.

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Nicht nur die Region steht schlechter da als zuvor – Tote, Milliardenschäden, wirtschaftliche Einbrüche – sondern die Weltwirtschaft und auch das Ansehen der USA, gerade in den Swingstates, die sich nach West und Ost orientieren. Der angeblich praktisch besiegte Iran kontrolliert nun de facto die wohl wichtigste Meeresstraße der Welt, fordert die USA immer weiter heraus. Teheran sitzt vielleicht am Verhandlungstisch, aber pöbelnd und mit gezogener Waffe, bereit für die nächste Runde. Von einem Kriegsende kann nicht die Rede sein. Der Krieg ist nur vertagt – und nicht einmal das wirklich.

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Lisa Schneider

Lisa Schneider Redakteurin für Nahost

Redakteurin für Westasien & Nordafrika. Studium in Beirut, Mainz und Paris. Alumna des Ernst Cramer & Teddy Kollek Programms (IJP) bei Times of Israel.
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8 Kommentare

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  • Achwas. Kaum ist es eskaliert, schon wollen der Iran und die USA wieder am Tisch sitzen für ein baldiges Ende der Kämpfe.

    Die Straße von Hormus ist nichts weiter als ein täglicher Münzwurf. Kopf, ich schließe. Zahl, ich öffne.

  • Pöbelnd und mit gezogener Waffe sitzt auch der Größte Friedensmacher aller Zeiten am Tisch. Und dieser Orange Leader ist gefährlichr als der Iran je war. Er hat Nuklearwaffen, er droht mit völliger Vernichtung eines ganzen Volkes, er hat diese ganze Sch.... selbst angefangen. Und er ist es, der keinerlei Skrupel kennt.

    • @Perkele:

      Nicht nur er. Die Iranische Regierung macht das schon länger.

      • @Arne Babenhauserheide:

        Ich sage nicht, dass nur der Potus so handelt. Doch er ist es, der deutlich gefährlicher ist. Das was die Nuklearmacht USA mit einem durchgeknallten Regimechef anrichten kann, das sagt er selbst: die Vernichtung eines ganzen Volkes. Das ist ihm zuzutrauen. In seiner ersten Amtszeit hat er konstatiert, "man habe doch Atomwaffen - warum gebraucht man sie nicht." Der Iran unterstützt Terroristen, doch keinesfalls hat er die Mittel und die Kraft das anzurichten was der Orange Man in seiner Skrupellosigkeit durchaus fertig bringt.

  • Die derzeitigen Angriffe – erst Iran auf ein Containerschiff in der Straße von Hormus, dann USA in Iran, daraufhin Iran in Bahrain und Kuwait – zeigen noch einmal deutlich: Die noch immer geltende Absichtserklärung ist eine Scharade. Nichts von dem, was Iran in der Region gefährlich machte – das Nuklearprogramm, das Raketenprogramm, die Aufrüstung von Proxy-Milizen in verschiedenen Ländern Westasiens – ist auch nur ansatzweise gelöst. Im Gegenteil, dieser Krieg hat ein neues Problem geschaffen: die iranische Kontrolle über Hormus.



    ----



    Dem oben zitierten ist mMn. nicht mehr hinzuzufügen!



    Es gibt nur ein Problem!



    "WER erklärt das der Persilente in DC mal so, das ER das auch versteht?"



    Btw. Das er dann danach auch handelt ist zwar unwahrscheinlich, doch versuchen wäre für die Welt doch hilfreich! :-(

  • Es tut mir leid, aber einen Satz wie "Teheran sitzt vielleicht am Verhandlungstisch, aber pöbelnd und mit gezogener Waffe" ist, wenn man die aktuelle amerikanische Politelite anschaut, ziemlich deplaziert, das Pöblen findet leider eindeutig anderswo statt...

  • Ich weiß nicht warum sich immer auf Aussagen von Trump berufen wird, jeder weiß doch, daß er lügt sobald er das Maul auf macht. His mouth is the place where truth dies.

  • Ein selbstverschuldeter Scherbenhaufen für Trump. Wenn er den Iran gewähren lässt, verliert er sein Ansehen bei den noch Verbündeten in der Welt: in Europa glauben ihm sowieso kaum noch Menschen, die arabischen Golfstaaten müssen sich fragen, ob die us-amerikanischen Soldaten sie noch schützen oder ob deren Stützpunkte nur noch die iranischen Drohnen und Raketen anziehen. Und in Fernost fragen sich Taiwan, aber auch Japan, Vietnam und die Philippinen, ob sich noch irgendwer gegen die chinesische Hegemonie dort stellt.



    Greift er dagegen den Iran wirklich mit allen konventionellen Mitteln inklusive Infanterie an, werden auch viele US-Soldaten in einem in den USA unpopulären Krieg sterben, ein halbes Jahr vor den Kongresswahlen eine politische Katastrophe für die Republikaner.



    Es kann aber auch sein, dass Trump das völlig anders sieht und an seine Deals glaubt, dann muss man aber wahlweise über Alterssenilität oder gar -demenz nachdenken. Dann hätte die USA eine ausgewachsene Verfassungskrise (25. Zusatzartikel zur Verfassung, Abschnitt 4: Abschnitt 4: Unfreiwillige Entmachtung des Präsidenten) und möglicherweise sogar gewaltsame Unruhen seiner radikal(st)en MAGA-Anhänger.