+++ Corona News vom 11. Mai +++: Pleitewelle bleibt vorerst aus

Das Statistische Bundesamt verzeichnet weniger Insolvenzverfahren. Hamburger Polizei meldet viele Verstöße. Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ein Kleidungsladen öffnet wieder

Unverhofftes Widersehen statt Pleite? Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Russland schwenkt auf regionale Strategie um

15.20 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hebt die landesweiten Einschränkungen von Dienstag an teilweise auf. Massenveranstaltungen bleiben verboten und Menschen über 64 Jahre müssen weiter zu Hause bleiben. Putin erklärt, in den russischen Regionen seien die Situationen unterschiedlich, die örtliche Behörden könnten deswegen nach eigenem Ermessen Maßnahmen lockern oder verschärfen. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus Großbrittanien

15.10 Uhr: In Großbritannien steigt die Zahl der Coronavirus-Toten um 210 auf 32.065. Das teilt die Gesundheitsbehörde mit. Großbritannien ist das europäische Land mit den höchsten Zahl an tödlichen Covid-19-Fällen. (rtr)

Frankreichs Sprachpäpste: Covid-19 ist weiblich

15.04 Uhr: Welches Geschlecht hat die Lungenkrankheit, die durch das neuartige Coronavirus verursacht wird? Diese Frage hat nun eine der angesehensten Institutionen Frankreichs beantwortet: Die Sprachpäpste der Académie française in Paris teilten mit, Covid-19 sei weiblich. Denn „Covid“ sei eine Krankheit und diese seien ebenfalls weiblich, belehrten die Experten die Bevölkerung.

Die von Kardinal Richelieu gegründete Académie française wacht seit 1635 über die französische Sprache. Unter den 35 Mitgliedern – den „Unsterblichen“ – sind gerade mal fünf Frauen. (afp)

Altmaier plant Kohleausstiegsgesetze vor Sommerpause

14.58 Uhr: Der geplante Ausstieg aus der Kohleverstromung soll sich durch die Pandemie nicht verzögern. Beide Teile – das Kohleausstiegsgesetz und das sogenannte Strukturstärkungsgesetz zur Förderung betroffener Gebiete in Deutschland – seien momentan im Bundestag zur Beratung, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Montag in Berlin. Bei beiden Elementen gebe es noch Gesprächsbedarf mit den Fraktionen der großen Koalition. Noch vor der Sommerpause sollten sie aber verabschiedet werden und in Kraft treten können. „Das ist jedenfalls mein Ziel“, so Altmaier.

Der Kohleausstieg soll bis spätestens 2038 vollzogen werden. Steinkohle-Meiler würden dem Konzept zufolge bis spätestens 2033 vom Netz gehen. (rtr)

Startups sollen im Mai erste Hilfsgelder bekommen

14.22 Uhr: Startups in Deutschland können im Mai mit ersten Hilfsgeldern rechnen. Wagniskapitalfonds sollen noch im Laufe des Monats Auszahlungen zur Verfügung gestellt werden, wie aus einem am Montag veröffentlichten Konzept des Wirtschafts- und Finanzministeriums hervorgeht. Insgesamt will die Bundesregierung Jungfirmen zunächst mit zwei Milliarden Euro stützen. Die genaue Verteilung dieser Summe ist aber noch unklar. Wegen der Pandemie und der erwarteten Rezession fürchtet eine Mehrzahl der Startups um ihre Existenz. (rtr)

Deutschland plant Impfstoffsuche mit 750 Millionen Euro

13.40 Uhr: Die Bundesregierung will bis zu 750 Millionen Euro in ein Sonderprogramm zur Erforschung und Entwicklung eines Impfstoffs investieren. Das sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in Berlin. Dies ergänze die international bereits zugesagten Gelder Deutschlands. Es gehe um eine Ausweitung der Studien und die spätere Sicherung der Produktion. (rtr)

Seibert: Verschwörungstheorien auf Demos sollen spalten

13.34 Uhr: Die Bundesregierung hat die bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen verbreiteten kruden Theorien scharf verurteilt. „Wer so etwas verbreitet, der will unser Land spalten und die Menschen gegeneinander aufbringen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zudem verurteilte er die „hohe Aggressivität“ sowohl gegen Polizisten als auch Journalisten bei den Demonstrationen, die bis hin zu Angriffen auf beide Berufsgruppen geführt habe. Das sei „streng und scharf zu verurteilen“, sagte Seibert.

Am Wochenende hatten in mehreren deutschen Städten Tausende demonstriert. Manche Protestierende vertreten dabei krude Theorien, die die Gesundheitsgefahr durch das neuartige Virus infrage stellen und unterstellen, dass das Virus für Einschränkungen gegen die Interessen der Bürger missbraucht wird. (epd)

Pleitewelle in Deutschland vorerst ausgeblieben

13.31 Uhr: Deutschland ist bislang von der befürchteten coronabedingten Pleitewelle verschont geblieben. Die Zahl der Regelinsolvenzverfahren für Unternehmen nahm im März zwar um 1,6 Prozent zum Vorjahresmonat zu, fiel im April aber um 13,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Da durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie viele Betriebe in Not geraten sind, veröffentlichten die Statistiker erstmals vorläufige Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzverfahren. (rtr)

Merkel: Beschränkungen zu brechen ist keine Mutprobe

13.20 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel, CDU, hat auch angesichts der Demonstrationen gegen Auflagen erneut zur Vorsicht beim Umgang mit der Pandemie gemahnt. Ihr sei berichtet worden, dass viele Menschen am Wochenende ohne Schutzmasken einkaufen gewesen seien, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in einer Videoschalte des CDU-Präsidiums. Zum Teil sei dieses Verhalten sogar als Mutprobe angesehen worden, kritisierte die Kanzlerin. Das Gebot sei aber immer noch, sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten. (dpa)

Person mit "Refugee-Lives matter"-Schild

Eine Demonstration für die sichere Unterbringung von Geflüchteten in Bremen Foto: Sina Schuldt/dpa

Gericht: Gefahr für Schwangere in Geflüchtetenheim zu hoch

12.11 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen darf eine schwangere Asylsuchende und ihren Ehemann nicht länger zwingen, in einer Gemeinschaftsunterkunft in Rheine zu wohnen. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Münster ist der Schutz vor einer Ansteckung in der Zentralen Unterbringungseinrichtung derzeit nicht gewährleistet. Das Paar hatte beklagt, dass wegen der beengten Wohnverhältnisse die Einhaltung des gebotenen Mindestabstands nicht möglich sei.

Das Verwaltungsgericht betonte, die Defizite müssten von der Bezirksregierung abgestellt werden. Daher sei die Wohnverpflichtung für die Hochschwangere vorläufig zu beenden. (dpa)

Hamburgs Polizei meldet viele Verstöße

12.01 Uhr: Die Hamburger Polizei hat am Wochendende viele Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen festgestellt. 220 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet und 120 Platzverweise ausgesprochen, sagte eine Sprecherin. Diese Zahlen spiegelten aber bei weitem nicht die tatsächlichen Verstöße gegen die Abstandsregeln wider, da die Polizeibeamten es zumeist bei Ansprachen belassen hätten. „Die Kollegen haben unzählige Gespräche geführt“, sagte sie.

Bei schönem Wetter hätten sich Menschen auch in Gruppen versammelt. Die meisten Angesprochenen hätten sich kooperativ gezeigt. In Billstedt musste die Polizei den Angaben zufolge eine Party mit rund 40 Gästen in einer Wohnung beenden. Es entstehe der Eindruck, dass Menschen die Regeln zur Eindämmung der Pandemie zunehmend „nicht mehr so ernst nehmen“, sagte die Sprecherin. (dpa)

Nur 123 neue Todesfälle in Spanien

11.45 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Toten in Spanien ist auf den niedrigsten Stand seit sieben Wochen gefallen. Das Gesundheitsministerium berichtet von 123 neuen Todesfällen. Insgesamt sind damit nachweislich 26.744 Menschen infolge einer Ansteckung mit dem neuartigen Virus in Spanien gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg binnen 24 Stunden um 3.046 auf 227.436.

Schnelle Beseitigung der Grenzkontrollen von CDU anvisiert

11.30 Uhr: Eine deutliche Mehrheit im CDU-Präsidium hat sich Insidern zufolge bei einer Schaltkonferenz für eine schnelle Beseitigung der noch bestehenden Kontrollen an den deutschen Grenzen zu den EU-Nachbarstaaten ausgesprochen. Wichtig sei, dass man in Abstimmung mit den Nachbarregionen zu einer „Schengen-Normalität“ zurückkomme. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die teilweise Grenzschließungen und -kontrollen vergangene Woche bis zum 15. Mai verlängert.

Russland hat weiterhin über 10.000 tägliche Ansteckungen

11.06 Uhr: Russland meldet mit 11.656 Neuinfektionen erneut einen neuen Höchstwert. Damit stieg die Zahl der nachweislichen Ansteckungen auf 221.344. Seit Tagen legen die Infektionen in Russland um mehr als 10.000 zu. Die Behörden führen dies auch auf ein verstärktes Testprogramm zurück. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 94 auf 2.009. (rtr)

Totengräber in Schutzkleidung lassen einen SArg in ein GRab hinab

In den Totenzahlen werden sich die Ansteckungen erst in einigen Wochen niederschlagen Foto: Dmitri Lovetsky/dpa

Abgeordnete in Pakistan warnen vor Parlamentsbetrieb

10.46 Uhr: In Pakistan haben Abgeordnete wegen steigender Infektionen unter Politikern vor Sitzungen der Nationalversammlung gewarnt. „Die Parlamentssitzungen sollten verschoben werden, um gefährliche Konsequenzen zu vermeiden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Senats, Saleem Mandviwala, nach einer Mitteilung am Montag. Auch ein Minister hatte angekündigt, nicht teilzunehmen. Nach zwei Monaten Pause hatte Präsident Arif Alvi die Wiederaufnahme der Sitzungen am Montag angeordnet. Politiker im Senat und Parlament mussten sich zuvor Tests auf das Coronavirus unterziehen. Mehrere Befunde waren positiv. (dpa)

Industrieverband BDI will keine Steuererhöhungen

9.58 Uhr: Die aller Voraussicht nach deutlich sinkenden Steuereinnahmen sollten die Regierung laut Industrieverband BDI nicht zu Steuererhöhungen verleiten. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang sagte, „es wäre absolut falsch, jetzt zu versuchen, Staatseinnahmen über höhere Steuern auszugleichen. Damit würde wirtschaftliche Aktivität gestoppt, anstatt sie anzukurbeln.“ (rtr)

Spanien fordert gemeinsames Vorgehen in Airline-Krise

9.51 Uhr: Die spanische Regierung fordert eine gemeinsame Reaktion der EU auf die Airline-Krise in der Pandemie. „Wir unterstützen nachdrücklich, dass es eine europäische Antwort gibt“, sagt Wirtschaftsministerin Nadia Calvino in einem Interview mit Bloomberg TV. „Große Fluggesellschaften sind europäische Fluggesellschaften.“ Sie verwies darauf, dass die Regierungen in Europa gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Fluggesellschaften garantieren sollten.

Infektionszahlen in Coesfeld weiter gestiegen

9.47 Uhr: Im Kreis Coesfeld sind die Infektionszahlen nach einem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb weiter gestiegen. Am Sonntag seien im Kreisgebiet 780 nachgewiesene Ansteckungen verzeichnet worden, 35 mehr als am Samstag, sagte ein Kreissprecher. Laut Robert-Koch-Institut lag die Zahl der Neuinfektionen im Kreis bei knapp 96 und damit deutlich über der festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Viele der von Montag an landesweit geplanten Lockerungen werden damit im Kreis um eine Woche verschoben, wie der Kreis ankündigte. Unter den Betroffenen im Kreis Coesfeld sind 230 Infizierte aus dem Westfleisch-Werk. (dpa)

Saudi-Arabien will Mehrwertsteuer verdreifachen

9.15 Uhr: Saudi-Arabien will die Mehrwertsteuer massiv erhöhen und Sozialleistungen streichen, um den Einnahmeausfall wegen des stark gefallenen Ölpreises aufzufangen. Die Mehrwertsteuer werde ab 1. Juli von 5 auf 15 Prozent steigen, kündigte Finanzminister Mohammed al-Dschadaan am Montag an. Die monatlichen Unterstützungszahlungen an bestimmte Bürger des Königreichs, die 2018 wegen steigender Preise eingeführt worden waren, würden ab Juni gestrichen. Beides sei wegen des „starken Nachfragerückgangs“ nach Öl auf dem Weltmarkt wegen der Coronakrise nötig, erklärte al-Dschadaan. Das Königreich ist der größte Ölexporteur der Welt. (afp)

Ein Ölförderturm

Die Ölpumpen in Saudi-Arabien stehen nicht still, bringen aber weniger Geld ein Foto: Ali Haider/dpa

Ifo zu Jobstreichungen: Die Krise „schlägt von nun an durch“

8.31 Uhr: Die Corona-Rezession wird einer Umfrage zufolge in vielen Branchen Jobs kosten. Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge nicht zu verlängern, beschlossen im April bereits 58 Prozent der Betriebe in der Gastronomie, 50 Prozent in der Hotelbranche und 43 Prozent der Reisebüros, wie aus der am Montag veröffentlichten Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts hervorgeht. In der Autobranche sind es demnach 39 Prozent. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Im Schnitt hätten bereits 18 Prozent der Betriebe Stellen abgebaut. (rtr)

Pence doch nicht in Quarantäne – trotz Corona-Kontakt

6.42 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence hat sich trotz der Infektion von Mitarbeitern mit dem Coronavirus nicht in Quarantäne begeben. Pence sei negativ auf das Virus getestet worden und werde sich am Montag ins Weiße Haus zur Arbeit begeben, teilte ein Sprecher des Vizepräsidenten am Sonntag mit.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Pence-Sprecherin Katie Miller sowie ein Diener des Vizepräsidenten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Danach hatten einige US-Medien berichtet, Pence werde sich in häusliche Quarantäne begeben. (afp)

Neuseeland öffnet ab Donnerstag sogar Kinos

6.35 Uhr: Neuseeland lockert die meisten Beschränkungen. Ab Donnerstag dürfen Restaurants, Cafés, Kinos und Einkaufszentren wieder öffnen, wie Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ankündigt. Auch Reisen innerhalb des Landes seien dann wieder erlaubt. Die Schulen sollen ab nächsten Montag wieder öffnen, Bars erst am 21. Mai. Mai. Versammlungen würden auf maximal zehn Personen beschränkt. (rtr)

Reproduktionszahl in Deutschland sinkt am Montag

4.47 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet in Deutschland 357 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Auch wenn die gemeldeten Fälle Montags häufig niedriger sind, weil einige Gesundheitsämter am Wochenende keine Fälle melden, bedeutet das doch einen merklichen Rückgang. Am Sonntag waren noch 667 neue Fälle gemeldet worden, am Samstag 1.251 Fälle. Damit scheint die Reproduktionszahl wieder zu sinken.

Die Zahl der Fälle steigt auf insgesamt 169.575. Die Zahl der Toten wächst um 22 auf 7.417. Nach Angaben des RKI sind rund 145.600 Menschen inzwischen genesen, das sind etwa 1.300 mehr als am Vortag. (rtr/taz)

Tunesien meldet erstmals seit März keine Neuansteckung

4.29 Uhr: Tunesien verzeichnet zum ersten Mal seit Anfang März null neue Fälle. Das Land hat in der vergangenen Woche mit der schrittweisen Öffnung im Bausektor und in der Lebensmittelbranche begonnen. Einkaufszentren, Bekleidungsgeschäfte und Friseure sollen am Montag folgen. Die Regierung in Tunis geht davon aus, dass die Wirtschaft des Landes infolge der Pandemie um bis zu 4,3 Prozent schrumpfen wird, was den stärksten Rückgang seit der Unabhängigkeit im Jahr 1.956 darstellen würde. (rtr)

Unbenutzte Sonnenschirme an einem leeren Strand

Keine Neuinfektionen, aber auch keine Touristen Foto: Zoubeir Souissi/rtr

17 Neuinfektionen in China – mehr als in den letzten Wochen

3.44 Uhr: China meldet 17 Neuinfektionen. Das entspricht dem höchsten Anstieg seit dem 28. April. Von den offiziell gemeldeten neuen Fällen handelt es sich nach Angaben der Gesundheitskommission bei sieben um importierte Fälle. Wuhan, das Epizentrum des Ausbruchs in China, bestätigt fünf neue lokal übertragene Infektionen, den höchsten Stand seit dem 11. März. Die Gesamtzahl der Infizierten liegt nach Regierungsangaben nun bei 82.918 und die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert bei 4.633. (rtr)

Studie ermittelt, warum Männer häufiger erkranken

2.07 Uhr: Eine europäische Studie will eine Erklärung gefunden haben, warum Männer anfälliger für Covid-19 sind. Die Ergebnisse, die im European Heart Journal veröffentlicht sind, zeigten, dass das Blut von Männern im Vergleich zu Frauen einen höheren Wert eines Schlüsselenzyms namens ACE2 aufweist. Laut dem Bericht benötige das Coronavirus ACE2, um in Zellen einzudringen, sich zu vervielfältigen und in die Lunge überzugehen. (rtr)

Hochschulverband für Corona-Bonus bei Abi-Schnitt

1.56 Uhr: Der Deutsche Hochschulverband fordert einen Bonus für den Fall, dass das diesjährige Abitur im Gesamtschnitt deutlich schlechter ausfallen sollte als in den vergangenen Jahren. Für den Abiturjahrgang 2020 dürfe durch die Krise kein Nachteil entstehen, sagte Verbandspräsident Bernhard Kempen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zum Ausgleich müssten laut Kempen die Abiturzeugnisse nicht geändert werden. Denkbar sei es, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen einen „angemessenen Bonus“ gewährten. (afp)

Aktuelle Fallzahlen aus den USA: 1.737 Tote in 24 Stunden

0.20 Uhr: Die Zahl der Virus-Toten in den USA steigt nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC um 1.737 auf 78.771. Die Zahl der neu auf Sars-CoV-2 getesteten Personen steigt um 26.660 auf 1.300.696. Die Zahlen seien aber vorläufig und nicht von den einzelnen Bundesstaaten bestätigt, erklärt die CDC. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de