piwik no script img

Neue Berlin-UmfrageLinke bleibt klar vorn

Aller Aufregung zum Trotz: 25 Prozent der Berliner würden wieder die Linke wählen. Ein Bündnis unter ihrer Führung ist beliebter als eine Kenia-Koalition.

Die Linkspartei liegt auch knapp drei Wochen nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl in der Gunst der Wäh­le­r:in­nen der Hauptstadt weit vorne. In einer Umfrage der Meinungsforschungsagentur Pollytix, der ersten Befragung seit der Wahl, kommt die Linke auf 25 Prozent der Stimmen und bleibt damit fast auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses von 25,7 Prozent. Drei Wochen aufgeregter Debatten um die Regierungsfähigkeit der Partei, um Antisemitismus und Clan-Kontakte haben an der Stimmung in der Stadt nichts geändert.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Das gilt auch für die Ergebnisse der anderen Parteien. Die CDU landet in der Umfrage, die der taz exklusiv vorliegt, mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. 18 Prozent der Stimmen bedeuten dabei ebenfalls einen minimalen Verlust im Vergleich zu ihrem Wahlergebnis am 20. September. Leicht über ihrem Ergebnis liegt die AfD mit 17 Prozent. Keine Veränderungen gibt es bei der Zustimmung für die Grünen mit 12, der SPD mit 10 und dem BSW mit 5 Prozent.

Gefragt wurde auch danach, wer in Berlin die zukünftige Regierung anführen soll. Dabei sprechen sich 43 Prozent der Ber­li­ne­r:in­nen für Elif Eralp und die Linkspartei aus. 37 Prozent hätten lieber ein von der CDU unter Steffen Evers geführtes Bündnis. Während in der Wäh­le­r:in­nen­schaft von Linkspartei und Grünen die Präferenz für Rot-Grün-Rot mit 97 beziehungsweise 69 Prozent deutlich überwiegt, ist das Bild bei den Wäh­le­r:in­nen der Sozialdemokraten gespalten: Hier tendieren 42 Prozent zu einer Kenia-Koalition unter Steffen Evers, 34 Prozent wollen einen linken Senat mit Elif Eralp.

Beliebteste Option: Neuwahlen

Vollends überzeugen kann derweil keine der möglichen Optionen. Während eine Regierung aus Linken, Grünen und SPD von 46 Prozent aller Befragten als eher oder sehr gut bewertet wird, sehen 50 Prozent diese Option negativ. Eine Kenia-Koalition wird noch deutlich schlechter bewertet: 36 Prozent finden sie positiv, 60 Prozent dagegen eher oder ganz schlecht. Beliebter ist da sogar die Option Neuwahl, der 47 Prozent positiv und 49 Prozent negativ gegenüberstehen.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Für die Wahlumfrage von Pollytix, beauftragt von der progressiv ausgerichteten Kampagnenagentur The Goodforces, wurden in der ersten Oktoberwoche etwa 1.500 Berliner Wahlberechtigte ab 16 Jahren befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten. Dies bedeutet, dass die tatsächlichen Werte mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent maximal 2,5 Prozentpunkte über oder unter den ermittelten Werten liegen.

Mehr zum Thema

1 Kommentar

  • Nina Janovich

    Es ist beruhigend, dass Berliner:innen sich nicht kirre machen lassen von einer medial verstärkten Kampagne, welche die Linke völlig überdreht als Hauptgefahr für Demokratie und Wohlstand stilisierte. Aber schon die Wahlanalysen zeigten: Die Linke hat eine solide Mehrheit und punktete mit Themen, die in einer vor neoliberalen Zeit von der SPD vertreten wurden. Von arbeitslos über Arbeiter bis Angestellte mit höherem Einkommen aus allen drei Gruppen wählte eine Mehrheit die Linke. Sie wurde nicht wegen sondern trotz antisemitischer Ausfälle gewählt, ihre Wählerschaft hat in Umfragen die geringste Neigung zu antisemitischen und rassistischen Einstellungen. Eine Aufarbeitung wie in der Linken wünscht man sich nun auch von allen anderen, allen voran der CDU. Deren Landesverband in Sachsen-Anhalt gerade die entscheidenden Stimmen für einen AfD-Landtagspräsidenten (mit gesichert antisemitisch und rassistischer Einstellung) lieferte.