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Kinder fragen, die taz antwortetWie viel hat das teuerste Auto der Welt gekostet?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Liam-León, 10 Jahre alt.

Lieber Liam-León, am 5. Mai 2022 wurde im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart ein Rekord aufgestellt. Im Licht der Scheinwerfer erstrahlte dort ein silbernes Auto mit zwei Türen, die sich nicht zur Seite öffnen, sondern nach oben schwingen. Begeisterte Auto- und Kunstsammler versammelten sich drumherum. Sie machten Angebote, wie viel sie für den Wagen zahlen würden. Derjenige, der am Ende den höchsten Preis nennt, gewinnt – so funktioniert das bei einer Versteigerung. An diesem Abend trieben die Leute den Preis in irrsinnige Höhen. Am Ende wird das teuerste Auto der Welt verkauft.

Das Auto trägt den Namen Mercedes-Benz 300 SLR „Uhlenhaut Coupé“, gebaut wurde es im Jahr 1955. Sein Preis: 135 Millionen Euro. Dafür könnte man rund 4.500 normale Familienautos kaufen. Was macht einen Wagen so extrem wertvoll?

Zum einen ist das Auto sehr selten. Rudolf Uhlenhaut, der damalige Technikchef von Mercedes, fertigte mit seinem Team nur genau zwei Exemplare an. Eines steht bis heute im Museum, das andere wurde verkauft. Zum anderen steckt in dem Flitzer die beste Technik seiner Zeit: Sein Motor hat über 300 PS und beschleunigt den Wagen auf bis zu 290 Kilometer pro Stunde. Ursprünglich sollte er sogar bei einem großen Rennen in Mexiko starten. Doch das wurde abgesagt und Mercedes zog sich wenig später aus dem Rennsport zurück. So machte Rudolf Uhlenhaut das Auto kurzerhand zu seinem eigenen Dienstwagen.

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Mit dem Geld aus der Versteigerung hat Mercedes 2023 ein weltweites Förderprogramm gegründet. Dabei bekommen junge Menschen eine finanzielle Unterstützung, wenn sie sich in der Umweltforschung engagieren und gegen den Klimawandel kämpfen, also eher keine Autos wie den Uhlenhaut durch die Gegend fahren.

Dieser ist übrigens mit großem Abstand das teuerste Auto der Welt. Das zweitteuerste ist der Mercedes-Benz W 196 R „Stromlinienwagen“, der vergangenes Jahr für rund 52 Millionen Euro in Stuttgart versteigert wurde. Platz drei und vier gehen an Ferrari, die 2018 und 2023 Autos für jeweils 43 und 45 Millionen Euro verkauften. Verrückt, sich vorzustellen, dass der Uhlenhaut einem offensichtlich sehr reichen Menschen mehr als dreimal so viel wert war, oder?

Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an: kinderfragen@taz.de.

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