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Debatte um den Film „Naza“ über IDFÖl ins Feuer

Die kritischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor haben in Israel viel ausgelöst. Hilft der Film womöglich sogar unfreiwillig Netanjahu?

Der Dokumentarfilm „Naza“ hat seit seiner Premiere in Venedig am 10. September heftige Reaktionen ausgelöst. Was bei dem Thema nicht überrascht. Immerhin melden sich darin ehemalige Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) anonym zu Wort. Ihre Schilderungen laufen auf den Vorwurf hinaus, dass die IDF beim Kampf gegen die Hamas in Gaza bereitwillig hohe Zahlen ziviler Opfer in Kauf genommen habe.

Die IDF haben darauf angekündigt, rechtliche Schritte gegen den Film zu prüfen. Sie werfen ihm verzerrte Darstellungen von Fakten vor. Juristen fordern wiederum eine unabhängige Prüfung der im Film erhobenen Vorwürfe.

Den Regisseuren Yuval Abraham und Rachel Szor wird in Israel unterdessen Verrat vorgeworfen. Dass Abraham und Szor mit ihrem Film die Regierung Israels und die IDF kritisieren wollen, ergibt sich aus dem Material selbst. Sie sprechen sich offen für einen Wandel der Politik Israels aus. Dass sie mit „Naza“ auch dazu beitragen wollen, die Regierung Benjamin Netanjahus bei den Parlamentswahlen Ende Oktober zu schwächen, ist sehr wahrscheinlich.

Verschwörungstheorien von Rechts

An solch einer möglichen Wirkung des Films gibt es aber Zweifel. Der israelische Journalist Shalom Yerushalmi äußerte in The Times of Israel sogar die Befürchtung, dass Abraham und Szor mit ihrem Film der Regierung Netanjahu helfen könnten, im Amt zu bleiben.

Von rechter Seite kursierten im israelischen Wahlkampf derzeit Verschwörungstheorien, dass es Verrat unter Sicherheitsbeamten gegeben habe, der die Terrorangriffe der Hamas vom 7. Oktober 2023 ermöglicht hätte. Der Film „Naza“ sei Öl ins Feuer dieser Kampagne. Kritiker Netanjahus, die unfreiwillig Wahlkampfhilfe für den Premierminister leisten? Das wäre eine fatale Ironie.

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3 Kommentare

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  • Janix

    Die Netanyahu-Medienmaschine ist unverändert aktiv und bösartig. Die wird alles drehen und Israelis eine Wagenburg einreden, wo nur Netanyahus Verbrechen gedeckt werden sollten. Wo er nur nicht in die Den Haager Zelle will.



    Diese erwähnte Verschwörungstheorie ist von Sara Netanyahu öffentlich gestreut worden.



    Richtig ist laut Haaretz, dass Netanyahu von einem befreundeten arabischen Land vier Tage vor dem 7.10. gewarnt wurde und nichts tat oder weitergab. Dummheit, Überheblichkeit oder Kriegslust?

    Ich bin gespannt auf den Film.

  • Arne Babenhauserheide

    Wenn Gruppen von außen massiv dämonisiert werden, rücken sie zusammen. Das ist ja nicht neu.

    Deswegen wäre die effizienteste Art, gegen Gewalt in Gaza durch die Israelische Seite vorzugehen, die Dämonisierung von „Zionisten“ zu beenden, und Juden stattdessen glaubwürdig zu vermitteln, dass sie weltweit willkommen sind.

    • Janix

      @Arne Babenhauserheide:

      Bzw. diese Zusammenziehung und Verwechslung von Israel und Jude umsichtig vermeiden, die Hamas und Netanyahu ständig propagieren.



      Juden wie Palästinenser willkommen heißen hier wie hoffentlich auch dort in der Region.