Ukrainekrieg : Nicht nachlassen, bitte
Die Ukraine braucht weiter militärische Unterstützung aus Europa – gerade weil die USA unzuverlässig geworden sind.
E in Ende des Krieges in der Ukraine ist nach mehr als viereinhalb Jahren nicht in Sicht: Erst an diesem Wochenende attackierten die ukrainischen Streitkräfte Russland mit Hunderten Drohnen. Im Gegenzug reagierte Moskau mit Raketenbeschuss und hat wie an so vielen Tagen die Zivilbevölkerung in der Ukraine im Visier.
Und die Verbündeten der Ukraine? Schauen zu und sind vor allem mit sich selbst beschäftigt. In den vergangenen Tagen sind verstärkt Drohnen in den Nato-Luftraum eingedrungen, zuletzt in Lettland und Rumänien. Beides Mal wurden die Flugobjekte abgeschossen; es wird ermittelt. Nicht ausgeschlossen, dass es sich erneut um ukrainische Drohnen handelte auf dem Weg nach Russland, die dann bewusst vom Weg von ihrer eigentlichen Route abgelenkt wurden. In die Ereignisse reiht sich der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig ein, bei dem offenbar nur mit Glück eine Katastrophe mit Toten und Verletzten abgewendet werden konnte. Verwirren, beschäftigen, ablenken: ein beliebtes Instrument im russischen Kriegsdrehbuch.
Es bleibt dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und seinen Streitkräften derzeit nichts anderes übrig, als in die Offensive zu gehen – mit dem Kriegsgerät, das ihnen derzeit zur Verfügung steht. Denn in der Ukraine mangelt es vor allem an Patriot-Systemen und den passenden Abfangraketen. Die sind aber die beste Luftabwehr gegen die ballistischen Raketen Russlands. Eigentlich hatte US-Präsident Donald Trump zugesagt, dass die ukrainischen Streitkräfte die Freigabe über die Lizenz zum Bau solcher Raketen bekommen. Aber wen interessieren schon Vereinbarungen zu Beginn des Sommers. Trump jedenfalls nicht.
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Diese Haltung sollten die Verbündeten in Europa nicht an den Tag legen, sondern sich über weitere Unterstützung seitens der Ukraine verständigen. Die Verwirrtaktiken zu Hause – Stichwort Drohnenvorfälle – machen sie umso dringlicher.
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