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Kremlkritiker in Polen getötetPutins Auftragsmörder im Verdacht

Semjon Skrepetski fertigte als Künstler Karikaturen von Russlands Machthaber Wladimir Putin an. Nun wurde er in Polen erschossen. Medien sprechen von einer „politischen Hinrichtung“.

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Meduza öffnet mit dem folgenden Beitrag ein Fenster nach Russland. Den ganzen Text inklusive verschiedener Karikaturen finden Sie hier auf Russisch.

In Polen ist der russische Aktionskünstler Semjon Skrepetski getötet worden. Die Tat habe sich am 15. Juni auf einem Parkplatz in der Stadt Biała Podlaska ereignet, nur wenige Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt. Der polnische Radiosender RMF FM berichtet, dass der Täter zunächst mehrere Schüsse aus nächster Nähe auf den Künstler abgegeben habe. Anschließend soll er einen weiteren Schuss abgefeuert haben, als Skrepetski bereits am Boden lag. Danach soll der Täter geflüchtet sein.

Die Polizei teilte mit, dass die Identität des Opfers festgestellt worden sei; es handle sich um einen 44-jährigen russischen Staatsbürger. Den Namen des Getöteten nannten die Behörden jedoch nicht. Bei den Ermittlungen wurden bislang zwei belarussische Staatsbürger festgenommen. Mehrere Personen könnten an der Tötung des Künstlers beteiligt gewesen sein.

In der Nähe des belarussischen Generalkonsulats in Biała Podlaska wurde einer der Verdächtigen festgenommen. Laut DzikMedia, dem Telegramkanal der belarussischen Oppositionellen, versuchte der Mann, über den Zaun auf das Gelände des Konsulats zu gelangen, was ihm jedoch nicht gelang.

Wie DzikMedia unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, soll es sich bei dem Festgenommenen um einen belarussischen Taxifahrer handeln. Er soll jene Personen von Warschau nach Biała Podlaska gebracht haben, die möglicherweise in die Ermordung Skrepetskis verwickelt waren. Von deren Absichten habe er, wie er selbst sagt, nichts gewusst.

Familie des Getöteten unter Polizeischutz

Laut polnischen Medien wurde die Familie von Semjon Skrepetski (er hinterlässt eine Ehefrau und vier Kinder) nach der Tat unter Polizeischutz gestellt. Skrepetski war Künstler und Karikaturist, der sowohl die Machthaber in Russland und Belarus als auch die russische Opposition verspottete. „Semjon Skrepetski“ war sein Pseudonym, sein tatsächlicher Name soll Robert Kusowkow sein. Öffentlich bestätigt oder offengelegt hat der Künstler diese Angaben jedoch nie.

Skrepetski zeichnete Karikaturen russischer Politiker, darunter Wladimir Putin und Ramsan Kadyrow. Aus Angst vor politischer Verfolgung verließ er Russland 2021 und zog nach Polen. Gleichzeitig kritisierte Skrepetski nicht nur den Kreml, sondern auch die russische Opposition und die ukrainischen Behörden.

Deshalb war Skrepetski offenbar auch in der ukrainischen Datenbank von Mirotworez erfasst. Die Datenbank wird von der gleichnamigen nichtstaatlichen Organisation betrieben, die sich der Erforschung von mutmaßlichen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ der Ukraine widmet.

In Skrepetskis Eintrag auf Mirotworez heißt es unter anderem, dass „buchstäblich täglich“ Beiträge auf seinem Telegram-Kanal erschienen, die darauf abzielten, eine negative Haltung gegenüber der Ukraine und den Ukrainern zu erzeugen.

Wenige Tage vor seinem Tod führte Skrepetski eine Protestaktion vor der russischen Botschaft in Berlin durch und erhielt anschließend Drohungen. Am 12. Juni brachte der Künstler ein Gemälde zum Gebäude der russischen Botschaft, das Putin auf Stalins Armen zeigte.

Skrepetski wurde bedroht

Dabei trug Skrepetski eine Uniformjacke mit Orden, Bastschuhe und eine Uschanka. Aus einer Öffnung auf der Rückseite seiner Hose ragte eine russische Flagge. Wenige Stunden vor seinem Tod veröffentlichte er auf seinem Telegram-Kanal mehrere negative Reaktionen, die er nach der Aktion erhalten hatte. Unter den Kommentaren befanden sich auch Drohungen. Polnische Medien bezeichnen die Tötung Skrepetskis als „politische Hinrichtung“.

Der polnische Nachrichtensender wPolsce24 veröffentlichte zudem eine Auswahl von Kommentaren polnischer Journalisten. Darin ist von „Putins Auftragsmördern“ und einer Jagd ausländischer Geheimdienste auf „die falschen Russen“ die Rede. Bislang haben die polnischen Strafverfolgungsbehörden jedoch offiziell keine Version oder Hypothese zum Motiv der Tötung von Skrepetski vorgelegt.

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5 Kommentare

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  • Wenn ein faschistischer Staat seine Kritiker vertreibt oder umbringen lässt, zeigt er der Welt neben der Fratze des Terrors doch nur wie unfähig und schwach er eigentlich ist.

    • @Oleg Fedotov:

      Ich glaube da machen sie es ich zu einfach, zum einen ist da der Terror dem andere Oppositionelle dadurch ausgesetzt sind zum anderen wirkt das nach Innen stark und auch andere Diktaturen nehmen das positiv war. Ausserdem laesst es Euopa schwach aussehen. Ist schoen wenn Deutschland jedes Jahr Milliarden fuer Wirtschaftsfluechtlinge ausgibt aber man muesste deutlich mehr Geld in Verfassungsschutz und BND investieren damit die solche Menschen die wirklich Schutz brauchen schuetzen.

  • Spekulationen?



    Tiergarten



    Skripal



    Nawalny



    Etc.

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Das wird die üblichen Verdaechtigen nicht davon abhalten zusagen, man weiss es nicht genau und man sollte nicht vorschnell urteilen etc. Und selbst wenn es 100% nachgewiesen ist man muss ja mit Russland reden und Sanktionen treffen die Falschen etc.

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Ich vergass:



      Anna Politkowskaja