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Trump im IrankriegIn die Sackgasse gelogen

Bernd Pickert

Kommentar von

Bernd Pickert

Sogar Trumps Anhänger begreifen nun, dass der US-Präsident alles andere als ein genialer Dealmaker ist. Das iranische Regime steht solide da.

Ein miserabler Stratege: US-Präsident Donald Trump im Oval Office am 23. April Foto: Kylie Cooper/reuters

F ast zwei Monate sind seit Beginn des Angriffs der USA und Israels auf Iran vergangen. Die Bilanz ist verheerend, für die Region, die globale Ökonomie – und die Vereinigten Staaten. Donald Trump hat die USA mit diesem Krieg in eine Sackgasse manövriert, aus der heraus kaum ein Weg erkennbar ist.

Es ist müßig, sich erneut über das erratische Verhalten des Präsidenten, seine wahnwitzigen Postings, seine mitunter stündlichen Wechsel politischer Positionen oder Kriegsziele aufzuregen. Auch seine vollkommen haltlosen Behauptungen etwa über den imaginierten Stand von Verhandlungen mit dem iranischen Regime sind inzwischen durchschaubar geworden. Nur die allerverblendetsten Trump-Jünger faseln noch davon, der Präsident spiele „fünfdimensionales Schach“, dessen Genialität eben ein normaler Mensch gar nicht begreifen könne.

Für die große Öffentlichkeit, einschließlich der republikanischen Wähler*innenschaft, haben die letzten acht Wochen die Offenbarung bedeutet: Trump ist nicht nur kein brillanter Dealmaker. Er ist im Gegenteil ein miserabler Stratege, der sich mit Speichelleckern und Jasagern umgibt und dessen Kurzsichtigkeit und Ignoranz gegenüber jeder fachlichen Expertise die USA in die jetzige Lage gebracht hat. Neu ist, dass nicht einmal Trump es noch vermag, sich aus dem offenkundigen Desaster herauszulügen.

Iranisches Regime steht vergleichsweise solide da

Das iranische Regime hingegen, personell durch die vielen Tötungen hoher Führungsfiguren kräftig durchgeschüttelt, steht vergleichsweise solide und kohärent da. Ein Machtsystem, dem das Wohl des eigenen Volks herzlich egal ist und das sich nicht dem Wählerwillen stellen muss, kann es sich leisten, dass durch die US-Blockade der iranischen Häfen die eigene Wirtschaft ins Taumeln gerät.

Solange die Straße von Hormus für alle gesperrt ist, kann Teheran darauf hoffen, dass es für den Rest der Welt dringlicher ist, eine Öffnung zu verhandeln, als für Iran. Trump glaubte, das Regime wegbomben zu können – und hat ihm stattdessen ein größeres Druckmittel an die Hand gegeben, als es die Mullahs und Revolutionsgardisten je hatten.

Unterdessen leiden diejenigen, denen Trump am Tag des Kriegsbeginns versprochen hatte, bald würden sie die Geschicke ihres Landes in die eigenen Hände nehmen können, am stärksten unter der Situation. Das Internet in Iran ist seit über 50 Tagen blockiert, die Infrastruktur ist angegriffen – und die Repression massiver denn je. Erneut ist in den vergangenen Wochen die Zahl der Hinrichtungen Protestierender gestiegen.

Die militärischen Fähigkeiten des Regimes zur Bedrohung der Nachbarländer mögen geschwächt sein, umso mehr richtet sich die Gewalt nach innen. Die Chance auf einen demokratischen Umsturz in Iran scheint seit dem 28. Februar nicht größer, sondern kleiner geworden zu sein.

Interesse an Demokratie in Iran kaum spürbar

Trump selbst scheint im Übrigen an einer demokratischen Befreiung Irans auch keinerlei Interesse zu haben – Deals, wie er sie sich vorstellt, sind mit stabilen Diktaturen leichter auszuhandeln als mit aufstrebenden Demokratien. Was Trump aber tatsächlich am Verhandlungstisch erreichen will – und kann –, bleibt immer noch unklar.

Ein weiteres, international überwachtes Moratorium zur Urananreicherung, die Herausgabe der bereits vorhandenen 400 Kilogramm hochangereicherten Materials und die Öffnung der Straße von Hormus im Austausch gegen eine Lockerung der Sanktionen und definitives Ende der Angriffe?

Dann herzlichen Glückwunsch zur Wiederherstellung der Verhältnisse von vor 2018, als Trump während seiner ersten Amtszeit den Atomdeal mit Iran aufkündigte. Mit dem unnötigen, von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seit mindestens zwei Jahrzehnten herbeigesehnten Krieg gegen Iran hat Trump die Position der USA in der Welt weiter geschwächt.

Wer gleich zweimal zu militärischen Mitteln greift, während er gerade noch am Verhandlungstisch sitzt, dem wird nicht getraut. Wer in Fragen von Krieg und Frieden derartig kurzsichtig und dumm agiert, mit dem will man auch nicht verbündet sein.

Rund eine Milliarde Dollar pro Tag hat die USA der Irankrieg bislang gekostet. Die Wiederauffüllung der US-Munitionsdepots bringt den entsprechenden Rüstungsbetrieben Aufträge für mehrere Jahre. Wenigstens sie können sich als Gewinner fühlen.

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Bernd Pickert
Auslandsredakteur
Jahrgang 1965, seit 1994 in der taz-Auslandsredaktion. Spezialgebiete USA, Lateinamerika, Menschenrechte. 2000 bis 2012 Mitglied im Vorstand der taz-Genossenschaft, seit Juli 2023 im Moderationsteam des taz-Podcasts Bundestalk. Bluesky: @berndpickert.bsky.social In seiner Freizeit aktiv bei www.geschichte-hat-zukunft.org
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28 Kommentare

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  • Das Foto vom pennenden und sabbernden Trump stammt aus der Pressekonferenz, in der JFKj der Weltöffentlichkeit erklärte, warum eine Steigerung von 100$ auf 600$ gleich 600% sind. Und umgekehrt sei es eben genau so.



    Also von 600$ auf 100$ sei ein Minus von 600%.



    Trump: "Stimmt".



    Das ist die Gang, die die USA regiert.

  • Mit Menschenrechten haben es Trump & seine Konsorten eh nicht so.



    Es ist grundsätzlich in Frage zustellen, ob diese Junx's überhaupt wissen was Menschenrechte sind ?

  • Mich wundert, daß die enormen Schäden, die Trump und Netanjahu in der gesamten Weltwirtschaft durch die von ihnen durch ihren völkerrechtswidrigen Angriff leichtfertig provozierte und verschuldete Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran anrichten, kaum adressiert werden. Eigentlich sollte von den USA und Israel vorsorglich jetzt schon mal Schadenersatz in unbegrenzter Höhe gefordert werden.

    Umgekehrt will Trump absurderweise Natostaaten "bestrafen", weil sie ihn in seinem völkerrechtswidrigen Vorgehen nicht unterstützen; nicht mal unterstützen dürfen. Woher sein Drang gespeist wird, laufend und bei jedem Anlass sabbernd von "Bestrafungen" zu phantasiere wäre tiefenpsychologisch auch mal interessant. Vielleicht auch für seine Wähler. Falls sie es denn verstehen würden.

    Und Netanjahu lacht sich eins, weil er einen nützlichen Idioten gefunden hat, der ihm im Iran die Drecksarbeit abnimmt. So kann er nebenbei in Palästina und im Libanon seine und die Pläne seiner nationalradikalen Regierung weiterverfolgen, nämlich (ebenfalls völkerrechtswidrig) sein Staatsgebiet zu vergrößern. Feuchte Träume auch von Putin und Trump. China trinkt erst mal in aller Ruhe Tee und wartet ab.

  • "Trump glaubte, das Regime wegbomben zu können – und hat ihm stattdessen ein größeres Druckmittel an die Hand gegeben, als es die Mullahs und Revolutionsgardisten je hatten."



    Teheran wusste immer welches Druckmittel sie hatten mit der Straße von Hormuz, nur haben sie sich das nie getraut einzusetzen. Teheran wäre es sonst genau so ergangen wie damals den Irak, als Saddham Hussein Kuwait besetzte, der Irak agierte selbst Völkerrechtswidrig und besetzte Kuwait, die NATO intervenierte, es ging natürlich nie um Kuwait sondern nur um das Öl aus Kuwait. Wenn Teheran ohne äußere Einflüsse die Straße von Hormuz einfach geschlossen hätte, dann hätte sich wieder eine Allianz gegen Teheran gebildet in Form der NATO, die dann wieder interveniert hätte, und das iranische Regime wäre jetzt schon Geschichte. Teheran wurde angegriffen Völkerrechtswidrig, also hatten sie einen plausiblen Grund sich zu wehren, und jetzt erst mit Hilfe der dummen Amerikaner und Israelis haben sie erst die Möglichkeit erhalten und bekommen dieses machtvolle Instrument einzusetzen, mit der Straße von Hormuz haben sie jetzt alle Trümpfe in der Hand, und mit einem Erpressungspontial das uns alle zu ihren Geiseln macht.

  • Zwei Anmerkungen:

    Die iranischen Förderanlagen sind sanktionsbedingt auf dem technischen Stand von vor Jahrzehnten.



    Die Blockade der iranischen Ölexporte sorgt daher für mehr Schaden, als dies in den Emiraten und im Irak der Fall ist: Die iranischen Bohrlöcher sind nach einem Förderstopp deutlich schwerer - im besten Fall gar nicht mehr - wieder zu öffnen.

    Die leeren Munitionsbestände der USA sind nicht nur eine Freude für Rüstungsunternehmen. Sie sind destabilisieren gleichzeitig die bisherige geostrategische Macht der sogenannten westlichen Welt. Das mag auch den progressiven Kräften zu gute kommen, die bisher unter der US-Hegemonie gelitten haben - oder schlicht den afghanischen Hochzeiten und anderen 'Kollateralschäden' dieser Sicherheitspolitik. Ganz gewiss verringert es aber jetzt schon direkt die Abschreckungswirkung auf totalitäre und terroristische Organisationen. Diese Tatsache wird sich nicht mit der nächsten Wahl oder dem nächsten Präsidenten ändern. Die Trump-Administration hat in wenigen Wochen nicht nur einen Krieg verloren sondern auch die konventionellen Munitionsbestände in historischem Ausmaß dezimiert - auch eine Form von Kettensägen-Libertarismus...

  • Amerika ist die Spitze der Wohlstandsverwahrlosung. Mächtige Geschäftsleute träumen von einer Umgestaltung der Demokratie, wo nur noch Dealmaker Entscheidungen treffen und der Rest nur noch Bedienstete sind oder Soldaten. So gestalten sie die sozialen Medien zu Lügenmaschinen, wo am Ende keiner mehr weiß was wahr oder gelogen ist. Und aus diesem Grunde haben sie den größten Lügner der Welt protegiert und durch allerlei Manipulationen in's Amt gehievt. Natürlich sind die Wähler dafür mitverantwortlich. Aber allmählich begreifen Viele, was sie da angerichtet haben. Bleibt zu hoffen, dass das lehrreich war.

  • Soso… Das wird er also tun?

    Ich glaube ja er macht eher wieder etwas mit dem niemand gerechnet hat… Irgendwas auf das wirklich nur er kommen konnte…

  • Wer "lying T.A.C.O." überhaupt noch etwas glaubt, dem ist nicht zu helfen. Ich habe noch nie seit Honecker einen Politiker erlebt, der so viel lügt. Nur war Honecker eine Marionette und Trump leider ein sehr mächtiger Mann.

  • Die US-Bürger haben einen der Ihresgleichen in ihr höchstes Amt gewählt. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    • @Alberta Cuon:

      Waren sie überhaupt schon mal länger in den USA, oder kam das jetzt so aus der Hüfte geschossen?



      Ich war lange und oft geschäftlich in den USA und kann ihnen sagen, dass die Mehrheit der USA-Bürger sehr freundlich und weit weg von Trumps Arroganz ist. Selbst die Fans der Republikaner sind privat völlig anders und bei weitem nicht so extrem wie bei Partei-Auftritten. Das Fernsehen vermittelt hier einen flachen Eindruck, weil es bevorzugt die Extreme zeigt. Aber was solls, viele Amerikaner meinen auch hier in Deutschland laufen überall nur Nazis herum.

  • Trump fehlt das Format und die nötige Ausdauer für eine konstruktive Lösung in diesem Krieg.

    Einen echten, nachhaltigen Frieden wird es in der Region erst unter den folgenden Bedingungen geben können:



    1. Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967



    2. Anerkennung Palästinas (vollständiges, nicht fragmentierte Gebiete in der Westbank und Gaza)



    3. Libanon mit robustem staatlichen Gewaltmonopol, d.h. ohne Hisbollah



    Völlig utopisch? Dann wird das Morden, Zerstören und Sterben immer weitergehen.



    Es wäre schon hilfreich, wenn die EU ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten nutzen würde, um auf beide Seiten mäßigend einzuwirken.



    Wirtschaftssanktionen gegen Israel, solange es seinen Vernichtungskrieg im Libanon, Gaza und Iran fortsetzt.



    Angebot an den Iran, die Sanktionen aufzuheben, wenn das Land und seine Proxis sich friedlich und kooperativ verhalten...

    • @Der Anfang:

      Der Wunsch nach einer Gesamtlösung für den Nahen Osten ist verständlich, aber Ihr Ansatz verschmilzt drei verschiedene Konflikte zu einem Bedingungsknäuel, in dem jede Partei mit irgendeinem Veto-Hebel jeden Fortschritt, jede Teillösung blockieren kann. Und so bleibt alles ungelöst.

      Das Iran-Angebot funktioniert außerdem nicht: Sanktionserleichterungen werden sofort real wirksam, die geforderte Gegenleistung – friedliches Verhalten der Proxies, insbesondere von Hamas und Hisbollah – kann das Regime in Teheran aber gar nicht garantieren. Die Proxy-Beziehung lebt ja gerade davon, dass die Proxies auch autonom operieren und sich distanzieren können.

      Vor allem aber: Den Libanoneinsatz und den Irankrieg als israelischen ‘Vernichtungskrieg’ zu bezeichnen, ist sachlich falsch. Das ist keine Analyse, sondern Framing – und das bringt uns keiner Lösung näher, sondern ist ein Teil des Problems.

    • @Der Anfang:

      Wollen Sie die drei von Ihnen genannten Punkte wirklich umgesetzt sehen, muss jetzt viel stärkerer internationaler Druck auf Israel ausgeübt werden als bisher.



      Da die USA als mäßigender Faktor gegenüber Netanyahu faktisch ausfallen, muss es jetzt die EU sein, die mit den Wirtschaftssanktionen Ernst macht. Und innerhalb der EU darf sich Deutschland dabei nicht länger als Bremser erweisen.



      Die bisherigen Erfahrungen mit dieser israelischen Regierung zeigen leider, dass sie alle Ermahnungen (auch die gutmeinenden von deutscher Seite), ihre völkerrechtswidrige Politik zu stoppen, komplett ignoriert.



      Bis vor kurzem habe ich mir nicht vorstellen können, harte Sanktionen gegen Israel zu befürworten, die über den Stop von Waffenlieferungen hinausgehen und die beispielsweise auch die wissenschaftliche Kooperation zwischen Deutschland und Israel betreffen. Inzwischen denke ich, dass es eine Notwendigkeit ist, solche Sanktionen auszusprechen, die Israel wirklich weh tun.



      Vielleicht ist dort dann ein politischer Wechsel und eine außenpolitische Kurskorrektur möglich, v.a. was die Haltung gegenüber den Palästinensern betrifft.

  • Alles richtig. Aber noch gibt es halt die Medien, die von fünfdimensionalen Schach schwafeln und die Fans, die ihm seine Volten und seinen Größenwahn verzeihen - was für eine Empörung und Hass würde es geben, wenn Biden annähernd so agieren würde. Aber er schafft es längst nicht mehr alles durchzusetzen und ist sogar bei dem Lieblingsinstrument, tariffs, zurückhaltend. Es gab doch einiges an Gegenwind durch funktionierende Strukturen. Leider sind nur Ja-Sager um ihn herum und die anderen Reps trauen sich nicht aus der Deckung. Die Macht ist doch zu schön.

    Aber es gibt Hoffnung für die nächsten Wahlen.

    • @fly:

      Wenn es denn nächste Wahlen gibt in den USA.

      • @Perkele:

        Im Hintergrund läuft bereits stark angetrieben und forciert von der jetzigen Administration der USA, das Wahlrecht so zu verändern das die nächsten Wahlen in den USA, zur Farce verkommen werden wenn diese Veränderungen durch gehen!

  • Die tumben Amis werden ihn weiter wählen

    • @ Christoph:

      Alle Amerikaner pauschal über einen Kamm zu scheren und als "dumme Amis" zu bezeichnen zeugt von üblen Vorurteilen. Da hilft auch das verstecken des Wortes "dumm" durch tumben nicht. Waren sie überhaupt schon mal dort um sich dieses Urteil bilden zu dürfen?

    • @ Christoph:

      Stimmt. Aber ihre Anzahl ist inzwischen auf unter 30% gesunken. So AfD-Niveau in D.

  • Genau!



    Treffender kann das nicht beschrieben werden.



    Peinliche Randfiguren sind nur noch Mensch Merz, der beim ersten Aufschlag von Dank für die Drecksarbeit und in Satz zwei von der Atomaren Gefahr faselte, sowie der Möchtegernverteidigungsundleidernuraußenminidter, der die „Differenzen mit den USA für ausgeräumt“ erklärte.



    O.k. Trumps Inkompetenzkabinett ist schwer zu toppen, aber die Union „ war stets bemüht“ im Speichellecken, dumme Bemerkungen machen oder Fehlinschätzungen treffen dem großen Vorbild gerecht zu werden…

    • @Philippo1000:

      Der notorisch unkritische Transatlantizismus der Merz-CDU (in bester Eintracht mit NATO-Generalsekretär Rutte) - von mir aus nenne man es auch gerne Speichelleckerei - ist halt Trumps bester Garant dafür, die Europäer weiter gegeneinander ausspielen zu können.



      Widerspruch vom Koalitionspartner SPD? Auch in diesem Fall Fehlanzeige. Lobend hervorheben möchte ich lediglich die mehrfachen kritischen Äußerungen von Herrn Ahmetovic, dem außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.



      Aber was nutzt es, wenn die Parteispitze sich nicht sehr deutlich öffentlich hinter die Positionen ihres Außenpolitikers stellt.



      Nun ja, man möchte wohl auch auf diesem Feld keinen weiteren Koalitionsstreit und möglicherweise Bruch der Koalition mit der Union riskieren. Damit vergibt die SPD allerdings eine weitere Chance, sich politisch wieder zu profilieren und ihren Sinkflug in die Bedeutungslosigkeit aufzuhalten.

  • Trump ist ein extrem guter Wahlkämpfer, und ein Hasadeur und Bluffer.



    Überall, wo diese Taktiken nicht verfangen, steht er ziemlich blank da. Zb in Bezug auf China, Russland oder jetzt eben Iran. Strategisch oder geopolitisch ist er eine Null.



    Eher schon erstaunlich, dass er gegenüber Europa mit seinem Vorgehen so weit gekommen ist. Seit 1,5 Jahren kuschen die Europäer fast ohne Ende, und geben ihm grosse Zugeständnisse auf dem Silbertablett.

    • @T-Rom:

      So erstaunlich ist das gar nicht.

      Europa ist seit 80 Jahren mit den USA wirtschaftlich verflochten und strategisch abhängig. China, Russland und Iran sind geopolitische Rivalen.

    • @T-Rom:

      Hätte Europa auch in den Handelskrieg eintreten sollen?

    • @T-Rom:

      Die Europäer haben v.a. Angst vor einem Zerfall der NATO. Nicht so sehr wegen einer Bedrohung, die von den USA selbst ausgehen könnte, sondern weil ihnen dann der amerikanische Schutzschirm gegen die imperialen Ambitionen Russlands weg brechen würde.



      Wobei davon besonders die Länder betroffen wären, die einst direkt zum sowjetischen Herrschaftsraum gehörten, also die baltischen Staaten



      In den weiter entfernteren ostmitteleuropäischen Ländern scheint man diese Gefahr schon nicht mehr als so dramatisch einzuschätzen. Polen vertraut v.a. auf seine eigene militärische Stärke, die Russen schon in ihre Schranken weisen zu können. In Tschechien, der Slowakei und jetzt in Bulgarien zeichnet sich sogar eine (Wieder-)Annäherung an Russland ab. Die Abwahl Orbans in Ungarn kann über diese Tendenzen nicht hinwegtäuschen.



      Darüber hinaus sind die Rüstungsanstrengungen in den EU-Staaten noch nicht auf dem Level, um auf US-Unterstützung verzichten zu können, auch wenn sie auf Hochtouren laufen.



      Wachsender Widerstand gegen diesen Hochrüstungskurs und seine gesellschaftspolitischen Folgen in den meisten europäischen Ländern erschwert zudem die Abkoppelung der NATO von den USA.

  • >Mit dem unnötigen, von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seit mindestens zwei Jahrzehnten herbeigesehnten Krieg<

    Liest sich nach antisemitischer Verschwörungstheorie - ist aber nur schwer zu widerlegen.

    • @test_name:

      Klingt für mich nicht nach einer antisemitischen Verschwörungstheorie, wenn man einem Politiker eine Feindseligkeit unterstellt, die er (und die Gegenseite) seit vielen Jahren mehr oder weniger offen artikulieren.

    • @test_name:

      Das ist grundfalsch. Kritik an Netanjahu und/oder seinen Kriegsverbrechern ist keineswegs Antisemitismus. Jedoch diese Verbrechen sind es, die den Antisemitismus fördern. Viele Menschen weltweit machen diesen groben Fehler indem sie nicht differenzieren.