Klimakrise und Kosten: Wenn Versicherungen nicht mehr versichern
Die Schäden durch Naturkatastrophen steigen weiter, warnen mittlerweile auch Versicherer. Damit ist der nächste Kampf um Klimagerechtigkeit eröffnet.
H ochwasser, Gewitter und Waldbrände vernichteten im vergangenen Jahr 166 Milliarden US-Dollar – an Häusern, Feldern, Autos, Infrastruktur. Versichert waren davon 98 Milliarden US-Dollar, das Dreifache des Durchschnitts der vergangenen 30 Jahre. Das berichtet der Rückversicherer Münchener Rück, der Versicherer versichert und damit die Klimakrise in den eigenen Bilanzen sieht. Kein Wunder, dass die Versicherer weiterhin konsequent vor den Gefahren des Klimawandels warnen – nur darf niemand von ihnen die Rettung des Klimas erwarten.
Der Branchenverband der Versicherer GDV fordert schon seit Jahren von der Politik, in Überschwemmungsgebieten keine Baugenehmigungen mehr zu erteilen. Der GDV – die größte Lobbyorganisation Deutschlands – warnt vor „Katastrophen auf Wiedervorlage“ und will, dass kommunale Verwaltungen Klimafolgen in ihre Entscheidungen miteinbeziehen müssen. Denn je weiter sich die Erde erhitzt, desto mehr werden Städte und Dörfer verwüstet und desto mehr müssen die Versicherer blechen.
Das wird für viele Hausbesitzer*innen und Mieter*innen teuer. Denn wenn die Versicherer ihre Profite schützen wollen, müssen sie die Beiträge erhöhen. Hausbesitzer*innen trifft das direkt, Mieter*innen über die folgenden Mieterhöhungen. Oder die Versicherer kappen in besonders gefährlichen Regionen den Zugang zu Versicherungen ganz. Rückversicherer beginnen schon, den Versicherern keine Überschwemmungsrisiken mehr abzunehmen.
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In Deutschland schlägt der GDV vor, Versicherungen für Naturkatastrophen in einigen besonders bedrohten Gebieten zu bündeln und eine Beitragsobergrenze über einen Solidaritätsbeitrag zu finanzieren. Der Staat soll in Extremfällen ebenfalls beteiligt werden. Aber der Bund der Versicherten kritisierte, dass unter anderem Sturmfluten ausgenommen sind: Die Versicherer „werben um gute Risiken und sehen zu, schlechte Risiken auszuschließen oder loszuwerden“. Der Kampf darum, wer für die Klimaschäden bezahlt, wird auch in der Versicherungswirtschaft ausgetragen.
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