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Massenproteste in IranWeder Mullah noch Schah!

Gastkommentar von

Noshin Shahrokhi

Nicht nur das Regime, sondern auch Teile der Opposition verhindern demokratische Bestrebungen. Das Land darf nicht erneut zur Monarchie werden.

Monarchistische Stimmen erhalten im Ausland überproportional viel Aufmerksamkeit, wie hier in London, am 11. Januar 2026 Foto: Martin Pope/imago

D ie Demonstrierenden in Iran fühlen sich gerade wie ein Blatt Papier in einem Tacker. Die islamische Regierung unterdrückt die Bevölkerung systematisch von innen, während die Angst vor einem Krieg von außen wächst. Über Jahrzehnte hinweg war die Gründung politischer Parteien in Iran aufgrund systematischer Unterdrückung unmöglich. Ak­ti­vis­t*in­nen befinden sich nach wie vor in Haft. Zwar existieren immer wieder einzelne Personen, Gruppen oder Organisationen, die gegen die islamische Regierung protestieren, doch agieren sie meist isoliert. In den letzten acht Jahren kam es alle zwei bis drei Jahre zu größeren Protestbewegungen, die jeweils mit äußerster Härte niedergeschlagen wurden.

Die bedeutendste Protestbewegung der letzten Jahre war die „Frau, Leben, Freiheit!“-Bewegung. Versuche monarchistischer Gruppen, diesen Slogan durch „Mann, Patriot, Wohlstand“ zu ersetzen, blieben, zumindest bislang, erfolglos. Mittlerweile haben die Monarchisten, die sich den Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, als neues Staatsoberhaupt wünschen, erheblich an Einfluss gewonnen – insbesondere unter Exi­li­ra­ne­r*in­nen im Ausland. Sie diffamieren, auch in Deutschland, ihre Gegner, sodass viele inzwischen aus Angst darauf verzichten, ihre Meinung öffentlich zu äußern.

Bild: privat
Noshin Shahrokhi

ist Autorin, Journalistin und Religionswissenschaftlerin. Sie wurde in Iran geboren und floh als junge Frau nach Deutschland. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin, Integrationslotsin und DaZ-Lehrkraft. Sie schreibt auf Persisch und Deutsch.

Wo die Monarchistenbewegung ideologisch steht, ist eigentlich kein Geheimnis. Vor drei Jahren nahmen Monarchisten drei Gruppen in ihre Todeslisten auf – Jasmin Pahlavi, die Frau des Schah-Sohns, präsentierte ein Plakat mit der Aufschrift: „Tod den drei Verdorbenen: Mullahs, Linken, Mudschaheddin“. Die Monarchisten wollen also im Falle einer Machtübernahme ähnlich mit ihren Gegnern umgehen wie das aktuelle iranische Regime.

Vor ihrer Propaganda sollte man sich in Acht nehmen: Zu Beginn der aktuellen Bewegung am 28. Dezember 2025 manipulierten Monarchisten etwa Parolen in Videos, die im Netz kursierten. Inzwischen ist schwer zu unterscheiden, ob Rufe wie „Lang lebe der Schah“ tatsächlich von der iranischen Bevölkerung stammen oder ob sie künstlich über Videos von den Demonstrationen drübergelegt wurden.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Reza Pahlavi und seine Monarchistenbewegung stehen in einer Tradition, die mit Freiheit und Demokratie wenig zu tun hat. Reza Schah, der Begründer der Pahlavi-Dynastie und Vater des letzten Schahs, kam 1920 mithilfe Großbritanniens durch einen Militärputsch an die Macht. Im Zweiten Weltkrieg wurde er wegen seiner Nähe zum deutschen Nazi-Regime von denselben Mächten wieder abgesetzt und ins Exil geschickt. Nach seiner Absetzung wurde sein Sohn Mohammad Reza Schah zum neuen Herrscher.

Nur für eine kurze Zeit, in den frühen 1950er Jahren, erlebte Iran unter dem demokratisch gewählten Premierminister Mohammad Mossadegh mehr politische Freiheit. Doch Mossadegh wollte die iranische Ölindustrie verstaatlichen, die bis dahin vor allem von britischen Unternehmen kontrolliert wurde. Daraufhin stürzten die USA und Großbritannien seine Regierung im Jahr 1953.

Mohammad Reza Schah, der zuvor aus dem Land geflohen war, kehrte mit westlicher Unterstützung zurück und errichtete erneut eine autoritäre Herrschaft – ähnlich wie schon sein Vater zuvor. Viele Intellektuelle, Oppositionelle und Kritiker des Regimes wurden unter Mohammad Reza Schah verhaftet, gefoltert oder hingerichtet. Besonders hart ging er gegen linke und sozialistische Gruppen vor, die er als Gefahr für seine Macht betrachtete.

Auch von kultureller Freiheit konnte nicht die Rede sein. Bücher der Weltliteratur waren teilweise verboten. Wer trotzdem Romane bekannter Au­to­r*in­nen las, riskierte Gefängnis oder Folter. Während der Revolution von 1979 wurden an Universitäten – die wegen der täglichen Proteste geschlossen waren – verbotene Bücher mit neutralen weißen Umschlägen verkauft.

Trump ist nicht unser Retter

Der Sohn Mohammad Reza Schahs, Reza Pahlavi, sieht heute Donald Trump und Benjamin Netanjahu als seine Verbündeten. So begrüßt er öffentlich Trumps Drohungen gegen Iran und forderte ihn auf, den Ira­ne­r*in­nen zu helfen. Doch wie hätte diese Hilfe konkret aussehen sollen? Und warum sollten die USA überhaupt eingreifen? Die Erfahrungen aus Afghanistan, Irak, Syrien und anderen Ländern zeigen, dass US-Interventionen oft zu Krieg, Instabilität und auf lange Sicht zu neuen Diktaturen geführt haben. Sind wir wirklich so geschichtsvergessen oder mit Absicht blind für eine Geschichte, die zeigt, dass die USA uns nicht retten werden?

Israels Netanjahu-Regierung ist der zweite wichtige internationale Unterstützer Reza Pahlavis. Deshalb zeigen Mon­ar­chis­t*in­nen bei Demonstrationen nicht nur die alte iranische Königsflagge mit Löwe und Schwert, sondern auch die israelische Flagge.

Monarchistische Stimmen erhalten im Ausland, auch in Deutschland, überproportional viel Aufmerksamkeit. Linke und alternative Positionen kommen vergleichsweise wenig vor. Das beeinflusst auch die Berichterstattung in deutschen Medien auf eine gefährliche Art und Weise.

Die Iraner brauchen keinen neuen Monarchen, sondern eine Demokratie mit einem Rechtsstaat, der für alle gilt

Trotz der harten Repression engagieren sich in Iran selbst weiterhin viele mutige Menschen im Widerstand gegen das islamische Regime. Es sind diese Aktivist*innen, die noch immer im Gefängnis sitzen oder nur unter internationalem Druck freigelassen wurden, die für das tatsächliche Veränderungspotenzial im Land stehen. Dennoch werden sie kaum als Bewegung anerkannt, aus der eine politische Führung hervorkommen kann – weder von der Regierung noch von Teilen der Opposition im Ausland.

Da die Mehrheit der iranischen Bevölkerung sowohl religiöse Herrschaft als auch die absolute Macht der Monarchisten ablehnt, sollte nach dem Ende des Mullah-Regimes zunächst eine Übergangsregierung gebildet werden. In Iran gibt es ausreichend kompetente Personen, die ein solches Provisorium führen könnten, bis freie, demokratischen Wahlen abgehalten werden können.

Die Ira­ne­r*in­nen brauchen keinen aus dem Ausland präsentierten Monarchen, sondern ein demokratisches System mit einem funktionierenden Rechtsstaat, der für alle gilt – für religiöse Minderheiten, politisch Andersdenkende und für Frauen, die selbst über ihr Leben und ihre Rechte entscheiden wollen.

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67 Kommentare

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  • Schillernde Persönlichkeit?



    Bei t-online.de las ich dazu:



    "Pahlavi lobte Trump als Mann, der sich dem Frieden und dem Kampf gegen die Mächte des Bösen verschrieben habe. Er sei "das absolute Gegenteil von Barack Obama und Joe Biden". Trump sei ein Vorbild für Europa. In Anspielung auf Trumps Motto forderte er den US-Präsidenten auf: "Make Iran Great Again" (zu Deutsch: Mach den Iran wieder groß). Er bot Trump an, mit ihm zusammenzuarbeiten und selbst in den Iran zurückzukehren, sobald dies möglich sei."



    Das klingt suspekt, auch wenn es diplomatisch motiviert sein könnte.



    Die Vorbilder für Europa sucht sich Europa selbst aus, Empfehlungen von "royalen Prinzen" sind keine Eintrittskarten.

  • Ich kann nicht glauben, wie viele Kommentare hier eine mögliche Rückkehr der Monarchie POSITIV sehen. Es wäre eindeutig eine verdeckte, koloniale Machtausübung, durch die USA und Israel, den Sponsoren Pahlevis.

    Iran ist ein Land mit einem enormen wirtschaftlichen Potential (nicht nur durch das Erdöl, sondern auch durch das menschliche Potential), und ein unabhängiger Iran, ob unter Mullahs oder einer Demokratie, stellt in den Augen dieser Länder eine geostrategische Bedrohung dar.

    In Wirklichkeit ist diese Einmischung von außen doch ohnehin für den Revolutionsversuch kontraproduktiv. Das Regime kann diese dazu benutzen, den Aufstand als von außen gesteuert dazustellen und noch einmal die Tatsache ignorieren, daß die Iraner und Iranerinnen die Mullahs loswerden wollen.

  • Die Mehrheit der Iraner wünscht sich wahrscheinlich einfach ein Leben in Frieden und wirtschaftlicher Sicherheit. Ob da jetzt ein Schah oder eine anderer Politiker Staatsoberhaupt ist, wird wohl den meisten Menschen egal sein. Am lautesten melden sich natürlich die Exilianten - aber die sollten die Entscheidung sicherlich nicht aus dem Ausland treffen.

  • Der Iran braucht wohl rasch eine oder ein paar klare Identifikationsfiguren jenseits von seltsamen Erb-Knaben.



    Da ist auch Schluss mit 1978-Nostalgie hiesiger ex-privilegierter Exil-Iraner. No kings!



    Nur mit einer negativen Aussage wird es nicht so gut vorangehen wie mit einem Mandela, einem Gandhi oder auch Nehru, auf den sich sehr viele einigen können. Auf US- oder Israel-Kolonie hat keiner Lust. Der Iran kennt stolz seine jahrtausendalte Geschichte.



    Und ist inzwischen säkular genug, um eine Ablösung von den talpernden Mullahs hinzubekommen.

  • Historisch gesehen ist Monarchie besser als ein Gottesstaat .



    Die USA wollen einen stabilen Partner am Öl, da stört Demokratie nur.

  • Solange der Schah nur für eine Übergangszeit die Opposition führt und es dann Wahlen gibt, ist er die beste Option. Ohne geeinte Opposition wird es schwierig oder es gibt Chaos wie in Afghanistan oder Irak.

  • Wir hatten Linke und Alternative positionen- das war die erste Revolution- und man dachte sich - lass uns gemeinsame Sache mit den Islamisten machen, die paar Steinzeit Mullahs was können die schon tun. Die Linke und Alternative position verfaulte in Evins weissen Zellen, sie hatte Ihre Chance und sie ist mit Hamas und Co rummarchiert und hat es Wahnumwickelt verkackt.

  • „Mann, Patriot, Wohlstand“.

    ...........

    Die Parole ist völliger Quatsch.

    Um zu Wohlstand zu kommen braucht es keinen Mann und keinen Patrioten. Es braucht eine ausgewogene Mischung aus gleichberechtigten klugen Frauen und Männern.

    z. B. so wie Norwegen, wo Frauen und Männer seit 120 Jahren gleichberechtigt sind, auch in der Politik.

    Norwegen hat viel weniger Öl als Iran. Der Iran hat dreißigmal mehr Öl als Norwegen.

    Norwegen hat 6.912.490.000 Barrel Öl. 0,39 % des Weltanteils.



    Iran hat 208.600.000.000 Barrel Öl. 11,82 % Weltanteil.



    Venezuela hat 303.800.000.000 Barrel Öl. 17,17 % Weltanteil. Weit mehr als Saudi-Arabien.

    Ergebnis: Norwegen hat mit 1,9 Billionen Dollar den größten Staatsfonds der Welt. 330.000 Dollar pro Norweger:in. Jede(r) Norweger:in ist reich. Saudi-Arabiens Staatsfonds kommt auf 925 Milliarden Dollar.

    90 % Prozent der Venezolaner sind arm. Acht Millionen haben das Land verlassen. Hunderttausende Kinder hungern. Venezuela hat gewaltige Schulden.

    Sieht es im Iran besser aus?

    Das Ergebnis vieler, vieler Jahre katastrophaler Männerherrschaft.

    Frauen an die Macht!

    www.worldometers.i...reserven-pro-land/

  • Ich teile Ihr Ziel eines säkularen Rechtsstaats und freier Wahlen. Ihre Zuspitzung wirkt jedoch wie ein Generalverdacht gegenüber einem großen Teil der Opposition. Sie schreiben selbst, dass vieles schwer zu unterscheiden sei, etwa Parolen in Videos. Gerade dann sollte man keinen Manipulationsverdacht äußern, ohne belastbare Belege zu liefern.

    Zweitens ist „Weder Mullah noch Schah“ als Prinzip nachvollziehbar. Daraus folgt aber nicht, dass jede Unterstützung für Reza Pahlavi automatisch Monarchismus oder Autoritarismus bedeutet. Viele sehen in ihm eine Galionsfigur und einen Katalysator für den Übergang, nicht einen künftigen König.

    Drittens warnen Sie vor Polarisierung, vertiefen sie aber zugleich. Die Proteste im Iran sind plural. Wer einzelne Slogans oder Diaspora Debatten zur Hauptgefahr erklärt, verschiebt den Fokus weg vom Kern, nämlich vom repressiven System und von den Menschen, die dort unter Lebensgefahr kämpfen.

  • Der Schah-Sohn Reza Palaver "wittert Morgenluft". Er denkt, seine große Chance sei nun gekommen. Würde er tatsächlich den Pfauenthron besteigen, wäre die Dynastie jedoch mit seinem Ableben schon wieder am Ende. Er hat mit seiner Frau nämlich nur drei Töchter - ein Thronfolger fehlt. Na ja, er kann seine Frau ja in die Wüste schicken - wie man das macht, hat ihm sein Vater ja vorgemacht. Die schöne deutsch-iranische Soraya Esfandiary Bakhtiary ging ins Exil nach Rom, da sie ihm keinen Erben liefern konnte. Mein Gott, damals haben sich die älteren Fräuleins in diesem Land fast die Augen aus dem Kopf geheult und die Bunte hatte Höchstauflagen.

    • @Il_Leopardo:

      "Mein Gott, damals haben sich die älteren Fräuleins in diesem Land fast die Augen aus dem Kopf geheult und die Bunte hatte Höchstauflagen."



      /



      Klar war der Blätterwald voll von Berichten und u.a. der "Stern" bekam richtig Beef.



      'Lex Soraya'



      Aus spiegel.de 3.6.58



      "Als »grotesk«, »indiskutabel« und einen »Versuch zu einem in der demokratischen Rechtsgeschichte Deutschlands beispiellosen Einbruch in das Grundrecht der freien Meinungsäußerung« apostrophierte der Deutsche Presserat am Donnerstag vergangener Woche jene fünfte Strafrechtsnovelle »zur Verstärkung des Ehrenschutzes für ausländische Staatsoberhäupter«, die, ob ihrer kaiserlichen Leitfigur kurz »lex Soraya« genannt, den Entwicklungsprozeß der Bonner Verfassungswirklichkeit vom verfassungsrechtlich verbürgten liberalen Rechtsstaat zum sondergesetzlich sanktionierten autoritären Verwaltungsstaat nicht unerheblich zu beschleunigen verspricht."



      Der Titel:



      "LEX SORAYA



      Wahrheit nicht zugelassen"



      Schillernde Geschichte in einer konservativen" Adenauer-Republik" auf der Suche nach Anerkennung und Partnern.

  • Der erste Gedanke den ich hatte als ich das mit dem Sohn des Schahs lass, war: was muss jemand der (aus seiner Perspektive) damit aufgewachsen ist das ihm sein "Erbrecht" der nächste Schah zu werden geraubt wurde, wohl für einen Hass und mögliche Rachsucht im Herzen tragen. Spurlos bleibt das bestimmt nicht mit dem Gedanken in jungen Jahren zu leben.

    • @Rikard Dobos:

      Ob das überhaupt eine Option ist, den Pfauenthron zu restaurieren, könnte auch bezweifelt werden:



      Bei derstandard.de



      "Lediglich seine Kinder- und Teenagerjahre erlebte der 1960 in Teheran geborene Reza Pahlavi als Spross eines amtierenden Monarchen. Schon als Kind erhielt er eine Pilotenausbildung, mit elf Jahren soll er seinen ersten Solo-Flug absolviert haben. 1978 ging er dann zum Pilotentraining in die USA."



      Weiter dort:



      "Anfang der 1980er Jahre, noch im ägyptischen Exil, bemühte er sich um enge Beziehungen zu monarchistischen Gruppen. Im Gegenzug wurde er von anderen Oppositionellen angefeindet, darunter von Linken, die zuvor auch das Pahlavi-Regime bekämpft hatten."



      Es darf sicher!nicht davon ausgegangen werden, dass es keine demokratische Bewegung gibt, die auch antiroyalistisch motiviert ist.



      Seine Position mit anderen Positionen schwer kompatibel.



      "Als sich dort 2022 die in weiten Teilen feministische Protestbewegung "Frau, Leben, Freiheit" etablierte, setzten Pro-Pahlavi-Kreise dem das Motto "Mann, Heimat, Entwicklung" entgegen. Auch das machte Pahlavi für viele zu einem Mann der Vergangenheit."



      Für einen Übergang könnte der Einfluss auf seine Unterstützer*innen helfen.

    • @Rikard Dobos:

      Besser keine Ferndiagnose und -zuschreibung. Aber die Zuteilung von großer Macht, großem Vermögen und Kapital, ... durch den Zufall des Geburtskanals ist schon seltsam wie gefährlich auch für den Erben.



      Ressentiment könnte es tatsächlich noch verschärfen.

  • Wenn Staaten, einer globalisierten Welt die internationalen Völkerrechte / Menschenrechte nicht achten, sollte nicht teilweise Sanktioniert werden, sondern die Geschäftsverbindungen von allen rechtstaatlichen Ländern komplett mit menschenverachtenden Rechtsbrechern eingestellt werden.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Lassen wir uns ehrlich zugestehen, dass dann die Exportnation Bundesrepublik Deutschland over wäre. Bzw. wir gewisse Grundstoffe gar nicht mehr hätten. Oder zählen Sie gerade China oder die derzeitige USA zu den Vorbildern? Und auch: wen erwischt es dann konkret damit?

      Es gibt ja auch beides: Wandel durch Handel wie auch Stützung der falschen Rübennasen.



      Waffen und so müssen es aber echt nicht sein, die bekommen auch so schon ihre Aufträge.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Meine Güte, dann müssten wir die Geschäftsverbindungen mit vielen Ländern kappen - vor allem mit China und auch mit den USA. Und dann wird's hier zappenduster.

  • Es geht ja heute nicht um eine Monarchie, sondern zunächst um den Sturz der Islamischen Republik, den Reza Pahlavi moderieren könnte. Die Iraner sind ganz offensichtlich bereit, ihm zu vertrauen, auch mangels Alternativen.



    Als Exiliraner sollten wir den Kampf und den Willen des iranischen Volkes akzeptieren und unterstützen, anstatt zu hetzen!

    • @schon ok:

      Wer hetzt denn hier, wenn es darum geht, die Befürchtungen nach einem Sturz des Mullah-Regimes (das wir alle wünschen) zu artikulieren?



      Reza Pahlevi, der Name verheisst nichts Gutes, mit einem Donald Trump im Hintergrund ist noch weniger Gutes für die iranische Bevölkerung zu erwarten.



      Gebe Gott, dass ich mich irre und die Sache gut für den Iran ausgeht, aber meine politische Erfahrung sagt mir etwas anderes.

    • @schon ok:

      Lesen Sie den Artikel nochmal genauer: " „Tod den drei Verdorbenen: Mullahs, Linken, Mudschaheddin“. "

  • Sehr schön beschrieben - und ja, eine freiheitliche Demokratie wäre dem iranischen Volk zu wünschen.



    Aber können die das überhaupt? Oder wäre ein "starker Führer", der alle Iraner Schritt für Schritt in die Freiheit führt vielleicht doch keine so schlechte Idee? Denn ich denke, dass im Iran es sehr viel aufzuarbeiten gilt, insbes. die Verbrechen der bisherigen Schreckensregime. Und das wird schwierig sein, mit einer Identifikationsfigur vielleicht leichter.

    • @bmw_sepp:

      Liggers. But



      Charles de Gaulle - Am 25. Juni 1940 gründete de Gaulle in London das Komitee Freies Frankreich (France libre) und wurde Chef der „Freien Französischen Streitkräfte“ (Forces françaises libres, FFL) und des „Nationalen Verteidigungskomitees“.



      Ist nicht in Sicht.(vgl 5. Republik)



      de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Gaulle

      • @Lowandorder:

        Und was hat es den Franzosen gebracht?

        Eine auf de Gaulle zugeschnittene Verfassung mit der jeder seiner Nachfolger haderte und die dazu führt, dass Frankreich derzeit vollkommen regierungsunfähig ist.

        Hoffentlich wird der 6te Versuch einer französischen Republik besser werden.

      • @Lowandorder:

        Und selbst de Gaulle musste sich immer wieder erst durchsetzen. Und danach eifrig Mythen spinnen, um die Kollaborateure nicht alle nach St. Helena schicken zu müssen, das übergequollen wäre.

        • @Janix:

          .…anschließe mich

    • @bmw_sepp:

      Wie kann es in einer gläubigen monotheistischen Gesellschaft eine Demokratie geben? Außerdem spielen dort noch Familienstrukturen eine große Rolle.

      Sorry, aber Demokratien funktionieren nur in Gesellschaften ohne starke Religion und mit möglichst kleinen Familienstrukturen. Es darf zum Staat keine Konkurenz geben. Loyalität nur zu ihm.

      • @Donni:

        "Sorry, aber Demokratien funktionieren nur in Gesellschaften ohne starke Religion und mit möglichst kleinen Familienstrukturen. "

        Ohne die Aussage Inhaltlich zu bewerten; Aber was glauben Sie denn hat Iran für Familienstrukturen? Die Fertilitätsrate liegt bei 1,44 Kindern / Frau; Die Geburtenrate bei 11,4 Kindern/1000EW/Jahr.

        Das ist absolut vergleichbar mit Ländern wie Frankreich.

      • @Donni:

        Zitat: "Wie kann es in einer gläubigen monotheistischen Gesellschaft eine Demokratie geben?"

        Demokratie u. Monotheismus widersprechen sich nicht!



        Z.B.: In Frankreich, UK, Italien, Schweden, Schweiz, Deutschland, Österreich, u. vielen anderen europäische Staaten war jahrzehntelang die Mehrheit der Bevölkerung christlich (ist auch monotheistisch) und die Länder waren min. seit 1945 Demokratien.



        Frankreich hat sogar eine laizistische Verfassung, obwohl zur Zeit, in der diese Verfassung entstand, die Mehrheit röm.-katholisch war.



        In Griechenland, Bulgarien, der Ukraine sind viele christlich-orthodox, die Länder sind Demokratien.

        Israel ist ein jüdischer Staat (das Judentum ist auch monotheistisch) und ist eine Demokratie.

        Bosnien-Herzegowina hat viele Muslime und ist demokratisch.



        In der Türkei gibt's viele Muslime, bei der Staatsgründung wurde eine laizistische Verfassung festlegt. Die Türkei war jahrezehntelang eine "gut ausgebildete" Demokratie, bis Erdogan den Staat zunehmend autokratisch umbaute. Aber: Es gibt Proteste dagegen, auch von Muslimen.

  • Naja. Die Menschen im Iran wünschen sich ganz klar die Führung von Reza Pahlavi. Das gilt es erstmal zu akzeptieren. Es geht ja jetzt auch überhaupt nicht um Monarchie, sondern darum, die Islamische Republik gemeinsam zu überwinden. Dafür bietet Reza Pahlavi eine gute Option.

    Als Exiliraner sollten wir heute den Kampf der Menschen im Iran unterstützen und gemeinsam stehen, anstatt aufeinander zu hetzen!

    • @schon ok:

      Äh, Sie behaupten hier etwas.



      Warum, wofür und auf welcher Grundlage?



      Wenn er sich wie der ex-rumänische König versteht, gut, darf auch er sich gerne ins Parlament wählen lassen.



      Wahrscheinlich aber werden andere es ohnehin besser ausfechten als er.

    • @schon ok:

      "Naja. Die Menschen im Iran wünschen sich ganz klar die Führung von Reza Pahlavi..."

      ...sagen Reza Pahlavi und seine Unterstützer. Was die Menschen im Iran sich wirklich wünschen, ist nicht feststellbar, weil man sie nicht fragen kann. Und ich habe den Eindruck, dass auch niemand vor hat, sie zu fragen.

  • Welche Regierungsform am Ende im Iran herrschen wird, ist doch eine innerstaatliche Frage, die ausschließlich im Iran beantwortet werden kann. Wenn es denn dann zu einem Systemwechsel kommen sollte, dann sollte sich Deutschland so weit wie möglich raus halten.

    Nach den Erfahrungen im Irak und Afghanistan ist fragwürdig, ob eine Demokratie wirklich die beste Lösung ist. Wenn alles sehr gut laufen sollte, dann entscheiden das die Iraner selbst. Wie so häufig gilt auch hier: Abwarten, Tee trinken.

    • @DiMa:

      Ja wie? Sie sollten wirklich zum Berufsunker umschulen & das Stochern im Nebel lassen •



      &



      Daßse kein in der Wolle gefärbter Demokrat san ist doch hinlänglich klar.

    • @DiMa:

      Ja, Deutschland würde sich heraushalten, das ist klar. Aber wie ist es mit den USA? Das iranische Öl wieder unter seine Kontrolle zu bringen (wir 1953 mit dem Sturz Mossadeghs) dürfte dem POTUS zu verlockend erscheinen, um es nicht zu wagen.



      Ein Regimesturz unter dem noch im US-Exil lebenden Reza Pahlevi erscheint dabei wie ein willkommener Hebel, um dieses Ziel zu erreichen.

      • @Abdurchdiemitte:

        Das von der US-Regierung benannte Ziel "Regime Change" sagt schon alles: Ein Regime soll gegen ein neues Regime ausgetauscht werden!



        Es geht nicht um Demokratie, Freiheit u. Menschenrechte. Viel wichtiger für die USA ist, dass Diktator/König/Führer... aus US-Sicht "unser Schurke" ist u. den USA billiges Erdöl u.a. Ressourcen liefert.

        Als Schah Pahlavi den Iran autokratisch regierte, konnte er zigtausende ermorden u. foltern. Den USA war's egal, weil er US-Firmen billiges Öl lieferte.



        Vorher hatte Iran den demokratisch gewählten Mossadegh. Der verstaatlichte die Ölindustrie, was USA u. Briten nicht gefiel, also ließen sie ihn wegputschen.

        Im Irak unterstützte die USA lange Zeit Diktator Saddam Hussein. Der konnte foltern u. sogar mit Giftgas morden. Den USA war's egal, weil er billiges Öl lieferte.

        In Syrien wollten USA u. Briten den antiwestlichen Diktator Assad loswerden, indem sie Rebellen unterstützten. Mehrzahl dieser Rebellen waren radikale Islamisten. Aus einem Teil wurde der IS. Andere stehen Al-Qaida nahe u. regieren jetzt diktatorisch Syrien, lassen Christen, Kurden, Drusen u.a. Minderheiten verfolgen.



        EU: Egal, Hauptsache sie nehmen Flüchtlinge auf...

      • @Abdurchdiemitte:

        Was am Ende die USA im dieser Angelegenheit unternehmen und aus welchen Beweggründen wäre mir dann erst mal egal. Hauptsache ein Systemwechsel verläuft halbwegs friedlich.

        • @DiMa:

          Was am Ende die USA in dieser Angelegenheit unternehmen und aus welchen Beweggründen wäre mir dann erst mal egal.“



          Mir aber nicht und dazu muss ich nicht mal Exil-Iraner sein. Denn eine mögliche (militärische) Intervention der USA hat nicht nur direkte Folgen für den Iran und die umliegende Region, sie erschüttert auch weiter die schon schwankende internationale Ordnung.



          Unverständlich, dass diese Entwicklung, die die MAGA-Apologeten sich sehnlichst herbeiwünschen - Project 2925 zielt nicht bloß auf die Umkrempelung der innenpolitischen Verhältnisse in den USA - von hier aus noch gutgeheißen werden können.

  • Iran braucht jede Form internationaler Unterstützung zum Schutz seiner Bevölkerung. Für Menschen, die um ihr Leben kämpfen, ist es unerheblich, woher diese Hilfe kommt oder wer sie leistet. Diese Realität wird häufig von ideologisch geprägten Gruppierungen im Ausland ignoriert, die das Leid der Menschen im Iran seit Jahren relativieren.

    Insbesondere junge Iranerinnen und Iraner gehen unter hohem persönlichem Risiko auf die Straße, um grundlegende Menschenrechte einzufordern. Sie stehen einem Regime gegenüber, dessen ideologische Machtgier den Tod tausender junger Menschen in Kauf nimmt und dessen Einfluss längst über die Grenzen des Iran hinausreicht.

    Ob Unterstützung aus den USA, Europa, Deutschland, Israel oder anderen Staaten kommt, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass gehandelt wird. Die junge Generation im Iran zahlt bereits den höchsten Preis und trägt die Hauptlast dieses Widerstands.

    Es ist notwendig, ideologische Scheuklappen abzulegen und den Schutz menschlichen Lebens über politische Dogmen zu stellen. Menschlichkeit muss Vorrang vor ideologischer Verblendung haben.

    • @D. RC.:

      "ideologischer Verblendung" = Völkerrecht?



      Trumpistisch.

      • @Schleicher:

        wenn man die Menschenrechte subtrahiert könnte die Gleichung aufgehen. Ansonsten heiligt der Zweck auch schon mal die Mittel oder wie Carlo Schmid zu fragen pflegte: Frieden oder Pazifismus.

  • ""......Jasmin Pahlavi, die Frau des Schah-Sohns, präsentierte ein Plakat mit der Aufschrift: „Tod den drei Verdorbenen: Mullahs, Linken, Mudschaheddin“. ""



    ===



    In der Geschichte der iranischen Revolutionsbewegung bildeten radikale Muslime und Linke im Iran eine “seltsame Allianz”. Geeint durch ihre Ablehnung des Schahs verhalf diese „merkwürdige Verbindung“ aus Linken und islamistischen Radikalen zum Triumph der Islamischen Revolution im Iran, die den iranischen Monarchen stürzte und 1979 die Herrschaft des mittlerweile verstorbenen Schahs beendete.

    Spätestens anlässlich der Massenmorde an den Linken und an den Mujaedin in iranischen Gefängnissen 1988 erkannte die Linke ihren katastrophalen Fehler die iranischen Islamisten an die Futtertröge der Macht verholfen zu haben.

    Die Geisteshaltung des Spruchs von Jasmin Pahlavi stammt aus dieser längst vergangenen Zeit. -

    Im Jahr 2026 geht es darum eine nationale Front zu bilden um die Massenmörder der Mullahs aus der Regierung zu jagen - aber mit Sicherheit braucht es momentan keinen Disput der alte Vorurteile und Fehlurteile aus 1979 wieder hervor kramt und so die Front der Gegner des Regimes im Jahr 2026 schwächt.

    • @zartbitter:

      Diese "nationale Front" haben damals wohl auch die Linken erhofft, als sie sich mit den Islamisten einließen.



      Ging nicht gut aus.



      Mistrauen gegenüber den Monarchisten durchaus sinnvoll.

  • Letzter Absatz mit dem demokratischen Rechtsstaat. Seh ich auch so!



    Mal beschreiben wer wie und wann was, das wäre schön.



    Und an diesem Wunsch, aber keine Ahnung über das 'WIE' kranken Libyen, Irak, Syrien... nix neues in der arabischen Welt halt.



    Mal eine Trennung zwischen Religion und Politik wäre mal ein erster Schritt. Will aber auch keiner so recht ran an das Thema.

  • Danke. Meine sich im zweiten Halbsatz klarstellenden 🚖fahrer als Perser gelegentlich Aserbaidschaner iranische Kurden sagen unisono dasselbe • Palevi - Hands OFF



    (btw mit mir als ehemaliger auch für Asyl zuständiger Richter & ex🚖fahrer wird na logo - bekanntlich Klartext geredet🤫;)

    • @Lowandorder:

      》... mit mir als ehemaliger auch für Asyl zuständiger Richter & ex🚖fahrer wird na logo - bekanntlich Klartext geredet《

      Also dann: der Schah ist mindestens 45 Jahre her.



      .



      Im Iran gehen aktuell gerade aber alle gemeinsam auf die Straßen.



      .



      Auch Monarchisten.



      .



      Ob die sich ne Pahlevi-Dikatur oder doch eher eine konstitutionelle Gallionsfigur wünschen, ist auch offen: Unterstützung, Solidarität gegen das Mullah-Regime ist jetzt gefragt (das die Aufständischen nur allzugerne unter dem Narrativ "Pahlavi = Monarchie = Diktatur" verleumden möchte.



      .



      www.instagram.com/...h=NjAyYzdycHowczFn



      .



      Machen Sie sich nicht mit diesen brutalen alten Männern gemein, unterstützen Sie die Demonstranten im Iran, die es geschafft haben, ihre Differenzen hintan zu stellen.



      .



      Z.B., indem Sie diese Petition hier www.change.org/p/f...-von-erfan-soltani unterschreiben und teilen, um die Hinrichtung von Erfan Soltani zu verhindern!



      .



      Und/oder die TOR-Browser Erweiterung Snowflake installieren



      .



      www.instagram.com/...h=d3NjNHUwaWlpaDhp



      .



      Die gegen die Internetsperre des iranischen Regimes wirkt, Sichtbarkeit herstellen kann!

  • Bitte kein Irak2



    Als man den Irak von ihrem Diktator befreite, hofften alle im Land auf Frieden. Heute ist der Irak ein Land der Gewalt und Willkür, für die Menschen ist es teilweise sogar schlechter geworden.



    Bitte macht aus dem Iran kein Irak2, und lasst die Menschen dort über ihre Zukunft entscheiden, sobald diese schreckliche Mullah-Diktatur ein Ende gefunden hat. Ich fürchte dass die Interessen der USA an einem Sturz dieser Diktatoren eher aus rein egoistischen Machtpolitischen Gründen begründet sind.

    • @Hans Dampf:

      Ein Hauptproblem des Irak 1 war doch, und ist es zum Teil bis heute, dass das Mullahregime immer schiitische Milizen und Marionettenpolitiker im Irak gesponsert hat, um für Unruhe zu sorgen.

      Aber das fällt unter den Tisch, dem Westen die Schuld zu geben ist halt bequemer.

      • @Meister Petz:

        Schmunzel... bequemer wohl vor allem immer den anderen die Schuld zu geben.



        "Marionettenpolitiker" sind ja wohl eher Spezialgebiet der Regime change Profis aus den USA.



        Dass der Iran im Irak überhaupt so viel Einfluss gewinnen konnte, liegt ja ursächlich an der Destabilisierung durch den Westen.



        Aber wir sind die guten, ist klar. High five.

        • @Schleicher:

          "Marionettenpolitiker" sind ja wohl eher Spezialgebiet der Regime change Profis aus den USA."

          Äh, nein? Marionettenpolitiker sind die Spezialität jedes Landes, das ein Hegemonialstreben verfolgt. Russland (Belarus, Kasachstan etc), China (Nordkorea, auch Kambodscha), und eben der Iran mit seinen Proxies.

          Da geht es übrigens gar nicht um die Guten und die Bösen. Wenn man aber imperialistische Politik qua Definition nur dem Westen zuschreiben möchte, ist das Bild unvollständig.

        • @Schleicher:

          soviel zu den ultimaten Ursachen emergenter Systeme und der Bequemlichkeit immer den USA die Schuld zu geben.

      • @Meister Petz:

        Natürlich. Immer die Anderen.

        Vorm Überfall der USA mit der Koalition der Willingen hatte der Iran im Irak kaum Einfluss.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Dass der Iran und die schiitische Opposition aber bei der Invasion von Anfang an ordentlich mitgemischt haben, passt auch nicht so ins Schwarzweißbild, oder?

  • Ich erlaube mir, an die Geschehnisse um den Schahbesuch in Deutschland zu erinnern, der schwerwiegende politische Folgen hatte:



    "Die Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin gegen den Staatsbesuch von Schah Mohammad Reza Pahlavi war ein einschneidendes Ereignis in der bundesdeutschen Geschichte: Dabei kesselten Polizisten die Demonstranten ein, verprügelten sie, griffen Einzelne wahllos heraus, misshandelten sie und behaupteten einen Polizistenmord. Der Polizist Karl-Heinz Kurras erschoss den Demonstranten Benno Ohnesorg, während seine Kollegen diesen misshandelten.

    Daraufhin verbreitete und radikalisierte sich die Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre. Soziale und polizeiliche Reformen unter der SPD-FDP-Regierung seit 1969 wie auch der Terrorismus der Rote Armee Fraktion seit 1970 und der Bewegung 2. Juni seit 1972 gehen mit auf dieses historische Ereignis zurück."



    (Wikipedia)

  • Sehr gut und verständlich analysiert.

    Aber wenn man die Iraner unterstützen will, was kann man da überhaupt noch tun? Muss man abwarten, ob sich das im Land irgendwie regelt?

    Stützen z. B. neue Zölle USA nicht sogar das Regime der Mullahs, das ohnehin alle Probleme aufs Ausland schieben kann?

  • Dass der Schah junior in der taz historisch bedingt keinen guten Ruf genießt, geschenkt. Aber mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist ein laizistisches, sozialistisches System im Iran nach 45 Jahren Mullah-Herrschaft?

    Ihr geschätzter Kollege Feddersen hat einen ziemlich ausgewogenen Beitrag dazu geteilt: x.com/ungemeve/sta...010390166507241734

    Der beleuchtet vor allem die Entstehungsgeschichte des Mullah-Regimes: "Während der Revolution von 1979 traten drei zentrale Akteure – radikale Linke, die Organisation der Volksmojahedin und der politische Klerus – trotz tiefgreifender ideologischer Unterschiede in entscheidenden Punkten gemeinsam auf (...) Am Ende setzte sich eine Strömung – der politische Klerus – durch und eliminierte die anderen gewaltsam."

    Es ist einfach so, dass Sozialismus entgegen der Sehnsucht vieler westlicher Linker in islamisch geprägten Gesellschaften nicht funktioniert. Da wäre eine konstitutionelle Monarchie, vgl. Marokko, die realistischere Option. Es gibt auch durchaus Statements von Pahlavi jun., dass er sich dazu bekennen würde. Würde ich nicht von vornherein ablehnen.

    • @Meister Petz:

      Ich könnte zustimmen. Aber die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte (das gilt übrigens nicht nur für Linke, sondern für alle politisch Denkenden jedweder Couleur. Nebenbei: das Hauptproblem liegt m.E. nicht links oder konservativ, sondern im ideologiegetrieben bzw. dogmatischen Anspruch der jeweiligen Position).



      D.h, es geht hier tatsächlich auch um Fragen des ökonomischen Zugriffs bzw. der Kontrolle über wirtschaftliche Ressourcen, über die ein Land wie der Iran verfügt. Öl. Wird darüber nach einem Regimewechsel das souveräne iranische Volk verfugen oder die US-Konzerne (wie schon nach dem Sturz Mossadeghs 1953)? Welche Rolle wird ein Reza Pahlevi in den möglichen Szenarien spielen?



      Das Verhalten und die Ankündigungen Trumps nach dem Coup in Venezuela lassen für dieses Land jedenfalls nichts Gutes vermuten. Eine demokratische Entwicklung in Venezuela scheint für die US-Administration keine Priorität zu haben, vielmehr ist es die Kontrolle über das Öl. Wenn das in einem Deal mit den Post-Chavinisten möglich ist, können die Venezolaner die Hoffnung auf echte Demokratie jedenfalls für lange Zeit begraben.



      Und wie wird es im Iran sein?

    • @Meister Petz:

      "Es ist einfach so, dass Sozialismus entgegen der Sehnsucht vieler westlicher Linker in islamisch geprägten Gesellschaften nicht funktioniert."

      Nichts weiter als rassistische Klischees..

      Empfehle: Mal mit "Operation Ajax" beschäftigen.



      Die USA haben den Sozialismus im Iran beendet.

  • 》Die Ira­ne­r*in­nen brauchen keinen aus dem Ausland präsentierten Monarchen, sondern ein demokratisches System mit einem funktionierenden Rechtsstaat, der für alle gilt – für religiöse Minderheiten, politisch Andersdenkende und für Frauen, die selbst über ihr Leben und ihre Rechte entscheiden wollen.《



    .



    Zunächst - würde ich meinen - brauchen die Aufständischen im Iran, die gerade unter Lrbensgefahr auf die Straßen gehen, Unterstützung.



    .



    Was auch Sichtbarkeit bedeutet: das Regime hat nicht ohne Grund eine Internetsperre verhängt - es ist wichtig, dagegen vorzugehen.



    .



    Konkret kann jede*r die Tor-Erweiterung Snowflake installieren:



    .



    www.instagram.com/...h=d3NjNHUwaWlpaDhp



    .



    Und selbst verfügbare Informationen aus dem Iran in den sozialen Medien teilen.

  • Ich finde diesen Artikel übertrieben. Als Integrationsfigur könnte der Sohn durchaus eine gute Rolle spielen. Auch in Europa gibt es immer noch eine ganze Reihe von demokratischen konstitutionellen Monarchien, bei denen der König oder die Königin über dem Tagesgeschehen schwebt. Und wenn man etwas zurückblickt und den Blick nach Spanien richtet, sieht man ein Beispiel, bei der die Haltung des Königs essentiell für die Niederschlagung eines antidemokratischen Putsches war.

    • @TheBox:

      Ganz ähnlich wie Sie sieht das auch der Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Danial Ilkhanipour hier in einem Video, in dem er sich gegen die Parteiführung der Linken positioniert:



      .



      www.instagram.com/...h=NjAyYzdycHowczFn



      .



      Viele auf den Straßen im Iran verbänden auch mit dem Namen Pahlavi Hoffnung auf Demokratie (etwa in einer konstitutionellen Monarchie)



      .



      Gerade das Narrativ "Pahlavi = Monarchie = Diktatur" hingegen werde oft vom Mullah-Regime vorgetragen.



      .



      Die Aufständischen im Iran seien eine heterogene Masse, dies gelte es zu respektieren, nicht zu zensieren.

      • @ke1ner:

        Das Entscheidende dabei ist doch nicht, welcher Staatsform sich der Iran nach einem Regimesturz zuwendet und ob die iranische Bevölkerung darüber überhaupt frei entscheiden wird, sondern wer die Kontrolle über die ökonomischen Ressourcen des Landes besitzt, insbesondere über das Öl bzw. die Einnahmen daraus.



        Warum wohl spielt bei der derzeitigen Aufstandsbewegung der Umstand eine so große Rolle, dass der Iran weltweit Ölexporteur Nr. 1 ist, die iranische Bevölkerung dagegen immer ärmer wird? Würde sich das ändern, wenn ausländische Konzerne die Kontrolle übernehmen?



        Überhaupt wird der Einfluss idealistischer Motive wie Demokratie und Menschenrechte auf solche Revolutionsbewegungen übertrieben dargestellt - es ist die schiere materielle Not, die die Menschen (jedenfalls in der Masse) auf die Straße treibt und sie die Furcht vor den Despoten vergessen lässt.

        • @Abdurchdiemitte:

          Trump würde, um die Kontrolle über das iranische Öl zu erhalten, notfalls auch mit den Mullahs einen "Deal" machen. So wie es derzeit aussieht, will er erstmal mit ihnen reden.



          Überhaupt wird das nahöstliche Öl nicht ewig so eine bedeutende Rolle spielen. China kommt mit gleichzeitigem Ausbau von Elektromobilität und Kohlekraftwerken wohl besser in die nahe Zukunft. Und die sind für Trump die entscheidenden Rivalen. Auch einheimische Kontrolle über die Ressourcen heißt nicht automatisch, dass der Reichtum bei der Masse der Bevölkerung ankommt. Zudem sind Rentenökonomien immer prekär im Verhältnis zu sogenannten Industriestaaten.

  • Die Frage ist, was will die Mehrheit der Iraner?



    Ob das wirklich eine Demokratie, wie wir sie kennen, ist, weiß man nicht. Wir haben ja am Beispiel Afghanistan gesehen, wie schnell das gehen kann, dass Islamisten zurückkommen.



    Ein demokratischer, rechtsstaatlicher Iran, ohne Islamisten, aber auch ohne Schah wäre ein großer Gewinn für die Region. Ob das realistisch ist, da bin ich skeptisch. Aber ich denke schon, dass ein Schah-Iran für die Bevölkerung deutlich besser wäre als ein Mullah-Iran.

    • @Katharina Reichenhall:

      Rund 80% lehnen die Islamische Republik ab.

      Eine knappe Mehrheit befürwortete 2025 eine Demokratie und in etwas genauso viele eine konstitutionelle Monarchie.

      Es ist also in etwa 50/50.

  • Ein sehr wichtiger Beitrag in mitten der sich in den Medien ausbreitenden Schah Euphorie.

    Während die Menschen im Iran ihr Leben einsetzen, laufen sich im sicheren Ausland Kräfte warm , die Früchte zu ernten. Die Ziele dieser Kräfte sind aber nicht Freiheit und Demokratie. Sie wollen nur ein Terroregime durch ein anderes ersetzen. Dazu taugt dann auch Trump als Mentor.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      So ungefähr sehe ich es auch kommen. Ich denke, es wird nur nicht sofort ersichtlich, dass die Iraner hier den Teufel gegen Beelzebub eintauschen, vielleicht sagt man, das alles (konstitutionelle Monarchie z.B.) sei allemal besser als die Mullah-Diktatur (wie schon von einigen Mitforisten behauptet)), in der ersten Euphorie.



      Das böse Erwachen kommt dann, wenn die Bevölkerung merkt, dass der Reichtum aus den Öl-Exporten - die den Iran tatsächlich zu einem der wohlhabendsten Länder in der Region machen könnten - nicht ihr zugute kommt.



      Aber bis dahin werden wieder 30, 40 Jahre ins Land ziehen und dann werde ich die Weltlage bestimmt nicht mehr kommentieren.😉

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich vermute, es wird viel schneller gehen.

        Der neue syrische Diktator wird jetzt hofiert, obwohl er auch schon sein wahres Gesicht zeigt...