piwik no script img

Windexpertin kritisiert Reiches Reform„Der erfolgreiche Windenergieausbau wird bestraft“

Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie, über Katherina Reiches Energiepolitik und den rechten Kulturkampf gegen Windkraft.

Anja Krüger

Interview von

Anja Krüger

taz: Frau Heidebroek, Sie warnen davor, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den Ausbau der Windenergie mit zwei zentralen Vorhaben ausbremst: mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und mit dem sogenannten Netzpaket. Diese Woche finden die Fachanhörungen im Bundestag dazu statt, Mitte Oktober sollen sie verabschiedet werden. Was ist das Problem?

Bärbel Heidebroek: Bundeswirtschaftsministerin Reiche sagt, mit den Gesetzespaketen werde die Energiewende kosteneffizient gemacht und man wolle den Ausbau der Erneuerbaren auf keinen Fall bremsen. In Wahrheit geschieht aber das Gegenteil: Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag, wie eine sinnvollere Nutzung der Netze oder mehr Digitalisierung, fehlen in ihren Gesetzentwürfen. Stattdessen heißt es nun: Es gibt bestimmte Gebiete, in denen der Netzausbau nicht ausreichend stattgefunden hat. In diesen sollen Windenergieanlagen bei einer Abschaltung keine Entschädigung mehr wie bisher bekommen. Der erfolgreiche Windenergieausbau wird also bestraft, weil der Netzausbau nicht Schritt gehalten hat.

taz: Das ist der sogenannte Redispatch-Vorbehalt, einer der umstrittensten Punkte der Energiereform: Heute bekommen Wind­rad­be­trei­be­r:in­nen eine Entschädigung, wenn die Anlage abgestellt wird, etwa weil das Netz keinen Strom mehr aufnehmen kann. Das soll sich ändern. Warum ist das schlecht?

Im Interview: 

Bärbel Heidebroek, Jahrgang 1969, ist Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie e.V, und geschäftsführende Gesellschafterin der Landwind-Gruppe im niedersächsischen Gevensleben.

Heidebroek: Dann werden Windenergieanlagen unwirtschaftlich. Wenn Be­trei­be­r:in­nen auf bis zu 20 Prozent der Einnahmen ersatzlos verzichten müssen, können viele Projekte nicht mehr realisiert werden. Denn Banken sind dann nicht mehr bereit, sie zu finanzieren. Außerdem soll es bundesweit eine sogenannte Wirkleistungsbegrenzung geben. Das heißt, es soll nicht mehr die gesamte Kapazität eines Windparks ans Netz angeschlossen werden dürfen. Das soll schon ab 2027 gelten, also auch für Projekte, die unter anderen Voraussetzungen geplant und finanziert wurden. Wenn Gesetze rückwirkend in Investitionen eingreifen, dann bekommen wir eine absolute Investitionsunsicherheit. Das ist nicht akzeptabel.

taz: Aber muss das Problem der fehlenden Netzkapazitäten nicht gelöst werden?

Heidebroek: Wir können das intelligenter lösen. Aktuell dürfen wir den Strom, der im Netz nicht transportiert werden kann, gar nicht erst erzeugen. Wir dürfen ihn nicht nutzen und auch nicht speichern. Das ist ein Punkt, den wir überhaupt nicht verstehen. Nutzen wir Speicher, kann Strom aus Erneuerbaren bei Bedarf ins Netz eingespeist werden und so den Strompreis senken. Aber das wird uns verboten. Die neuen Gesetze werden an diesem Irrsinn nach derzeitigem Stand auch nichts ändern.

taz: Wäre das technisch möglich?

Heidebroek: Ja, das wäre es. Das bestätigen uns auch Netzbetreiber. Sie bräuchten dafür einen neuen Prozess. Das ist also Arbeit, die gescheut wird.

taz: Speicher, die Energie bei Bedarf abgeben, würden das Stromsystem resilienter machen. Warum ist Frau Reiche dagegen?

Heidebroek: Es bedeutet einen gewissen Aufwand für die Netzbetreiber. Wenn alles so bleibt, wie jetzt vorgesehen, ist das für sie also einfacher. Wir verstehen nicht, warum Frau Reiche nicht sagt: „Ihr dürft euch neue Geschäftsmodelle überlegen, Speicher integrieren und Abnehmer direkt versorgen.“ Das wäre ja etwas, wovon eine gesamte Region profitieren würde. Es ist absolut unverständlich, warum die Ministerin hier blockiert.

taz: Gibt es Anzeichen, dass der Bundestag diese Regelung noch ändert und Speicher an Windrädern zulässt?

Heidebroek: Ich hatte noch nie so viele Gespräche mit Abgeordneten wie in den vergangenen sechs Monaten. Wir sehen, dass auch bei den Par­la­men­ta­rie­r:in­nen an vielen Stellen Unverständnis über das Gesetzespaket und Offenheit für Änderungen besteht. Wir haben ja alle ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Energiewende und den Wirtschaftsstandort stärken. Es wird aber noch zu oft ein Gegensatz aufgemacht zwischen erneuerbaren Energien und Industrie. Den gibt es in Wahrheit nicht. Im Gegenteil: Wir können die Industrie in Deutschland nur halten, wenn wir über die Erneuerbaren intelligent mit Batteriespeichern und Flexibilitäten kostengünstigen und verlässlichen Strom erzeugen.

taz: Das Bundeswirtschaftsministerium sagt, die Stromversorgung ist nicht dazu da, den Betreibern von Windrädern zweistellige Renditen zu garantieren.

Heidebroek: Die Zeiten so hoher Renditen sind längst vorbei. Früher hat das EEG für hohe Erlöse gesorgt, wie es bei jeder Anschubfinanzierung für eine neue Technologie der Fall ist. Heute sind die Gewinnmargen gering. Ich habe aber das Gefühl, viele Po­li­ti­ke­r:in­nen haben gar nicht mitbekommen, was alles im Bereich der erneuerbaren Energien passiert ist, wie sehr die Preise gesunken sind. Und ehrlicherweise brauchen wir im Moment die EEG-Förderung vor allem noch für die Bank.

taz: Wieso?

Heidebroek: Wenn ein Windpark über eine Ausschreibung einen Zuschlag bekommt, garantiert das EEG einen Erlös über 20 Jahre – mittlerweile wenig Erlös, aber eben garantiert. Darauf können Banken die Finanzierung aufbauen. Wenn diese Garantie durch die neuen Gesetze ausgehebelt wird, stehen viele Projekte ohne Finanzierung der Banken da und sind nicht mehr umsetzbar.

taz: Hat die Bundesregierung die Energiebranche in die Diskussion über die Neuerungen einbezogen?

Heidebroek: Wir finden es äußerst bedauerlich, dass die Bundesregierung die Betroffenen nicht angehört hat. Bisherige Bundesregierungen haben alle Beteiligten an einen Tisch geholt und Meinungen aus der Praxis angehört, haben sie danach abgewogen und ein mehr oder weniger gutes Gesetz daraus gemacht. Aber das hat jetzt nicht stattgefunden. Das Wissen und die Bedürfnisse der Branche derart zu ignorieren, ist ein schwerer Fehler.

taz: Ein harter Bruch: Windenergie ist Teil des Kulturkampfs von rechtsextremer Seite geworden. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Ihr Verband davor gewarnt, dass jetzt der Windausbau in diesem Bundesland gestoppt werden könnte durch eine AfD-Regierung. Was fürchten Sie konkret?

Heidebroek: Eine AfD-Landesregierung könnte die Windenergie nicht abschaffen. Aber sie könnte durch Verzögerungstaktik den weiteren Ausbau blockieren, etwa durch das Nichtbeantworten von Anfragen oder Nichterteilen von Genehmigungen. Auf dieser Ebene kann sie viel Schaden anrichten.

taz: Im Landkreis Stendal, dem Landkreis Börde und dem Salzlandkreis zum Beispiel ist die Windenergie besonders gut ausgebaut. Da waren die AfD-Ergebnisse besonders hoch. Gibt es einen Zusammenhang?

Heidebroek: Ich glaube nicht, dass die Menschen AfD gewählt haben, weil es in diesen Regionen viel Windenergie gibt. Es sind strukturschwache Regionen. Der allgemeine Unmut wegen der Wirtschaftslage und fehlender Perspektiven ist dort groß. Es ist paradox: Gerade in Sachsen-Anhalt könnte man in der Windenergie eine Chance sehen.

taz: Wie könnte das aussehen?

Heidebroek: Man kann mithilfe der erneuerbaren Energien Perspektiven entwickeln und damit Industrieunternehmen anlocken. Es gibt bereits 7 Gigawatt installierter Windenergieleistung in Sachsen-Anhalt, das ist ein Standortvorteil. 2,3 Gigawatt sind zusätzlich in der Planung. Das Land könnte damit viel preiswerten Strom erzeugen und weitere Industrien anwerben. Auch der Chemiesektor, der in Sachsen-Anhalt groß ist, könnte davon profitieren. Eine Landesregierung müsste Windenergie als Chance begreifen, um das Land voranzubringen. Sie könnte sagen: Wir schaffen hier Arbeitsplätze, wir bekommen Gewerbesteuern und stärken die kommunalen Finanzen.

taz: AfD-Chefin Alice Weidel hat vor einiger Zeit angekündigt, ihre Partei würde Windräder abreißen lassen. Für die extreme Rechte und auch etliche Konservative ist Windenergie ein Triggerpunkt. Warum?

Heidebroek: Weil Windkraft sich wunderbar verbinden lässt mit angeblicher linksgrüner Ideologie, mit Fleischverbot und ähnlichen Kulturkampfthemen. In rechten Narrativen lässt sich das alles in einen Topf werfen, um diese wichtige Energieerzeugung grundsätzlich infrage zu stellen. Das reicht bis hin zu Verschwörungsmythen. Dabei scheint es völlig egal zu sein, welche wirtschaftlichen Folgen für die Region oder das Land mit einem Ausbaustopp verbunden wären. Dass Windenergie längst die wichtigste Stromquelle in Deutschland ist und wir die saubere heimische Energie dringend brauchen, wird ignoriert.

taz: Was können die Be­für­wor­te­r:in­nen von Windenergie dagegen tun?

Heidebroek: Wir wollen bei Projekten die Bevölkerung vor Ort teilhaben lassen. Das können die unterschiedlichsten Modelle sein. Vielerorts haben sich Bürgerwindparks etabliert, an denen sich die lokale Bevölkerung beteiligen kann. Dabei fließen zum Beispiel Zuschüsse für das Freibad vor Ort oder es gibt günstige Stromtarife. Das trägt zur Akzeptanz bei. Und es ist eben auch möglich, mithilfe erneuerbarer Energien Industrie anzuwerben und Arbeitsplätze zu schaffen.

taz: Das heißt, sich die Gunst der Wind­kraft­geg­ne­r:in­nen zu erkaufen?

Heidebroek: Darum geht es nicht. Menschen fühlen sich gestört, wenn ihnen etwas vor die Nase gesetzt wird, von dem nur andere profitieren. Wenn sie aber die Chance bekommen, selbst am Erfolg der Energiewende teilzuhaben, ist das anders. Das hat nichts mit erkaufen zu tun. Es geht darum, die gewaltigen Chancen sichtbar zu machen, welche die Erneuerbaren vor Ort und für das ganze Land schaffen.

Mehr zum Thema

17 Kommentare

  • Hans-Otto Bürger

    Frau Reiche hat einen Eid geschworen: Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden. Das tut Sie nicht!! Rücktritt sofort. Oder vielleicht wartet diese Gaslobbyistin bis die CDU unter die 5 -%-Hürde fällt.

  • Theo Weyers

    „Das Land könnte damit viel preiswerten Strom erzeugen und weitere Industrien anwerben.“



    Das funktioniert nicht im deutschen System. Es gibt nur eine Strompreiszone in Deutschland, der Preis für den Strom selber (ohne Steuern und Netzentgelte) ist also überall gleich. Was variiert sind die Netzentgelte. Würde man in Sachsen-Anhalt Windkraft ausbauen, müssten auch die lokalen Netze ausgebaut werden. Die Kosten dafür werden dann auf die lokalen Verbraucher umgelegt. Aus diesem Grund sind die Netzentgelte im Norden ja auch höher. Windkrauftausbau führt im abstrusen deutschen System also zu steigenden lokalen Gesamtstrompreisen.

  • Carper Sulu

    "eine Entschädigung, wenn die Anlage abgestellt wird, etwa weil das Netz keinen Strom mehr aufnehmen kann. "

    Ist doch richtig so.



    Wenn VW Autos baut und die nicht liefern kann wo der Kunde ist haben die auch Pech.

    • Anna Bell

      @Carper Sulu:

      Können die Windanlagenbetreiber irgendwas dafür, dass die Netzbetreiber nicht aus dem Quark kommen? Können die Windanlagenbetreiber irgendwas dafür, dass sie nicht mal Speicher an der Anschlussstelle aufbauen dürfen?

    • Janix

      @Carper Sulu:

      Gilt zuvörderst aber bitte für die alten starren Großverbrenner, die wegen ihrer Regelungsschwäche häufig dann doch laufen.

      Kluge stromintensive Industrie zieht sowieso von Bayern weg an die Quellenländer. Wenn es die ostbairische Sonne nicht sein soll/kann. Das Ergebnis von CSU-Schwäche bei Südlink.

  • Axel Berger

    > In diesen sollen Windenergieanlagen bei einer Abschaltung keine Entschädigung mehr wie bisher bekommen.



    Das stimmt nicht, wie man im hier verlinkten Artikel sofort prüfen kann. Nichts soll gestrichen werden werden. Wer allerdings wider besseres Wissen künftig eine neue Anlage in ein Gebiet ohne ausreichende Netzversorgung stellt, der soll dafür keine Entschädigung verlangen dürfen. Was ist daran ungewöhnlich? Nehmen wir an, Amazon oder Neckermann bauten ein neues Logistikzentrum irgendwo an einen Ort mit billigem Bauland aber ohne Verkehrsanschluß außer über wenige schmale Landstraßen. Würden Sie die auch aus Ihren Steuern subventionieren wollen?



    > Das Land könnte damit viel preiswerten Strom erzeugen und weitere Industrien anwerben.



    Diese Industrien verlangen aber Versorgungssicherheit. Ein Netz, das zu schwach ist, Windleistung abzuführen, ist natürlich auch zu schwach, um an Flautetagen dieselbe Leistung heranzuführen.

    • Janix

      @Axel Berger:

      In Extremfällen wäre ich übrigens bei Ihnen.



      Wenn wir jedoch wie verpflichtet auf 100 % Erneuerbare ernsthaft wollen und es wie derzeit lange dauert, bis aus Planung Ergebnis wird, dann muss ich auch auf Ziel planen können und wie im Artikel angedeutet, dann werden die Banken auch eine Verlässlichkeit haben wollen.

      Unflexibel sind vor allem die absehbar ökologisch obsoleten starren Verbrennungskraftwerke. Leider. Vielleicht wäre es ein Kompromiss, die endlich auch ihre Vollkosten tragen zu lassen. Statt sie noch einfach so durchlaufen zu lassen.

  • sollndas

    "Wir können die Industrie in Deutschland nur halten, wenn wir über die Erneuerbaren intelligent mit Batteriespeichern und Flexibilitäten kostengünstigen und verlässlichen Strom erzeugen."



    Mit Batteriespeichern lässt sich keine "kostengünstige und verlässliche" Energieversorgung machen, da unbezahlbar, wenn sie "verlässlich" sein soll. Und Windkraftanlagen sind ausgesprochen unflexibel, wenn der Wind fehlt.



    Das einzige, was an WKA flexibel ist, ist, dass sie bei Stromüberangebot abgeregelt werden können. Wie übrigens alle anderen Kraftwerke auch. Werden sich die Betreiber daran gewöhnen müssen.



    BTW: Ich bin an mehreren Windparkprojekten beteiligt.

    • Anna Bell

      @sollndas:

      Könne Sie ihre Behauptung auch mit Zahlen untermauern? Natürlich können Sie mit Hilfe von Speichern die Stromkosten signifikant reduzieren. Speicher-ROI ist aktuell bei 5-7 Jahren, je nach Nutzung.

      • sollndas

        @Anna Bell:

        Noch eine Ergänzung dazu: In einem 10-Liter-Benzinkanister für 15 € können Sie ca. 100 kWh speichern, z.B. in Form von E- oder Biodiesel. Mit Akkus sind Sie für 100 kWh in der Gegend von 10.000 €. Noch Fragen?

        • Nansen

          @sollndas:

          Die Aussage „100 kWh für 15 €“ vergleicht die Kosten für die Speicherung von Rohchemikalien mit den Anschaffungskosten eines wiederaufladbaren Speichers. Rechnet man Wirkungsgrad, Lebensdauer und Betriebskosten ehrlich ein, liegen die Kosten pro nutzbarer kWh jeweils wo?

          • sollndas

            @Nansen:

            Naja, rechnen wir mal ausgesprochen konservativ:



            Akku und Kanister dürften ungefähr die gleiche Lebensdauer haben (10-20 Jahre), die Lebensdauer fällt also aus der Rechnung raus. Betriebskosten, TÜV, Kundendienst etc.: Da dürfte der Kanister (oder das Fass, oder der Tank) eher günstiger liegen als der Akku.



            Wir machen aus erneuerbarem Strom mit enem Wirkungsgrad von 40% E-Fuel. Das verbrennen wir dann und machen daraus mit einem Wirkungsgrad von 20% wieder mechanische Energie oder Strom; Gesamtwirkungsgrad 0,4*0,2*100=8%. Bleiben für den Kanister mindestens 8 nutzbare kWh zum Preis von 15 €, gebenüber 800 € für den Akku (utopischer Akkuwirkungsgad von 100% angenommen). Der Kanister liegt auch unter ungünstigen Annahmen um einen Faktor von 50-60 vorn.



            Akkus sind dort wirtschaftlich, wo sie auf hohe Zyklenzahlen kommen, also als Tagesspeicher mit ca. 300-600 Zyklen/Jahr. Für Langzeitspeicher, die 5-6 Zyklen im Jahr machen, unbezahlbar.

            • Nansen

              @sollndas:

              Dass Akkus für 5-6 Zyklen im Jahr nicht das Mittel der Wahl sind, möchte ich nicht bestreiten.



              Faktor 50-60 muss ich hinterfragen. Die 15€ für 10l Benzin sind nicht das selbe wie für 10l Efuels. Oder?



              Um die EFuels zu herzustellen fließen zusätzliche Kosten ein für Elektrolyse, Synthese, Logistik etc.



              10l EFuel sind viel teurer als 10l Benzin. 40-50€? Keine Ahnung. 10l EFuel wären dann keine 100kWh mehr wert, wegen des geringen Wirkungsgrades, also nur noch 8kWh und jede dieser Füllungen kostete 40-50€. Macht im Jahr bei 6 Zyklen 240-300€ für 6*8kWh.



              Der 8kWh-Akku läge bei 3000€(?)



              Das wäre wiederum nur Faktor 10 im Kanister/Akku-Vergleich im ersten Betriebsjahr.



              Im zweiten Jahr addieren sich die Kosten beim Kanisterbefüllen auf 480-600€. Akku befüllen kostet eher nix. Usw.



              Wo ist mein Denkfehler? Vielleicht ist der angenommene EFuelpreis zu hoch?

      • sollndas

        @Anna Bell:

        Für Tagesspeicher, die ca. 300 Vollzyklen im Jahr machen.



        Für eine Vollversorgung mit Sonne und Wind sind aber Speichertechnologien erforderlich, die bei max. 5-6 rechnerischen Vollzyklen/Jahr noch wirtschaftlich arbeiten.



        Eigene Erfahrungen aus 40 Jahren Praxis mit Sonne und Wind.

  • Janix

    Früher war doch angeblich die Linke für Ideologie zuständig, also zwanghafte Wunschverdrehung der Realität.



    Mehr und mehr wird klar, dass dies mindestens auch von "rechts" kommt. Anstatt die offenen und versteckten Subventionen abzubauen, zuerst bei Braunkohle, Steinkohle, Gas und Öl, bei Kraftstoffen, dann bei den Erneuerbaren, macht Reiche die Fossil-Dinosaurierin. Deren wenige nachvollziehbare Ideen, meist nach dem vorherigen Plan, von den großen und vielen überdeckt werden, die nach der e.on-Nase laufen.



    Der fossile Komplex wehrt sich wie in anderen Ländern mit unsauberen Tricks dagegen, seine Kosten auch zahlen zu müssen und entsprechend sich in andere Bereiche zu bewegen. Aufgabe der Politik wäre aber, das einzuhegen.

  • Günter Witte

    Eine Lobbyistin jammert weil die Liezens zum Geldverdienen beschnitten werden soll, also nicht neues. Das beim Ausbau der Erneuerbaren jahrzehntelang Fehler ignoriert wurden heißt ja nicht das man sie jetzt nicht mehr korrigieren darf.

    • Anna Bell

      @Günter Witte:

      Der Fehler ist im System und wird durch die Gesetze nicht behoben. Netzausbau wurde verschlafen. Und die Fehler der Fossilen werden natürlich auch nicht adressiert, Abhängigkeit von diktatorischen Regimen, Kosten, keine lokale Wertschöpfung, Klimawandel.