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Warnung vor Macht der GroßunternehmenExtraprofite für Musk und Co.

Eine neue Studie warnt vor der Macht der global größten Konzerne: Danach konnten Riesenunternehmen ihre monopolartige Stellung noch steigern.

Simon Poelchau

Aus Berlin

Simon Poelchau

Die weltweit größten Konzerne nutzen ihre Marktmacht aus, um auf Kosten von Ver­brau­che­r*in­nen und kleineren Unternehmen ihre Profite zu steigern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die mehrere Nichtregierungsorganisationen am Mittwoch anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlichten. Demnach konnten die 20 größten Unternehmen der Welt die Preisaufschläge für ihre Produkte von Mitte der 1990er bis zum Jahr 2022 von durchschnittlich 40 auf 50 Prozent steigern.

Wenn die Produktion einer Ware also 10 Euro gekostet hat, können die 20 weltweit größten Konzerne sie laut Studie für 15 Euro verkaufen, während kleinere Unternehmen lediglich 12,50 Euro dafür verlangen können. Diese Differenz von 2,50 Euro bezeichnen die Stu­di­en­au­to­r*in­nen als eine „private Steuer“, die die Ver­brau­che­r*in­nen an die wohlhabenden Ei­gen­tü­me­r*in­nen der großen Konzerne zahlen. Deren „zusätzliches Einkommen ist unser Verlust“.

„Die Studie zeigt, wie einige der reichsten Milliardäre der Welt ihre Macht nutzen, um die Gesellschaft auszunehmen. Monopole sind der Schlüssel zur dauerhaften und extremen Macht und dem Reichtum der Milliardäre und größten Unternehmen der Welt“, sagt Nicholas Shaxson von der britischen NGO Balanced Economy Project und Mitautor der Studie. Veröffentlicht wurde sie neben dem Balanced Economy Project auch von Global Justice Now, Somo und LobbyControl.

Häufig stehen hinter den großen Konzernen einige der reichsten Menschen der Welt. So ist zum Beispiel Amazon-Gründer Jeff Bezos mit einem geschätzten Vermögen von 114 Milliarden US-Dollar derzeit der drittreichste Mensch der Welt. Und die derzeitige Nummer zwei, Elon Musk, konnte ausnutzen, dass 2020 in den USA fast vier von fünf verkauften Elektroautos von Tesla waren.

Warnung vor Folgen für Demokratie

Die NGOs warnen in ihrer Studie vor den Folgen für Gesellschaft und Demokratie. So geben die untersuchten Unternehmen allein in der EU jährlich 36,9 Millionen Euro fürs Lobbying aus. „Diese Raubritter haben unsere Demokratie unterwandert und entscheiden über die Lebensmittel, die wir essen, die Medikamente, die wir verwenden, und die Informationen, die wir erhalten“, sagt Nick Dearden von Global Justice Now. Der Reichtum der Milliardäre beruhe nicht auf „brillantem Unternehmertum, sondern darauf, dass sie zu viel Macht über die Gesellschaft haben“.

Die NGOs fordern deshalb die Politik auf, Maßnahmen zu ergreifen. Monopole könnten etwa zerschlagen oder schärfere Fusionskontrollen durchgeführt werden. Denn eigentlich verfügten die meisten Regierungen bereits über „gut etablierte“ rechtliche Regeln, um tätig zu werden.

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4 Kommentare

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  • Diesen Pionieren wie Bezos, Musk und anderen „brillantes Unternehmertum“ abzusprechen ist naiv.



    Und ja, jede Innovation ist in den Anfängen der Vermarktung ein Monopol.



    Kleinere Firmen haben wegen ihrer höheren Kosten einen geringeren Mark-up Preis…oder soll hier der Verbraucher die Mehrkosten zahlen?



    Mehr Fragen als Antworten in der Studie…

  • Wirklich niemand ist gezwungen, die Produkte von Bezos, Zuckerbrot, Muskeln & Co. käuflich zu erwerben. Jeder kann über den Erwerb entsprechender Aktien teilhaben. Der Begriff "Raubritter" passt daher nicht.

  • Gestern wurde vermeldet, dass VW auf dem deutschen Markt im betreffenden Beobachtungszeitraum erstmals mehr E-Mobile verkauft hat als Tesla. Geht also! Niemand wird gezwungen, sich einen überteuerten Tesla zuzulegen. Bei Amazon und Meta sieht das schon wieder etwas anders aus, aber Tesla muss es nicht wirklich sein, wenn man das nicht möchte, es gibt genügend Alternativen dazu.

  • Warum ist eigentlich immer Musk der Namen der bei Superreichen zuerst fällt?



    Die Produkte von Elon Musk sind alles keine Monopole. Bei Elektroautos, Raketen usw. gibt es einen funktionierenden Markt. Das der Aktienkurs seiner Unternehmen durch die Decke geht, hat mehr mit dem Börsenwahnsinn zu tun als mit einem Wettbewerbsvorteil.



    Ganz anders bei Jeff Bezos und Marc Zuckerberg, deren Firmen wirklich eine monopol-artige Stellung haben und die dies auch ausnutzen. Warum sterben denn unsere Innenstädte?