Vorwurf der Gruppenvergewaltigung: Neun Jahre Haft für Robinho
Der 33-jährige Brasilianer soll bereits 2009 einer Frau gegenüber gewalttätig gewesen sei. Gegen das jetzige Urteil will er in Berufung gehen.
afp | Der brasilianische Fußballer Robinho ist laut italienischen Medienberichten wegen Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Den Berichten zufolge verkündete ein Mailänder Gericht das Urteil am Donnerstag in Abwesenheit des 33-Jährigen. Laut Corriere della Sera soll Robinho im Januar 2013 gemeinsam mit fünf Freunden das Opfer betrunken gemacht und anschließend vergewaltigt haben.
Robinho wies die Vorwürfe in Mitteilungen unter anderem über Facebook zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Gefängnis gefordert. Seine Verteidigung ging in Berufung, bis zur Entscheidung bleibt die Vollstreckung ausgesetzt. In einer Erklärung der Verteidiger hieß es, Robinho sei an dem „Vorfall“ nicht beteiligt gewesen.
Ein brasilianischer Freund Robinhos wurde ebenfalls zu neun Jahren Haft verurteilt. Die anderen vier Angeklagten waren laut Gericht nicht auffindbar. Robinho und sein Freund müssen der Frau zudem 60.000 Euro zahlen. Der brasilianische Stürmer stand seinerzeit beim AC Mailand unter Vertrag. Derzeit spielt der 33-Jährige in seiner Heimat bei Atletico Mineiro.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Fußballer mit derartigen Vorwürfe konfrontiert ist. 2009 wurde er von der britischen Polizei wegen Anschuldigungen einer Frau befragt, gegen die er in einer Discothek im englischen Leeds gewalttätig geworden sein soll. Damals spielte Robinho für Manchester City. Die Vorwürfe wurden schließlich nicht weiter verfolgt.
Robinho gehörte bei den WM-Turnieren 2006 und 2010 der brasilianischen Nationalelf an. Er gewann zahlreiche Vereinsmeisterschaften. Einen seiner größten Erfolge feierte er bei der Copa América 2007, der Südamerika-Meisterschaft für Nationalmannschaften, bei der Brasilien den Titel gewann. Er wurde Torschützenkönig und zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert