Eine Weltkarte zegt, dass in Ozeanien, Ostasien und Europa viel mehr Menschen geimpft sind als in Zentralafrika. Eine Hand hält eine stilisierte Impfspritze.

Infografik: Aletta Lübbers

Ungerechtigkeit bei Corona-Impfungen:Die globale Impflücke

Der Zugang zu Corona-Impfungen ist global extrem ungleich verteilt. Ob sich das ändert, könnte über die Pandemie entscheiden. Eine Datenanalyse.

16.11.2021, 14:28  Uhr

Es hätte eine Erfolgsgeschichte werden können: Mehr als 7 Milliarden Impfdosen sind weltweit verabreicht. Seit Beginn der Impfkampagne vor knapp einem Jahr sind etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft. Ein Rekord. Noch nie wurden in kurzer Zeit so viele Menschen gegen ein gefährliches Virus geschützt.

Und auch das hätte ein Meilenstein in der Geschichte werden können: Die Pharmaunternehmen weltweit sind imstande, so viel Vakzine herzustellen, dass bis Jahresende in jedem Land eine Impfquote von mindestens 40 Prozent erreicht werden könnte. Das entspricht ziemlich genau dem Ziel, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert hatte.

Die Impfquote armer Länder ist sehr niedrig, die reicher Länder sehr hoch

Quelle: Bloomberg, Weltbank, eigene Berechnungen Infografik: Aletta Lübbers

Könnte, hätte, würde – die Wirklichkeit ist eine andere: Die Impfstoffvergabe ist extrem ungleich verteilt. Oder wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus es bezeichnet: Diese Zahlen verdeckten eine „erschreckende Ungerechtigkeit“. Während die Impfquote in Ländern mit hohem Einkommen bei rund 73 Prozent liegt, liegt sie in Ländern mit niedrigem Einkommen bei nur knapp 5.

Als zu Beginn der Pandemie Dutzende Phar­ma­unternehmen ankündigten, Impfstoffe gegen das so gefährliche Coronavirus entwickeln zu wollen, sicherten sich allen voran die USA, Israel, Großbritannien, etwas verzögert auch die EU-Länder, Japan und die anderen wohlhabenden Staaten so ziemlich sämtliche Dosen der Pharmaunternehmen Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson, deren Vakzine am vielversprechendsten waren. Andere Länder hatten kaum eine Chance. Sie sollten stattdessen über die Impfstoffinitiative Covax Zugang erhalten, einer Allianz, an der die meisten reichen Staaten versprachen, sich finanziell und auch mit Impfdosenspenden zu beteiligen.

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Doch nicht einmal diese Zusagen haben die Länder eingehalten. Von den 1,3 Milliarden vereinbarten Dosen sind nach Angaben von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, bisher nur 476 Millionen Dosen durch Covax an ärmere Länder weitergegeben worden. Insbesondere afrikanische Länder hätten kaum etwas erhalten. Andere Länder sahen keine andere Möglichkeit, als die Vakzine aus China oder Russland anzunehmen, die allerdings eine sehr viel geringere Wirksamkeit aufweisen.

Armen Ländern Corona-Impfstoffe vorzuenthalten und damit eine gerechte Verteilung zu verhindern, sei „nicht nur eine Frage der Unmoral, es ist auch eine Frage der Dummheit“, kritisiert UN-Generalsekretär António Guterres. Er warnte: Bei der Ausbreitung des Virus in Gebieten mit geringer Impfquote sei die Gefahr größer, dass sich Varianten entwickelten, gegen die die Impfstoffe dann nicht mehr helfen. „Alle Impfbemühungen in den entwickelten Ländern werden in die Binsen gehen.“ Nicht zuletzt auch um das zu verhindern, fordert WHO-Chef Tedros all jene Länder auf, die mehr als 40 Prozent ihrer Bevölkerung gegen Corona geimpft haben, die benachteiligten Länder stärker zu unterstützen.

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Doch diese Hilfe dürfte noch länger ausbleiben. Denn inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Wirksamkeit auch der guten Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna etwa ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung deutlich zurückgeht, vor allem bei alten Menschen.

Israel hat dem Großteil seiner Bevölkerung den Booster bereits ermöglicht. Seitdem geht das Infektionsgeschehen deutlich zurück. Die WHO hatte die Booster-Impfung der reichen Länder zunächst kritisiert und gebeten, darauf zu verzichten, bevor die Impfrate im Rest der Welt nicht höher liegt. Inzwischen hat ein unabhängiger Beirat der Organisation die Auffrischungsimpfung empfohlen, explizit aber nicht für die allgemeine Bevölkerung.

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1. Der Egoismus der Reichen ist gigantisch
Deutschland und eine Impfspritze

An Problembewusstsein fehlt es der Bundesregierung nicht. Von „dramatischer Ungerechtigkeit“ sprach die Kanzlerin angesichts der ungleichen Impfstoffverteilung im Sommer beim G20-Gipfel. Diese müssten „wir schnell überwinden“. Sie versprach im Jahr 2021, 70 Millionen statt der 30 Millionen Dosen an die Impfstoffinitiative Covax zu spenden. Gesundheitsminister Jens Spahn stellte 100 Millionen in Aussicht. Tatsächlich hat Deutschland bisher nur rund 20 Millionen gespendet – die des Herstellers AstraZeneca, den hier kaum einer mehr haben will.

Der Egoismus der reichen Länder sucht seinesgleichen. Israel, Großbritannien und die USA waren die Ersten, die sich gleich zu Beginn der Pandemie sämtliche Produktionskapazitäten der vielversprechendsten Impfstoffe bis Ende 2021 sicherten. Die EU folgte diesem Schritt. Einige kleine (und zumeist ebenfalls reiche) Länder konnten noch rechtzeitig mitziehen. Der Rest der Welt ging leer aus und bis heute können die meisten von ihnen nur über das Covax-Programm Impfstoff beziehen.

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Der Egoismus geht jedoch noch weiter. Die Bundesregierung gehört zu den großen Blockierern, wenn es darum geht, die Impfpatente und die Übertragung von Technologiewissen freizugeben. Schließlich ist Biontech, ein Mainzer Unternehmen, mit seiner neuen mRNA-Technologie derzeit die Nummer eins bei der Corona-Impfstoffproduktion. Und obwohl US-Präsident Joe Biden sich zumindest verbal für eine Freigabe ausgesprochen hat, weigert sich auch Moderna, der zweite große mRNA-Hersteller, trotz Milliardenumsätzen sein Wissen zu teilen.

Die WHO hat im April eigens ein mRNA-Technologietransferzentrum in Südafrika gegründet. Dieses neue Zentrum hat es aber bis heute nicht geschafft, einen der beiden etablierten mRNA-Impfstoff zu übernehmen. Beide Pharmakonzerne blockierten, kritisiert die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Biontech hat inzwischen angekündigt, in Südafrika eine Produktionsstätte zu errichten.

2. Fehlende Infrastruktur verhindert Impfungen

Nigeria und eine Impfspritze

Nigeria, Afrikas Riesenstaat mit etwa 220 Millionen Ein­woh­ner*in­nen, hatte bis Mitte November insgesamt 212.894 bestätigte Coronafälle. Am stärksten betroffen ist Lagos, die Megacity am Golf von Guinea, in der rund 20 Millionen Menschen leben. Gut jeder dritte Coronafall wurde dort verzeichnet. Ex­pert*in­nen gehen davon aus, dass die allermeisten Fälle unentdeckt bleiben – wegen leichter Verläufe oder weil kaum getestet wird.

Voll geimpft sind in Nigeria gerade einmal 5,24 Prozent der Bevölkerung, sagt das Zentrum für Seuchenkontrolle der Afrikanischen Union. Laut Daten von Bloomberg sind es noch weniger. Das Land hatte, wie die meisten Länder in Afrika, am Anfang der Impfkampagne keine Chance, selbst an die vielversprechendsten Impfstoffe von Biontech/Pfizer, AstraZeneca oder Moderna zu kommen. Über die Impfstoffinitiative Covax, die Afrikanische Union sowie durch eine Spende der USA hat es bisher gut 19 Millionen Impfdosen erhalten. Knapp die Hälfte wurde verabreicht.

Aufgrund fehlender Impfstoffe musste die Impfkampagne ab Mitte Juli für mehr als fünf Wochen ausgesetzt werden. Die Regierung hält dennoch weiter an dem Ziel fest, bis Ende 2022 rund 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben. Das wäre mehr als anderthalb Jahre später als in den reichen Ländern. Ende Oktober sagte die Weltbank einen Kredit in Höhe von 400 Millionen US-Dollar zu, um Impfstoff zu kaufen.

Die geringe Impfquote hängt auch mit logistischen Problemen zusammen. Faktoren wie etwa die Ausstattung des Gesundheitssystems entscheiden mit. Global betrachtet zeigt sich zum Beispiel eine deutliche Korrelation zwischen der Müttersterblichkeit in einem Land und der Corona-Impfquote.

Geringe Müttersterblichkeit wird als Indikator genutzt, um zu messen, wie gut oder schlecht das Gesundheitssystem eines Landes ist. In vielen Landkreisen Nigerias gibt es nur ein einziges Impfzentrum. Die Wege dorthin sind weit und Transportkosten für viele Menschen nicht bezahlbar. Auch wird aufgrund des hohen Entführungsrisikos jede nicht absolut notwendige Reise vermieden.

3. Vielen bleibt nur schlechterer Impfstoff
Chile und eine Impfspritze

In den Impfstatistiken liegt Chile mit an der Weltspitze. Inzwischen wurden 80 Prozent der rund 16,5 Millionen impfbaren Chi­l­e*innen zwei Dosen verabreicht. Bis September waren rund 36 Millionen Impfdosen in Chile angekommen. Davon stammen 24 Millionen Dosen vom chinesischen Pharmaunternehmen Sinovac. Dessen Impfstoff CoronaVac liegt damit weit vor dem von Pfizer-Biontech und AstraZeneca. Allerdings haben sie keine gleich hohe Wirksamkeit.

China hat zahlreiche Länder mit Corona-Impfstoff beliefert, als der Westen mit sich selbst beschäftigt war. Chiles guter Draht zu dem chinesischen Pharmaproduzenten rührt auch daher, dass die Päpstliche Katholische Universität Chile in der Hauptstadt Santiago sich an der Studie zur dritten Testphase von CoronaVac beteiligt hatte. Schon am 20. Januar genehmigte Chiles Gesundheitsbehörde dessen Anwendung und am 3. Februar wurden die ersten Dosen verabreicht. Anfang September gab Chiles Gesundheitsbehörde dann grünes Licht für den Einsatz auch bei Kindern ab sechs Jahren. Auch hier hatte die Katholische Universität bei 4.000 Kindern die Auswirkungen des Impfstoffs getestet.

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Die Regierung in Chile hatte auch frühzeitig versucht, Lieferverträge mit AstraZeneca und Pfizer auszuhandeln. Dass Sinovac den Großteil der verimpften Vakzine lieferte, hat damit zu tun, dass im reichen Norden niemand den chinesischen Impfstoff haben wollte. Lieferengpässe gab es denn auch keine. Anders bei AstraZeneca und Pfizer/Biontech. Da musste sich Chile wie alle in der Region in die Reihe der Wartenden stellen.

Trotz des frühen Beginns der Impfkampagne Anfang des Jahres stiegen die Zahlen der täglichen Neuinfizierten bis Mitte Juni weiter stark an. Auch bei der Todesrate lag Chile im Vergleich mit den Nachbarländern bis zum Juli an der Spitze. Erst danach reihte sich das Land in das untere Drittel ein. Und gegenwärtig liegt Chile wieder an der Spitze.

Im Laufe des Sommers zeichnete sich immer mehr ab, dass sich die Schutzwirkung des chinesischen Impfstoffs fünf Monate nach seiner Anwendung auf 40 Prozent verringert. Seit August wird mit einer dritten Impfung bei den über 55-Jährigen begonnen. Verwendet werden vor allem die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und der von AstraZeneca. Letzterer, weil den in den USA und Europa kaum einer mehr haben will.

4. Die herstellenden Länder haben die Macht
Indien und eine Impfspritze

Ein Blick auf die globale Verteilung von Covid-19-Impfstoffen zeigt, dass viele größere Länder des sogenannten globalen Südens schlecht abschneiden. Bis auf eines: Indien. An die 30 Millionen Corona-Vakzindosen werden weltweit täglich verimpft, etwa 10 Prozent davon alleine in Indien. Folgt man den Zahlen des Gesundheitsministeriums, ist je­de:r zweite In­de­r:in mittlerweile mindestens einmal geimpft. Und das hat das Land auch seiner starken Pharmaindustrie zu verdanken. Der größte Akteur ist dabei das Serum Institute of India (SII) aus dem westindischen Pune. Ampullen aus seiner Produktion haben schon vor der Pandemie Kinder und Erwachsene weltweit gegen verschiedene Krankheiten immunisiert.

Die Macht der Länder mit starker Pharmaindustrie bekommt Indien allerdings nicht nur im Positiven zu spüren. Weil Großbritannien die Impfung mit Covishield, dem indischen AstraZeneca, zuerst nicht bei der Einreise akzeptierte, kam es zwischenzeitlich zu diplomatischen Auseinandersetzungen. Dem Impfstoff Covaxin, mit dem sich vor allem Staatsbedienstete hatten impfen ließen, wurde erst Anfang November von der WHO eine Notfallzulassung erteilt. Eine internationale Anerkennung ohne Hintertür bedeutet das nicht, auch wenn Indiens Außenminister stolz verkündet, die Landesimpfungen seien nun in 96 Ländern akzeptiert. In Deutschland etwa wird Covaxin nur bei zwingendem Reisegrund als Ausnahme anerkannt. Beide indischen Impfstoffe sind bisher auch noch nicht für den EU-Impfpass zugelassen, da ihn noch nicht alle EU-Staaten anerkannt haben.

Weggeworfene Impfdosen

Foto: Aletta Lübbers

Die Hoffnung, dass Indien – anstelle des Westens – ärmere Länder mit günstigen Impfdosen beliefert, ist bisher noch nicht ganz aufgegangen. Aus Indien wurden 66 Millionen Dosen exportiert, doch nach hohen Infektionsfällen im eigenen Land stoppte die Regierung vor einem halben Jahr trotz Verträgen des SII mit Covax die Ausfuhr.

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Entgegen ihren Versprechen dauerte es länger als erwartet, bis die indischen Impfstoffhersteller ihre Produktion erhöhten. Es mangelte wohl an einer weiteren Finanzierung. Später hieß es vonseiten des SII, dass Ausfuhrverbote von Rohstoffen und Produktionsmitteln (etwa aus den USA) die Aufstockung verzögerten.

Der Impfstoffexport soll jedoch bald wieder anlaufen. Laut Reuters hat Indien die Kapazitäten, jährlich 3 Milliarden Covid-Impfdosen herzustellen. Für weitere Impfstoffe laufen vielversprechende Studien oder sie stehen kurz vor der Zulassung. Doch ohne Einsicht des Westens wird das alles nichts helfen, um Impfstoff an alle Länder zu liefern.

5. Falschinformationen leiten in die Irre
Rumänien und eine Impfspritze

Dänemark hatte ausreichend Impfstoff, weil Rumänien Ende Juni 1,2 Millionen Impfdosen an die Skandinavier verkauft hatte. Die rumänische Regierung ging davon aus, dass sie die Vakzine nicht mehr brauchen würde, viele Leute in dem Land wollten sich nicht impfen lassen. Bis heute sind nur 37 Prozent der Erwachsenen im Land vollständig geimpft. Sechs von zehn Rumänen lehnen einer Anfang Oktober veröffentlichten Umfrage zufolge die Impfung ab.

Im Laufe des Sommers gingen die Infektionszahlen zurück. Rumäniens Präsident Klaus Johannis hatte die Pandemie sogar für beendet erklärt. Die Folgen dieser Fehleinschätzung: Die Intensivstationen sind wieder völlig überfüllt, das Personal ist erschöpft, es fehlt an Beatmungsgeräten und Betten. Gemessen an der Einwohnerzahl verzeichnet der EU-Staat die höchste tägliche Rate an Covid-19-Toten weltweit.

Anders als etwa die Länder Afrikas oder Südamerikas hat Rumänien als EU-Mitgliedsstaat das Privileg, an die wirksamsten mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zu gelangen. Dennoch ist die Impfskepsis in dem Land groß.

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Ein Grund sind nationalistische Politiker und die Rumänisch-Orthodoxe Kirche. So hat sich auch der Erzbischof der südostrumänischen Diözese Tomis, Petrescu Teodosie, gegen Impfungen ausgesprochen. Sie seien nicht sicher, auch die EU würde die Impfungen inzwischen stoppen. Ermittlungen gegen solche Falschaussagen gab es nur in wenigen Fällen. Zudem wird Verschwörungstheoretikern besonders in den privaten Fernsehsendern viel Raum gegeben. Und auch die sozialen Netzwerke sind voll mit Falschinformationen über Impfstoffe und Impfprogramme.

Ob es Ignoranz ist, dass die Bewegung der Impf­geg­ne­r*in­nen in Rumänien besonders groß ist? Oder ist es eine gefährliche Kombination aus Falschinformation durch die Autoritäten plus Bildungsferne? Was auffällt: Die Impf­geg­ne­r*in­nen finden sich vor allem in bildungsfernen Schichten.

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