Trumps „Friedensrat“ für Gaza: Wenig stabil
Der „Board of Peace“ für Gaza nimmt Gestalt an – es ist ein Produkt der Trump’schen Egomanie. Man sollte wenig auf ihn wetten.
D onald Trumps neues Konstrukt nennt sich Friedensrat. Bis vor Kurzem dachten die meisten, dass es dabei um Gaza geht, doch spätestens seitdem die Charta des Rates veröffentlicht wurde, ist klar: Es geht nicht um Gaza. Und natürlich genauso wenig um Frieden (gerade erst hat Trump dem norwegischen Premier erklärt, ohne Friedensnobelpreis fühle er sich überhaupt zu keinem Frieden verpflichtet).
Worum es Trump wirklich geht, ist – Überraschung – die Zerstörung der alten Weltordnung, inklusive der UNO, die ihm schon lange ein Dorn im Auge ist, und der Aufbau einer neuen. Unter seiner absoluten Führung. Das letzte Wort in diesem Rat hat der Vorsitzende – natürlich Trump. Der bestimmt auch darüber, welche Staaten Mitglied werden können und welche es bleiben. Wer einen ständigen Sitz will, zahlt einfach eine Milliarde Dollar. Rechenschaftspflicht? Ach wo. Das avisierte Projekt scheint wie die Wahrwerdung eines langgehegten politischen Trump’schen Traums.
Die große Frage lautet nun: Wird dieses Projekt erfolgreich sein? Das hängt vor allem davon ab, wer Trumps Einladung folgt und seinem Club beitritt. Bisher gingen Einladungen an diverse Staatschefs raus: an den türkischen Präsidenten Erdoğan, Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Javier Milei aus Argentinien – und auch ihn: Putin. Orbán hingegen hat nicht lang gefackelt und gleich zugesagt. Der neue Friedensrat – eine Achse autoritärer Staaten? Auch Deutschland hat mittlerweile eine Einladung erhalten. Die Reaktion war bisher eher kühl – und das ist auch gut so. Denn wer beitritt, kapituliert vor Trump und seinem erträumten milliardenschweren Machtclub, in dem ohnehin nur einer das Sagen hat.
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Am wahrscheinlichsten wird sein: Der Friedensrat – wenn er denn ins Leben gerufen wird – zerbröselt von selbst. Denn am Ende dürfte die Staaten, die tatsächlich beitreten, wenig verbinden, und eine Weltordnung, die nur vom Ego ihres Gründers zusammengehalten wird, hält nicht auf Dauer. Das bleibt zumindest zu hoffen.
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