Trauer um SPD-Bundestagsabgeordneten: Umweltstaatssekretär Carsten Träger ist gestorben
Die Flaggen auf dem Bundestag werden auf halbmast gesetzt. Grund ist ein Todesfall in der SPD-Fraktion.
dpa/taz | Der Bundestag und die SPD trauern um den Fürther SPD-Abgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretär Carsten Träger. Die Nachricht von seinem überraschenden Tod mache sie tief betroffen, teilte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) mit. Der 52-Jährige sei „ein sympathischer, engagierter und auch in seinem Wahlkreis Fürth beliebter Politiker“ gewesen.
„Im Namen des Deutschen Bundestages spreche ich seiner Familie und den Angehörigen mein tief empfundenes Mitgefühl aus“, so Klöckner weiter. „Ich wünsche ihnen alle Kraft in dieser schwierigen Zeit.“ Die Bundestagspräsidentin ordnete nach eigenen Angaben Trauerbeflaggung auf den Liegenschaften des Deutschen Bundestages an. Im Reichstagsgebäude soll ein Kondolenztisch aufgestellt werden. Am Mittwoch werde der Bundestag Carsten Träger im Plenum gedenken.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte zuvor über den Tod des Abgeordneten informiert. „Wir sind tief erschüttert. Carsten Träger war Umweltpolitiker mit Leib und Seele, ein leidenschaftlicher Sozialdemokrat und ein warmherziger Mensch. Sein Tod reißt eine Lücke, die nicht zu füllen ist. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seinen beiden Töchtern“, hieß es in einem Statement.
Träger wurde als Sohn des früheren Fürther Bürgermeisters Hartmut Träger geboren und trat 1995 in die SPD ein. Ab 2002 gehörte er dem Fürther Stadtrat an, später auch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. 2013 zog er erstmals in den Bundestag ein, dem er mit Unterbrechung seitdem angehörte. Dort war er unter anderem umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Zuletzt war Träger Parlamentarischer Staatssekretär im SPD-geführten Bundesumweltministerium. „Die Nachricht hat mich tief erschüttert“, teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider mit. Träger sei für ihn „eine zentrale Stütze und wichtiger Ratgeber“ gewesen, so Schneider.
Nach Angaben der bayerischen SPD starb er am Samstag „völlig unerwartet“. Laut Medienberichten soll Träger beim Skifahren in Tirol einen Zusammenbruch erlitten haben. Er wurde demnach in eine Innsbrucker Klinik eingeliefert, wo er kollabiert und verstorben sei. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) sprach von einem „absolut tragischen“ Ereignis. Träger sei „ein richtig guter Mensch“ gewesen.
Zu einer möglichen Nachfolge im Bundestag äußerte sich die SPD nicht und bat darum, zunächst der Trauer Raum zu geben. „Alles Weitere werden wir zu gegebener Zeit gemeinsam in unseren Gremien beraten“, hieß es. Bundestagsnachrücker wäre laut bayerischer Landesliste der junge Amberger SPD-Politiker David Mandrella.
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