Toiletten im Zug: Erst groß, dann klein, dann geht’s auch ohne Bürste
Ärgerlich, wenn man die Bürste braucht und die grade nicht zur Hand ist. Da hilft dem modernen Mann nur, gute Vorsätze über den Haufen zu schmeißen.
W en nervt es nicht: das Fehlen der Klobürsten auf Zugtoiletten? Man wird gebeten, die Zugtoilette so zu hinterlassen, wie man sie gerne vorfinden würde, und dann geht das nicht. Weil die hässlichen Spuren in der Schüssel auch nach mehrmaligem Spülen nicht abgehen. Man gibt auf und, mit etwas Pech, der nächsten Person gleich die Klinke in die Hand. Schlägt man beschämt die Augen nieder, oder sagt man irgendwas: „Ich kann nichts dafür, ich hätte ja gerne, es gibt hier aber keine Bürste“?
Ausflüchte, denkt die andere nur: billige Ausflüchte, was für ein Unhold, alles verschissen. Was soll sie auch sonst denken? Die Fakten sprechen ja für sich. Man kann sich der Verachtung des nachfolgenden Fahrgastes in jedem Fall sicher sein. Vielleicht ist er auch enttäuscht. Schade, so sah der eigentlich gar nicht aus, so schmutzig, so rücksichtslos – wie man sich in einem Menschen täuschen kann.
Dann legen sie selbst los, und die Spur wird noch schlimmer. Aber den Dreckschweinen ist das ja egal. Ich fürchte, ich bin der Einzige, der hier über ein soziales Gewissen verfügt und sich entsprechende Gedanken macht. Und weil das so ist, kommt nun endlich der versprochene Lifehack. Wenn man „groß“ und „klein“ muss, sollte man sich das Kleine zunächst aufsparen und erst das Große machen. Das spült man dann oberflächlich weg, wie man das so kennt.
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Es bleibt natürlich der übliche Rückstand, alles wie gehabt. Keine Klobürste. Nun stellt sich der Mann hin und säubert mit dem Strahl des Kleinen den Rest vom Großen. Ein natürlicher Kärcher, so kriegt man alles weg. Ich kenne großartige Stehpinklerinnen, aber die Technik ist längst nicht jeder gegeben. Frauen also stellen sich am besten mit den Füßen links und rechts auf den Rand der Schüssel, um dem Strahl so nicht nur zu Zielgenauigkeit, sondern auch zu einer durch die Fallhöhe verstärkten Wucht und Schärfe zu verhelfen.
Das Tolle daran: Man darf nicht nur, nein, man muss im Stehen pinkeln. Weil es nicht anders geht, weil es das kleinere Übel ist, denn sonst bleibt das Klo verdreckt. Was schon eine ganze Weile als verpönt gilt, ist hier wieder ausdrücklich erlaubt. Man verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, so ein Retro-Feeling, wie früher, als alle noch im Flugzeug geraucht haben. Voll die 1980er Jahre.
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