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Thronfolge in TokioJapans Parteien wollen keine Kaiserin

Statt Frauen künftig die Chance auf den Chrysanthementhron zu ermöglichen, hat sich in Japan ein Parteienbündnis auf eine Adoptionsregelung für Ex-Adlige geeinigt.

Martin Fritz

Aus Tokio

Martin Fritz

Der schrumpfenden Kaiserfamilie in Japan gehen die männlichen Erben aus. Über diese Gefahr für eine Institution, die das Land zusammenhält, diskutieren japanische Politiker seit über zwei Jahrzehnten. Nun haben sich sieben Parteien von Regierung und Opposition auf einen Minimalkonsens geeinigt. Damit das Kaiserhaus nicht ausstirbt, sollen heutige männliche Mitglieder von Adelsfamilien, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Status verloren, adoptiert werden.

Adoptionen werden in Japan traditionell benutzt, um die männliche Erbfolge einer Familie zu sichern. Im Umkehrschluss bedeutet die vorgeschlagene Lösung: Unter keinen Umständen wird eine Frau den Chrysanthementhron besteigen.

Auch der zweite Vorschlag zielt in diese Richtung. Danach sollen weibliche Angehörige der Kaiserfamilie – im Gegensatz zur aktuellen Regelung – nach einer Heirat weiter Mitglied der Kaiserfamilie bleiben können. Dadurch könnte die Kaiserfamilie ihre öffentlichen Pflichten, etwa die Schirmherrschaft für Organisationen, leichter ausüben. Doch die bürgerlichen Ehepartner und die Nachkommen dieser Paare sollen nicht in das Kaiserhaus aufgenommen werden. Sonst könnte nämlich eine Thronfolge über eine weibliche Linie entstehen.

Die Sprecher und Vizesprecher der beiden Parlamentskammern legten Premierministerin Sanae Takaichi am Mittwoch den erarbeiteten „Konsens der Legislative“ vor. Ihre Regierung wird nun ein Gesetz entwerfen und es bis Mitte Juli ins Parlament einbringen.

Die Zahl potenzieller Thronfolger ist geschrumpft

Die Kaiserfamilie ist seit dem Tod des Showa-Kaisers 1989 von 21 auf 16 Mitglieder geschrumpft. Die Thronfolge in der direkten männlichen Linie besteht nur aus dem 60-jährigen Kronprinzen Fumihito und seinem 19-jährigen Sohn Hisahito. Diese aktuelle Thronfolge soll beibehalten werden.

Zu den fünf unverheirateten Frauen zählt Aiko, die 24-jährige Tochter des jetzigen Kaiserpaars. Die äußerst beliebte Aiko wäre die ideale Kandidatin für eine Kaiserin. Eine im Mai durchgeführte Umfrage der Asahi Shimbun ergab, dass 72 Prozent der Befragten eine weibliche Thronfolgerin als regierende Kaiserin befürworteten. Doch Japans Konservative blockierten diese Lösung bisher konsequent und erhielten dafür nun überparteiliche Unterstützung.

Die elf Zweige der Kaiserfamilie mit seinerzeit 51 Mitgliedern verloren 1947 auf Anordnung der damaligen US-Besatzungsmacht ihren adeligen Status. Derzeit gibt es zehn Männer in der männlichen Linie dieser Zweige, die noch unverheiratet sind und als Kandidaten für eine Adoption infrage kämen.

Der jetzt vorgelegte Gesetzesentwurf schließt zwar aus, dass solche adoptierten Ex-Adeligen selbst Kaiser werden können, aber lässt offen, ob ihre männlichen Nachkommen anspruchsberechtigt sind. Doch Unterhaussprecher Eisuke Mori von der Regierungspartei LDP erklärte am Mittwoch bereits, worauf die Neuregelung hinausläuft. „Wird ein Junge geboren, so hat dieses Kind das Recht auf die Thronfolge“, sagte Mori.

Einige Details des neuen Kaisergesetzes sind noch offen, etwa das Alter der zu adoptierenden Personen. Laut Mori sollen Kaiser Naruhito und seine Frau, Kronprinz Fumihito und seine Frau sowie Kaiser Emeritus Akihito und seine Frau nicht Adoptiveltern werden können. Dann käme wohl nur eine der heutigen Prinzessinnen für diese Aufgabe infrage. Erneut müssten sich Frauen für das männliche Kaiserhaus opfern.

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  • Diese Haltung ist kaum zu verstehen, denn Jitō (jap. 持統天皇, Jitō-tennō; * 645; † 13. Januar 703) war eine japanische Herrscherin und von 686 bis 697 der 41. Tennō von Japan. (Wikipedia)