Streik beim NDR: Rundfunk soll stillstehen
Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Streik beim NDR auf. Eine Beeinträchtigung des Programms sei nicht Ziel, könne aber nicht ausgeschlossen werden.
epd | Die Gewerkschaft Verdi ruft die Hamburger Beschäftigten beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) zum Warnstreik auf. Er starte am Dienstag und ende am Mittwoch um 1.30 Uhr, wie Verdi Hamburg am Montag mitteilte. Seit Februar laufe der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten. Für Dienstag sei die dritte Verhandlungsrunde geplant.
Verdi Hamburg fordert für die Beschäftigten eine Tarifsteigerung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro. Zudem sollte es eine Anhebung der Auszubildendenvergütung um 200 Euro monatlich und eine Übernahmegarantie für Auszubildende geben. Für freie Mitarbeitende forderte Verdi eine Honorarsteigerung um 7 Prozent und eine Einigung über eine höhere betriebliche Altersversorgung.
Die Gewerkschaft kritisierte, der NDR biete den Beschäftigten auch nach zwei Verhandlungsrunden lediglich 1,23 Prozent Gehalts- und Honorarerhöhung ab 1. Juli des laufenden Jahres und jeweils weitere 1 Prozent zum 1. Juni 2027 und 1. April 2028 an. Das sei deutlich weniger als ein Inflationsausgleich. Die zweite und dritte Steigerungsstufe werde jeweils um 0,43 Prozentpunkte höher ausfallen, wenn der Rundfunkbeitrag bis dahin erhöht wurde, habe die NDR-Geschäftsleitung mitgeteilt.
Björn Siebke, Verhandlungsführer von Verdi Hamburg, betonte: „Die Beeinträchtigung des Programms oder der Nutzung der Angebote ist ausdrücklich nicht das Ziel des Warnstreiks, kann aber nicht ausgeschlossen werden.“
Der NDR erklärte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), das Angebot stehe „für wirtschaftliche Vernunft und garantierte Sicherheit“. „Vor dem Hintergrund der sehr schwierigen Rahmenbedingungen“ sei es „solide finanziert“. Der Sender sehe sich verpflichtet, mit dem Geld der Beitragszahlenden verantwortungsbewusst umzugehen.
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