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Streik bei der LufthansaJetzt wird's richtig drastisch

Der Konzern macht überraschend seine bestreikte Tochtergesellschaft Cityline dicht. Die Mit­ar­bei­te­r werden mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Die Lufthansa stellt den Betrieb ihrer Regionalflug-Gesellschaft Cityline ab Samstag komplett ein. Der Schritt kommt überraschend. Eigentlich sollte der Zubringerservice erst perspektivisch beerdigt werden und gänzlich durch die Gesellschaft Lufthansa City Airlines ersetzt werden. Nun ist bei Lufthansa Cityline mit sofortiger Wirkung Schicht im Schacht – auch wegen der aktuellen Streikwelle.

Angesichts „deutlich gestiegener Kerosinpreise, die sich im Vergleich zum Zeitraum vor dem Irankrieg mehr als verdoppelt haben, sowie steigender Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen“ habe man sich entschieden, die sowieso geplante Umstrukturierung des Konzerns „in Teilen“ vorzuziehen, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit.

Als „erster unmittelbar wirksamer Schritt“ würden daher ‌„die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren“, so der Konzern. Bisher sollte Cityline den Betrieb erst 2028 einstellen. Die Regionaljets gelten als teuer im Betrieb.

Die Lufthansa reagiert ⁠damit auf den zurzeit unlösbaren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ‌über die betriebliche ‌Altersvorsorge. Die Pi­lo­t:in­nen haben gerade die vierte Streikrunde ⁠begonnen. Am Mittwoch war der Versuch einer Schlichtung in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Pi­lo­t:in­nen gescheitert. Die Lufthansa und Cockpit konnten sich nicht auf einen Themenkatalog einigen. Die Proteste der Beschäftigten überschatteten dabei den Festakt zu 100 Jahren Lufthansa in Frankfurt am Main.

Die Mit­ar­bei­te­r:in­nen von Cityline werden nun freigestellt. Mit Blick auf die Crews der dichtgemachten Tochter fand der Konzern am Donnerstag wenig erbauliche Worte: „Das Ziel bleibt bestehen, Crews der Lufthansa Cityline Optionen für eine berufliche Perspektive in der Lufthansa-Gruppe ermöglichen zu können.“

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4 Kommentare

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  • Moin,



    bei den Piloten und Pilotinnen geht es auch um die betriebliche Altersversorgung, finanziert vom Arbeitgeber, mit über 5000,-€ aussergewöhnlich hoch.



    Wie abgehoben muß man sein. Der normale gewerbliche Arbeitnehmer zahlt in Form der Entgeltumwandlung die "betriebliche" Altersversorgung überwiegend selbst. Außer natürlich im öffentlichen Dienst oder z.B. bei Versorgungsunternehmen - da zahlt der Arbeitgeber alles oder überwiegend.



    Fast die Hälfte aller Arbeitnehmer haben in Deutschland überhaupt keine Betriebsrente. Dieses Thema könnte man ja in der TAZ ja mal anfassen...



    Gruß aus Hattingen

    • @Dirk Güntner:

      Nach welchen Kriterien sollen Gewerkschaften denn zum Streik aufrufen dürfen?

    • @Dirk Güntner:

      "Fast die Hälfte aller Arbeitnehmer haben in Deutschland überhaupt keine Betriebsrente. Dieses Thema könnte man ja in der TAZ ja mal anfassen..."



      Dafür ist weniger die taz zuständig als eben der Arbeitnehmer selbst! Mein Tipp: Nicht jammern, stattdessen sich in der Gewerkschaft organisieren und für seine Interessen und Ansprüche einsetzen. Die Piloten machen's vor.

    • @Dirk Güntner:

      Bloß weil die einen etwas nicht haben musss man es den anderen ja nicht gönnen bzw. wegnehmen.



      Die Gemengelage bei der LHA ist einfach Murks:



      1. Schwierigen Umfeld für LHA da USA schwächelt wegen Donald, China wegen geschlossenem russischen Luftraum, jetzt noch hohe Kerosinpreise und Iran dicht



      2. Hohe Personalkosten bei der Mainline bei nicht entsprechender Mehrleistung



      3. Murksiges Management seit COVID mit überalterter Flotte, auch weil Boeing nicht liefern konnte.



      4. Management sagt allen sie müssen sparen, erhöht sich aber massiv die Gehälter (und Aufsichtsrat stimmt zu).