Sexuelle Übergriffe in Flüchtlingsheim: Polizei ermittelt gegen Wachleute
In einem Flüchtlingsheim in Köln sollen Wachmänner Frauen in der Dusche gefilmt und zum Sex aufgefordert haben. Nun ermittelt die Polizei.
afp | Die Kölner Polizei ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe von Wachmännern auf Frauen in einer Notunterkunft für Flüchtlinge. Es bestehe der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.
Demnach werfen die Frauen den Mitarbeitern des zuständigen Sicherheitsdienstes vor, sie beim Duschen und Stillen gefilmt und fotografiert zu haben. Zudem hätten die Wachmänner versucht, die Frauen zum Geschlechtsverkehr zu überreden, berichtete die Zeitung. „Mich hat ein Mann gefragt, ob ich mit ihm kommen würde, er würde gern mit mir zusammen sein“, sagte eine junge Syrerin der Zeitung. „Als ich ihm sagte, dass ich liiert und nicht interessiert sei, hat er gesagt, dass ich dann bald hier rausflöge.“Die Frauen wollen erst in die Notunterkunft zurückkehren, wenn der Sicherheitsdienst ausgetauscht ist. Der Projektmanager der zuständigen Firma sagte: „Ich bin entsetzt über die Vorwürfe. Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind.“
Die Flüchtlinge kritisierten auch die hygienischen Zustände und die Betreuung in dem Heim. In der Halle sind 200 Menschen untergebracht. Der Kölner Stadt-Anzeiger zufolge stehen dort Feldbetten dort ohne Sichtschutz eng nebeneinander. In den Gängen liege Müll. Die Flüchtlinge kritisieren, dass sie mangelhaft ernährt würden, es keine Übersetzer gebe und nicht genug Toiletten und Duschen.
70 Insassen protestierten deshalb am Mittwoch vor dem Bundesamt für Migration.
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