Razzia gegen „Gefährder“ in Göttingen: Offenbar Anschlag verhindert
Die Pläne für einen möglichen Anschlag sollen laut Behörden „sehr konkret“ gewesen sein. Die Beamte fanden bei der Razzia eine scharfe Waffe.
afp | Mit ihrer Großrazzia gegen Mitglieder der radikalislamischen Szene Göttingen haben die Sicherheitsbehörden nach eigenen Angaben einen womöglich unmittelbar bevorstehenden Anschlag verhindert. Die beiden in Gewahrsam genommenen sogenannten Gefährder hätten ein Attentat geplant und nach den Erkenntnissen der Ermittler „möglicherweise jederzeit“ begehen können, sagte der Chef der Kriminalpolizei der niedersächsischen Stadt, Volker Warnecke, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Bei den Durchsuchungen im Umfeld der beiden Verdächtigen beschlagnahmten die Ermittler demnach am Donnerstagmorgen auch eine ursprünglich legale, aber wieder scharf gemachte Schusswaffe sowie scharfe Munition. Ob diese für den geplanten Anschlag verwendet werden sollte, war laut Warnecke aber unklar. Dies sei „im Kalkül der Täter“ gewesen, denkbar seien aber auch andere Szenarien, wie Deutschland sie zuletzt schon erlebt habe.
Bei der Razzia stießen die Ermittler nach eigenen Angaben darüber hinaus auf Flaggen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bezeichnete die Anschlagspläne der beiden Männer am Donnerstag als „sehr konkret“. Es stehe derzeit allerdings noch nicht fest, ob die Verdächtigen bereits einen Zeitpunkt festgelegt hätten, betonte der Landesminister in Cuxhaven vor Journalisten.
Bei den beiden Männern handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 27-Jährigen algerischer Herkunft und einen 23-Jährigen mit nigerianischer Staatsangehörigkeit, die als Mitglieder der salafistischen Szene bekannt sind und von den Behörden als Gefährder geführt wurden. Sie waren demnach seit längerem im Visier einer Ermittlungsgruppe. Beide sind in Deutschland geboren und leben schon seit langem mit ihren Familien in Göttingen.
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