Prozess um Oury Jallohs Tod: Polizist soll 11.000 Euro zahlen
Im Prozess um den Feuertod von Oury Jalloh muss der angeklagte Polizist 10.800 Euro Strafe zahlen. Das Gericht sprach ihn der fahrlässigen Tötung schuldig.
MAGDEBURG afp | Im Prozess um den Feuertod des Asylsuchenden Oury Jalloh ist der angeklagte Polizist zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg sprach den Angeklagten am Donnerstag der fahrlässigen Tötung schuldig.
Der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Asylbewerber war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gestorben. Er soll dort eigenhändig mit einem Feuerzeug eine Matratze entzündet haben, obwohl er gefesselt war.
Die Staatsanwaltschaft hatte für den angeklagten Polizisten eine Geldstrafe von insgesamt 6.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen gefordert. Die Nebenklage, die die Familie Jallohs vertritt, forderte eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.
In einem ersten Verfahren war der Mann vom Landgericht Dessau 2008 freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch aber wegen erheblicher Lücken in der Beweiskette wieder auf, weshalb der Prozess noch einmal neu aufgerollt werden musste.
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