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Niedersächsisches AtommülllagerGorleben soll in die Verlängerung gehen

Die deutschen Atommüllzwischenlager müssen länger in Betrieb bleiben, wegen der Endlagersuche. Nun beginnt das Verlängerungsverfahren für Gorleben.

epd | Das Zwischenlager für hoch radioaktiven Atommüll in Gorleben muss deutlich länger betrieben werden als ursprünglich geplant. Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) stellte am Montag den Antrag für eine um 20 Jahre verlängerte Zwischenlagerung. Damit startet das Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz, wie das Unternehmen mitteilte. Genehmigungsbehörde ist das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Umweltschützer meldeten Bedenken an.

Die Genehmigung für das Zwischenlager in Gorleben läuft 2034 nach dann 40 Betriebsjahren aus. Weil sich die Suche nach einem Endlager für die hoch radioaktiven Abfälle deutlich länger hinziehen wird als bis zum im Gesetz angepeilten Jahr 2031, müssen Gorleben und die 15 anderen Zwischenlager, die alle für einen Zeitraum von 40 Jahren genehmigt wurden, ebenfalls deutlich länger in Betrieb bleiben.

Bürgerinitiative: Betreiber setzt auf ein „Weiter so“

Die BGZ begründet die auf 20 Jahre befristete Aufbewahrungsgenehmigung mit Sicherheitsaspekten. „Zusammen mit der ohnehin stattfindenden aufsichtlichen Kontrolle und der alle 10 Jahre stattfindenden periodischen Sicherheitsüberprüfung schaffen wir damit einen Rahmen, in dem wir die Sicherheit der Zwischenlagerung in regelmäßigen Zeitabständen nachweisen werden“, sagte Unternehmenssprecher Tristan Zielinski. Zudem werde dadurch der Wissenstransfer und Kompetenzerhalt bei allen beteiligten Akteuren gewährleistet.

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Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) befürchtet hingegen, dass mit dem kurzen Verlängerungszeitraum, der im Prinzip zu begrüßen sei, die BGZ im Kern auf ein „Weiter so“ setze. „Mit Blick auf die notwendige Lagerzeit von weiteren 80 bis 100 Jahren stellen sich viele Fragen – zum Gebäudebestand, zu den langfristigen Sicherungsmaßnahmen und zum Langzeitverhalten der Castoren“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Gebäude des Zwischenlagers seien eben nicht so ausgelegt, dass sie vor terroristischen oder kriegerischen Einwirkungen Dritter geschützt sind.

Betreiber lässt Mauer um das Zwischenlager errichten

Die von 1982 bis 1983 errichtete oberirdische Halle im Gorlebener Wald hat im Vergleich zu neueren Zwischenlagern deutlich geringere Abmessungen bei Wänden und Decken. Die Wände aus Stahlbeton sind nur 50 Zentimeter dick, das Betonplattendach hat lediglich eine Stärke von 20 Zentimetern. Der Betreiber BGZ lässt seit 2024 eine zehn Meter hohe Schutzwand aus Stahlbeton um die Anlage errichten.

In Gorleben lagern 113 Castorbehälter mit hoch radioaktivem Atommüll. Bei den Abfällen handelt es sich um verbrauchte Brennstäbe aus Atomkraftwerken und Rückstände aus der Wiederaufarbeitung. Die Castoren waren in insgesamt 13 Transporten zwischen 1995 und 2011, begleitet von massenhaftem Protest, in das Zwischenlager gebracht worden.

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