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Neurechter Autor Benedikt KaiserDer lange Marsch in die illiberale Republik

Benedikt Kaiser hat ein Handbuch für eine identitäre Revolution verfasst. Wer es liest, versteht die geistige Grundlage einflussreicher AfD-Kreise.

Was zum Trinken, was zum Schwenken. Stillleben von der Party der AfD in Berlin zur Bundestagswahl 2025 Foto: Rafael Heygster/laif

Dass die AfD trotz Vetternwirtschaftsskandale in den Landtagswahlen Baden-Württembergs massiv zulegte und in Sachsen-Anhalt bald den Ministerpräsidenten stellen könnte, zeigt vor allem eines: Der Rechtsruck in der Bundesrepublik ist nicht am Ende. Während das liberaldemokratische Establishment noch darüber debattiert, wie sich die Partei von Regierungsverantwortung fernhalten lässt, arbeiten die strategischen Köpfe der Neuen Rechten längst an der nächsten Etappe: der ideologischen und kulturellen Absicherung ihrer bisherigen Erfolge.

Einen programmatischen Aufschlag dazu hat Benedikt Kaiser Ende 2025 im rechtsextremen Jungeuropa-Verlag mit dem Titel „Der Hegemonie entgegen“ vorgelegt. Der für die AfD arbeitende, im Umfeld des ehemaligen Instituts für Staatspolitik wirkende, mit Götz Kubitschek und Martin Sellner vernetzte Autor will rechten Protest in langfristige Hegemoniearbeit überführen. Er steht dabei für einen Kurs, der die AfD auch für antikapitalistisch und antiimperialistisch orientierte Protestmilieus anschlussfähig machen will. Das liest sich wie ein Handbuch für eine identitäre Revolution.

Ausgangspunkt des Buches ist ein Verständnis der Bundesrepublik als nahezu totalitäres System. Für Kaiser ist sie kein offenes Wettbewerbsfeld legitimer Positionen, sondern ein durchstrukturierter Deutungsraum, in dem Herrschaft sich weniger in Regierungshandeln oder Parlamentsbeschlüssen zeigt als im alltäglich Sagbaren, Denkbaren und moralisch Akzeptablen. Für Kaiser zeigt sich das in einer „eminent grün geprägte[n]“ Bundesrepublik, die selbst Systemkritiker zu Positionierungen in ökologischen Fragen nötige.

Eben darin offenbare sich „wahre Hegemonie“, die sich „im Alltag, nicht am Wahltag“ äußere. Sie werde nicht in erster Linie von Parteien getragen, sondern von Vereinen, Stiftungen, Schulen, Kirchen, kulturellen Räumen und Medien, die Sichtbarkeit verteilen und Normalität definieren. Aus dieser Perspektive wird gesellschaftliche Vielfalt zu einem nahezu geschlossenen Gefüge.

Systematische Fehlbeurteilung

Die unmittelbare Konsequenz ist eine systematische Fehlbeurteilung zentraler Auseinandersetzungen: Klimapolitik, Diversitätspolitik oder Antidiskriminierung erscheinen bei Kaiser nicht mehr als Antworten auf reale gesellschaftliche Konflikte und Forderungen, sondern nur noch als Symptome eines bereits vorentschiedenen linksliberal-grünen Bezugssystems.

Das für diese Konfliktfelder prägende Ineinandergreifen von Institutionen, Diskursen und zivilgesellschaftlichen Akteuren wird so in einen latent autoritären Apparat überführt, der strukturell konspirativ geordnet ist: Einzelbeobachtungen werden zum Erkennungszeichen eines verborgenen inneren Feindes erhoben, gesellschaftliche Widersprüche in einen kohärenten Hegemonialblock eingepasst.

Um aus diesem autoritär gelesenen Herrschaftsgefüge auszubrechen, schlägt Kaiser vor, sich theoretisch beim italienischen Kommunisten Antonio Gramsci zu bedienen. Für langjährige Beobachter der antiliberalen Reconquista ist das keine Provokation, sondern Ausdruck eines Lernens, mit linken Theorien rechte Mobilisierung zu forcieren. Gramscis Metapolitik dient dabei vor allem als Instrument zur „Beeinflussung von menschlichen Denkweisen und Meinungen“; das ideologische Bekenntnis wird so zur Voraussetzung politischer Disruption.

Ein ausformuliertes Verständnis einer identitären Ideologie von morgen oder eine Roadmap dafür liefert Kaiser damit nicht. Zwar nennt er mit Orbán, Trump und Meloni rechte Erfolgsprojekte; als Zielvorgabe für sein sonst so auf Deutschland fixiertes Denken wirken sie nicht überzeugend. Während die konkrete Ausgestaltung einer identitären Zukunft dünn bleibt, tritt vor allem Kaisers Kritik an der bisherigen Agitation der AfD hervor.

Was gestern als „Empörungsmaschinerie“ und „Bewirtschaften von Ressentiments“ zur Mobilisierung von politischer Frustration diente, genüge für das Morgen nicht mehr. Hinter die Empörung müsse, so Kaiser, eine „positiv setzende Vision“ treten. Um dieses diffuse Positive sichtbar zu machen, lohnt es sich, zwischen den Zeilen zu lesen und die Denkstrukturen hinter dem revolutionären Zukunftsbild zu identifizieren.

In Kaisers Schrift klingt immer wieder die Grammatik Carl Schmitts an. Das Politische erscheint als Feld ohne Neutralität, als Kampf um Freund und Feind. Das „Primat des Positiven“ läuft auf die Setzung einer politischen Totalität hinaus, in der legitime Gegnerschaft, Kompromiss und koalitionäre Vermittlung entwertet werden. Die Neue Rechte soll sich daher nicht in die konkordante Ordnung einpassen, sondern ein antagonistisches Regierungshandeln anstreben.

Die Grammatik Carl Schmitts

Die Perspektive ist, davon auszugehen, dass man in Zukunft regieren wird – am besten alleine, anstatt lästige Kompromisse im Rahmen einer Koalition machen zu müssen. In Sachsen-Anhalt zeigt sich das ganz konkret: Hier sagt man offen, man möchte die Alleinregierung, um keine Kompromisse machen zu müssen.

Da man weiß, dass so ein Szenario auf Bundesebene unrealistisch ist, zielt man hier auf eine Spaltung der Union in einen rechtskonservativen Flügel und einen liberalen Teil ab, damit man – wenn schon Koalition – eine Koalition mit Menschen macht, die ähnliche Ziele verfolgen. Genau dieses Szenario wurde schon vor einiger Zeit von Maximilian Krah visioniert und ist auch Absicht der Fraktionsstrategie der AfD seit 2025.

Diese schmittianische Tiefenstruktur zeigt sich auch im Freiheits- und Rechtsverständnis. Freiheit ist für Kaiser kein Schutzraum von Differenz und Individualität, sondern Verpflichtung innerhalb eines kollektiven Zusammenhangs. Solidarität könne nicht in Vielfalt, sondern nur in geteilter Identität entstehen.

Daraus folgt ein identitär verengtes Rechtsverständnis: Rechte gelten nicht universal, sondern sind an Zugehörigkeit gebunden. Wer nicht ethnisch oder volksbezogen dazugehört, erscheint folglich nicht mehr als selbstverständliches Subjekt gleicher politischer und rechtlicher Ansprüche.

Aus der Perspektive dieser Denkstrukturen und der in ihnen angelegten Logik politischer Interaktion wird sichtbar, dass Kaiser im Kampf um Hegemonie die liberale Sozial- und Deutungsordnung selbst infrage stellt. Die gängige Einschätzung, die AfD strebe mehr an als einen Regierungswechsel und ziele auf eine andere Republik, erhält bei ihm einen strategischen Lageplan für einen tiefgreifenden geistigen Umbau, der die liberaldemokratischen Grundkoordinaten und gesellschaftlichen Interaktionsparameter selbst treffen soll.

Die Ebene der Sprache

Dieser Umbau setzt für Kaiser auf Ebene der Sprache an. Die „Sprache der BRD“ beschreibt er als „erzliberale Sprachform“, die selbst die Denk- und Begriffswelten systemischer Kritiker bestimme. Um sich aus dieser Hegemonie zu lösen, müsse zunächst das „Vokabular des Liberalismus“ gesprengt werden, jenes „praktisch alles durchdringende Idiom unseres Denkens und Sprechens“ über „die Wirtschaft, über die Autonomie des Menschen, über das Gemeinwohl“.

Hinter dieser Diagnose steht die Überzeugung, dass die Bundesrepublik durch ein umfassendes Gewissensregime regiert werde. Eine neue Hegemonie müsse deshalb am „Common Sense“, am manipulierbaren Alltagsverstand ansetzen, den Kaiser dem „gesunden Menschenverstand“ gegenüberstellt, dem die identitäre Rationalität zugrunde liege.

Um den verschütteten Quell nationaler Selbstgewissheit unter den Sedimenten liberaler Verzerrung freizuschlagen, soll die Umwälzung in der Lebensrealität der einzelnen Bür­ge­r*in­nen ansetzen. Träger dieser Intervention müssen „Meinungsführer“ und Intellektuelle werden, die über soziale Autorität und alltagsweltliche Präsenz geistespolitische Wirkkraft gen rechts entfalten sollen.

Gerade das vermeintlich Unpolitische wird so zum Feld neurechter Intervention. Sport, Kirche, Kultur, Schule und Alltagsmilieus sollen auf die Ziele neurechter Hegemonie ausgerichtet werden: im Sport über kämpferische Männlichkeitsbilder, in der Kirche über die Abkehr vom universalistischen Liebesgebot, in Bildungs- und Kultureinrichtungen über die Austreibung liberaler und relativistischer Deutungsmuster. Das Ziel scheint die identitäre Simplifizierung sozialer Komplexität.

Politisch anschlussfähig ist daran die Rhetorik der AfD: Sie markiert den gegenwärtigen Zustand als Anomalie und ersetzt komplexe soziale Konflikte durch einfache kulturelle Wahrheiten und rigide Denkmuster. Sichtbar etwa dort, wo aus jedem Konflikt um Migration ein simples Reaktionsschema wird: Straffälligkeit gleich Abschiebung, geordnete Rechtsverfahren gleich staatliche Schwäche, garantierte Grundrechte gleich sozialer Fehlanreiz.

Deutsche Vergangenheitsaufarbeitung

Den Ursprung dieser angeblich volksfernen Verrechtlichung und Verweichlichung der Politik verortet Kaiser in der deutschen Vergangenheitsaufarbeitung. Reeducation, 1968er und Kritische Theorie erscheinen ihm als Agenten einer „nationalmasochistischen Selbstanklage“, die mit ihrer Auseinandersetzung über die sozialpsychologischen Grundlagen der NS-Herrschaft, die autoritäre Vergesellschaftung und völkische Homogenitätsfantasien eine kollektive Selbstverleugnung vorangetrieben hätten.

Der von ihm implizit geforderte U-Turn in der Geschichts- sowie Erinnerungstradition steht damit ganz im Sinne des AfD-Plädoyers für ein „Ende von Entschuldigungen für unser Erbe“ und zielt auf die normative Grundordnung der Bundesrepublik, wie sie im Grundgesetz ihren juristischen Ausdruck gefunden hat. Denn Menschenwürde, Grundrechte und die Absage an totalitäre Entgrenzung sind keine beliebigen Werte der Verfassungsrealität, sondern Reaktionen auf staatlich organisierte Entwürdigung und Vernichtung.

Um an Adorno zu erinnern, der im Gerede von der Meinungsdiktatur nur den Vorwand sah, die eigene in die Wege zu leiten, lässt sich Kaisers Werk als strategischer Entwurf zur autoritären Neudefinition der Republik lesen, die eine Abschüttelung vermeintlich lästiger Altlasten und damit Folgen einfordert, die je­de*r im Alltag spüren soll.

Wenn Hegemonie ein „vielschichtiger Prozess“ ist, in dem „kein noch so kleiner Gewinn“ vergeblich bleibt, dann ist das eine Kampfansage auf allen Ebenen. Dagegen reichen politische oder juristische Abwehr nicht aus. Nötig ist gesellschaftliche Resilienz aus dem Bewusstsein heraus, dass der Konflikt um die Republik längst bis in die individuelle Lebensrealität hineinreicht.

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10 Kommentare

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  • Bitte, bitte, bitte einfacher formulieren. Das ist sonst akademisches Geschwurbel, diesmal vielleicht von der "richtigen" Seite, gut gemeint und wichtig. Aber ein Text, in dem jedes zweite Wort ein Fachbegriff oder ein Fremdwort ist, ist für eine Tageszeitung ein schlechter Text.

  • Gramsci sah die Geschichte und verstand seine Theorie als Befreiungsprojekt. Die Neue Rechtestrebt strebt dementgegen nach ethnokultureller Homogenität und nach rassistischer Ausgrenzung.



    =



    Die neuen Rechtsradikalen wie Kaiser nutzen Gramscis Theorie als strategisches Instrumentarium oder als Produktpiraterie von links, um gezielt rechte Kampfbegriffe wie „Metapolitik“, „Alltagsverstand“ oder „historischer Block“ mit sehr viel schräger Behauptung in die politische Debatte der Bundesrepublik zu zwingen.



    =



    Während Gramsci eine antikapitalistische Emanzipationsgeschichte im Kopf hat, geht es in Kaisers Hegemonie um eine neurechte Machtergreifungsstrategie, die sich die marxistische Theorie & Methodik als Handwerkszeug klaut. .



    =



    Die Parallelität der kulturellen und weltanschauliche Vorbereitung zum Sturz der Demokratie ist demnach eher historisch im Nationalsozialismus zu verorten der ab den 1920er Jahren ein dichtes zivilgesellschaftliches Vorfeld aufbaute - siehe Schüler-, Studenten-, Lehrer- und Ärztebünde. Nationalsozialisten wollten nicht nur regieren, sondern das Ziel war die kulturelle Hegemonie in der bürgerlichen Mitte und in den Eliten zu erlangen.

  • "Die Neue Rechte soll sich daher nicht in die konkordante Ordnung einpassen, sondern ein antagonistisches Regierungshandeln anstreben."

    Der politische Gegner wird nicht mehr als Partner im demokratischen Prozess angesehen, sondern als Feind, dessen Anliegen blockiert oder bekämpft werden muss.

    "Auch in seinem Buch Die Partei und ihr Vorfeld plädiert Kaiser dafür, die AfD solle „eine loyale und damit tragfähige Verzahnung mit den Vorfeldstrukturen“ eingehen, und hebt die Wichtigkeit eines „arbeitsteiligen, handlungsfähigen und solidarischen patriotischen ‚Mosaiks‘“ hervor."



    Sehr gefährlich, diese auch teilweise von links abgekupferten Aussagen, insgesamt eine intellektuelle Vertuschung von einem streben hin zum totalitären Staat.

  • Tja - so genau läuft es. Die Rechten arbeiten seit vielen Jahren auf allen Ebenen an der Umkrempelung des gesellschaftlichen Denkens und des Handelns. Welt und Bild gehören unbedingt mit dazu, so wie Nius. Im Osten bemühen sich Rechte minutiös praktisch um die Menschen. Sie packen mit an, wo es notwendig ist und sind zum Teil unentbehrlich. Erinnert sich noch irgendjemand an die Entstehung der Studentenbewegung 67/68, an die Antiautoritären, die vielen K-Gruppen, die Spontis aus Frankfurt. Hat sich da irgendjemand um die Bevölkerung bemüht? Natürlich nicht, waren ja fast alles Nazis denen man die "demokratische" Maske vom Gesicht reißen mußte (RAF). RAF und zweiter Juni propagierten den bewaffneten Kampf, die Spontis (Daniel Cohn-Bendit) den Hedonimus. Als das alles in die Hose ging, paßte es gut, dass sich eine grüne Bewegung und eine Grüne Partei gebildet hatten, die die Fischer-Gang in Frankfurt dann übernahm. Eine prima Geschäftsidee für einige Wenige. So manches Elternteil fand sich bestätigt: Hab ich euch doch schon immer gesagt. Fazit: Dass die Rechten jetzt Oberwasser haben liegt auch an vergangenen Zeiten, wo Linken das Hemd näher war als die Jacke.

    • @shitstormcowboy:

      Aber klar doch, die 68er sind Schuld am Zuspruch für die extreme Rechte. Wollen sie uns vielleicht auch noch erläutern warum die Kommunisten der Weimarer Republik Schuld am Nationalsozialismus waren? Und was ist das eigentlich für ein verdrehtes Demokratie- und Menschenbild in dem es Pflicht und Aufgabe linker Studierender ist sich um die demokratietheoretische Bemutterung der breiten Bevölkerung zu kümmern weil die eben sonst vermeintlich logischer- und legitimerweise die rechte Revolution vom Zaun bricht?



      Demokratie kann nur mit reflektierten und mündigen Bürgern funktionieren, nicht mit Untertanen die permanenter Einnordung durch eine linke Avantgarde bedürfen. Zu erkennen, dass völkischer Nationalismus und radikaler Autoritarismus nicht grundgesetzkompatibel sind sollte man aber eigentlich auch noch ohne Politologie-Promotion auf die Reihe kriegen können.

      • @Ingo Bernable:

        Lieber Mitkommentator, "Demokratie kann nur mit reflektierten und mündigen Bürgern funktionieren, nicht mit Untertanen die permanenter Einnordung durch eine linke Avantgarde bedürfen." Ach ja, und wenn es nun nur wenig reflektierte und mündige Bürger gibt, dann Diktatur? Wenn man sich öffentlich politisch positioniert, übernimmt man Verantwortung. Wenn man sich als "Revolutionär" beim Opel in Rüsselsheim anstellen läßt, dort mit normalen, einfachen Menschen am Band arbeitet und die Erfahrung macht, dass all deine revolutionären Ansichten denen am Arsch vorbei gehen, dann ist das doch ein Punkt, wo man sich selbst überprüfen muss, oder? Wenn einem die "Hohlheit" der Kollegen jedoch anstinkt, dann gibt man auf und verzieht sich. So passiert in Frankfurt/Rüsselsheim mit dem RK und andernorts mit den K-Gruppen. Aber wenn man sein Anliegen wirklich ernst nimmt, dann hält man durch und korrigiert sich selbst, wie z.B. die SPD. Die hat Zugang gefunden, damals, und das war gut so, für die Arbeiterschaft, für die Demokratie, für das Zusammenleben. Niemand wird als Demokrat geboren, alle müssen sich das erarbeiten und brauchen dabei Hilfe. Die Linke hat damals alle im Stich gelassen.

        • @shitstormcowboy:

          Ich halte schon die Vorstellung, dass es permanente Unterstützung durch Revolutionäre oder SPD-Genossen braucht um den "normalen, einfachen Menschen am Band" zu vermitteln was sie wählen sollen für undemokratisch und paternalistisch. Und wenn diese normalen, einfachen Menschen dann nicht so wählen wie sie sollen, ist das in ihrer Perspektive die Schuld und das Versagen dieser Polit-Elite. Für den Gedanken, dass auch normale, einfache Menschen in einer Demokratie die Pflicht hätten sich unabhängig selbst zu informieren um dann eine eigenverantwortliche Wahlentscheidung zu treffen ist da keinerlei Platz mehr. Wenn man aber tatsächlich der Überzeugung ist, dass die Menschen das nicht können und zwangsläufig die Führung von Revolutionären, SPD-Genossen oder eben auch rechtsradikalen Kadern benötigen, muss man in der Tat zu dem Schluss kommen, dass auf einer solchen Grundlage Demokratie nicht funktionieren kann und es statt eines Kanzlers wohl eher einen Kindergärtner braucht.

          • @Ingo Bernable:

            So sieht es aus. Manchmal braucht es "Kindergärtner". So wie Erwachsene in der Alkohol oder Drogenabhängigkeit landen können, so landen sie manchmal auch in politischer geistiger Umnachtung und wählen Gestalten, die Unglück, Gewalt und Vernichtung über sie bringen. Der Weg zur Reflektiertheit und Mündigkeit ist mitunter weit und steinig. Aber wenn man reflektierte und mündige Mitmenschen hat, die einen in ihre Reflektiertheit und Mündigkeit mit einbeziehen, kann man evtl. davon profitieren.

    • @shitstormcowboy:

      "... Im Osten bemühen sich Rechte minutiös praktisch um die Menschen. Sie packen mit an, wo es notwendig ist und sind zum Teil unentbehrlich. ..." Da würden mich interessehalber mal Beispiele interessieren, abseits normaler Kommunalpolitik, die alle anderen Parteien auch machen und Hüpfburgen beim Wahlkampffest.

  • Wir müssen inhaltlich besser werden, wir müssen den Menschen die Vorteile der aktuellen Gesellschaft täglich spürbar machen. Wenn wir das nicht endlich schaffen, es läuft einfach derzeit auf zu vielen täglich spürbaren Feldern zu schlecht, dann wird das oben mehrheitsfägig.... GnadeGott!



    Rente, Infrastruktur, Pflege, Steuer... endlich tragfähige Entscheidungen die was spürbares an Veränderungen bringen. Zum Vorteil derer die das täglich wuppen.