Nato-Gipfel in Ankara : Ein Häppchen für Selenskyj
Viel fällt für den ukrainischen Präsidenten beim Nato-Gipfel nicht ab. Immerhin darf er jetzt die dringend gebrauchten Patriot-Abwehrsysteme bauen.
U S-Präsident Donald Trump will der Ukraine die Lizenz zum Bau von Patriot-Abwehrraketen erteilen. Das ist nicht viel mehr als ein Trosthäppchen für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Ende des Nato-Gipfels in Ankara. Die Nachricht kommt überraschend – nach all dem öffentlichen Theater, mit dem Trump in den vergangenen zwei Tagen von der Hauptsorge der europäischen Verbündeten, dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, ablenken wollte.
Und wie so oft viel zu spät. Die Ukraine kann die schwersten russischen Raketenangriffe seit Beginn der Vollinvasion auf ihre Hauptstadt nicht mehr abwehren. Selenskyj machte wiederholt klar, dass die Abwehr von Drohnen nach eigenen Angaben zwar gut funktioniere, sie aber an der Abwehr von ebenjenen ballistischen Raketen scheiterten. Zukünftig wird die Ukraine mit den europäischen Patriot-Abwehrsystemen und den eigens produzierten Raketen besser aufgestellt sein. An der akuten Bedrohungslage ändert das indes nichts.
Auf dem Nato-Gipfel zeigte sich auch in diesem Jahr das bereits bekannte Narrativ, die Nato-Mitglieder betonen ihre „unerschütterliche Unterstützung“ und können auch anerkennen, dass die Ukraine mittlerweile eine der wehrfähigsten Armeen Europas besitzt. Fleißig wurden Drohnenabkommen mit der Ukraine abgeschlossen. Eine Initiative, die insbesondere die Nachbarstaaten Russlands vorantreiben.
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Für mehr reicht es am Ende jedoch nicht. Der Satz, dass die „Zukunft der Ukraine in der Nato“ läge, 2024 noch Teil der Abschlusserklärung, fehlte schon im vergangenen Jahr. Das ist zumindest ehrlich, denn es spiegelt die Stimmung der Nato-Mitglieder wider.
Klar war, dass die Nato auch schon 2024 die Ukraine nicht als aktive Kriegspartei aufnehmen konnte, aber wenigstens den Weg für eine Mitgliedschaft zu Friedenszeiten in Aussicht gestellt hat. Das nun wieder zurückzunehmen, lässt an der Stärke des Bündnisses zweifeln und spielt besonders einem in die Karten – dem russischen Machthaber Wladimir Putin. Passenderweise ist das nächste Telefonat, so man Trump glauben darf, bereits geplant.
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