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Nachruf auf Regisseur Rob ReinerZuständig für Harry und Sally

Der US-Regisseur Rob Reiner stand für ein liberales Mainstreamkino. Zusammen mit seiner Ehefrau ist er unter schlimmen Umständen gestorben.

In dem Restaurant Katz's Delicatessen in Manhattan soll über einem der Tische immer noch das Schild hängen, das auf die berühmteste Szene von Rob Reiners Filmen verweist: „Where Harry met Sally…“ steht auf Schild. Die Szene erinnert tatsächlich jeder, der sie einmal gesehen hat. Meg Ryan als Sally und Billy Christal als Harry sitzen sich gegenüber. Harry behauptet, er würde immer erkennen, wenn eine Frau einen Orgasmus vortäuschen würde. Darauf legt Sally los, stundenlang soll diese Szene immer wieder gedreht worden sein – der Rest ist Filmgeschichte.

Die Frau am Nebentisch, die nach der beeindruckenden Performance von Meg Ryan gerne dasselbe Gericht bestellen würde – „I'll have what she's having“ -, wurde von Reiners Mutter gespielt.

Rob Reiner stand als Regisseur für ein menschenzugewandtes, durchaus liberal aufgeklärtes Mainstreamkino. Ein, zwei Jahrzehnte lang war er für die Kassenschlager und für die ganz großen Stars zuständig. Jack Nicholson und Morgan Freeman geben sich in „Das Beste kommt zum Schluss“ als todkranke ältere Männer noch einmal alle Mühe, das Leben zu genießen. Michael Douglas darf als US-Präsident eine romantische Komödie mit Annette Bening durchleben. Kathy Bates gewann in seiner Stephen-King-Verfilmung „Misery“ den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Geboren wurde Reiner 1947 in New York. Er begann seine Filmkarriere als Schauspieler. Seine Rolle als liberaler Schwiegersohn in der Fernsehsendung „All in the family“ machte ihn berühmt. Den Sprung ins große Kino schaffte er mit dem Coming-of-Age-Film „Stand by me“ mit dem jungen River Phoenix und Kiefer Sutherland.

Wendung gegen Donald Trump

Politisch stand Reiner den Demokraten nahe. 2006 hatte es Überlegungen gegeben, dass er gegen Arnold Schwarzenegger als kalifornischer Gouverneur kandidiert; doch er sagte aus persönlichen Gründen ab. Er engagierte sich für die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA. Gegen Donald Trump hat er sich immer wieder gewandt: Er bezeichnete den US-Präsidenten als Rassisten und Sexisten, zudem schwulenfeindlich und antisemitisch.

Während der Dreharbeiten zu „Harry und Sally“ lernte Rob Reiner seine spätere zweite Frau, die Fotografin Michele Singer, kennen. Beide starben am 14. Dezember zusammen unter denkbar schrecklichen Umständen. Man muss von einem Verbrechen ausgehen. Die Mordkommission ermittelt.

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3 Kommentare

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  • "I'll have what she's having" hat ja noch einen zweiten Sinn.



    Ein Film, der wahrscheinlich so manche Paartherapie einsparte. Dankesehr.

  • In Harry & Sally gibt es das stimmigste und tiefgründigste Statement zum Thema Depression:



    "Es gibt auch etwas Gutes an einer Depression: Man schläft immer gut aus."

    Der Satz begleitet mich mein halbes Leben. Dankeschön dafür!

  • 7G
    770489 (Profil gelöscht)

    Was haben wir mit "Harry und Sally" gelacht und gelitten, die Welt in "Stand by me" mit den Augen vier heranwachsender Jungs auf einem abenteuerlichen, herausfordernden Weg ins Erwachsensein gesehen. Mein tiefes Mitgefühl für Rob Reiner und seine Ehefrau, die unter tragischen Umständen ums Leben gekommen sind. Ich werde ihn und sein kreatives Schaffen vermissen, seine Filme bleiben für mich Wegbegleiter.



    In welcher Welt leben wir? Gestern werden 15 Menschen von antisemitischen Fanatikern ermordet, kurz darauf fällt ein Regisseur mit jüdischen Wurzeln, ein offener Trumpkritiker, vermutlich einem Verbrechen zum Opfer. Es mag keinen direkten Zusammenhang beider Geschehnisse geben, verschiedene Hintergründe, aber sie bedrücken und erschrecken mich zutiefst.