Nachfolge für alte Tornado-Kampfjets: FDP will AKK vor Ausschuss zitieren
Die Verteidigungsministerin hat angekündigt, US-Kampfjets vom Typ F-18 zu kaufen. Das stört nicht nur die überrumpelte SPD, sondern auch die Opposition.
afp | Die FDP hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) aufgefordert, die Verwirrung um den möglichen Kauf von modernen F-18-Kampfjets aus den USA aufzuklären. Nach den Plänen von AKK sollen die Flugzeuge die altersschwachen Tornado-Jets der Bundeswehr ersetzen. „Die Art, wie die Große Koalition über die Tornado-Nachfolge kommuniziert, ist ein Desaster“, sagte die FDP-Wehrexpertin Agnes-Marie Strack-Zimmermann am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Ihre Fraktion werde das Erscheinen der Ministerin vor dem Verteidigungsausschuss am Mittwoch beantragen.
Strack-Zimmermann wertete das Erscheinungsbild der Koalition in der Frage der Kampfflugzeuge als „chaotisch“. Dass die Verteidigungsministerin „offensichtlich unabgesprochen eine E-Mail an ihren US-Kollegen schickt, um eine Bestellung von Kampffliegern anzukündigen, ist genauso verantwortungslos wie das Verhalten der SPD, die seit Jahren die Tornado-Nachfolge mit allen Mitteln blockiert“, sagte die Liberale.
Kramp-Karrenbauer müsse den Abgeordneten „umgehend Auskunft über diese Korrespondenz geben und für maximale Transparenz sorgen“, forderte Strack-Zimmermann. Unabhängig davon müsse Deutschland „umgehend neue Flugzeuge bestellen“.
Laut einem Bericht des Spiegels hatte Kramp-Karrenbauer in einer E-Mail an ihren US-Kollegen förmlich angekündigt, dass Deutschland 45 F-18-Kampfjets des US-Herstellers Boeing kaufen will. Über Einwände der SPD gegen das geplante Geschäft habe sich Kramp-Karrenbauer hinweggesetzt, meldete das Magazin. Das Bundesverteidigungsministerium betonte nach dem Bericht am Montag aber, dass die Ministerin noch keine Bestellung über die Flugzeuge abgegeben habe.
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