Neuer Konkurrenzkampf im All: Nasa will Mond mit Menschen besiedeln
Nach der erfolgreichen „Artemis 2“-Mission will die Nasa nun den Mond besiedeln. Der Chef der US-Behörde von Trumps Gnaden macht große Ankündigungen.
dpa/rtr/taz | Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will dauerhaft Menschen auf dem Mond leben lassen und treibt ihre Pläne dafür mit Hochdruck voran. Mit Dutzenden Missionen sollen dafür in den kommenden Jahren Lander, Drohnen und von Menschen steuerbare Rover-Vehikel zum Erdtrabanten gebracht werden, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz. „Amerika kehrt zum Mond zurück – und dieses Mal, um zu bleiben“, tönte der Unternehmer, Pilot und Amateur-Astronaut.
Allein in diesem Jahr soll es dafür noch drei unbemannte Missionen zum Mond geben, an der dritten soll auch die europäische Raumfahrtagentur Esa beteiligt sein. Die Lander sollen von der Raumfahrtfirma Blue Origin des superreichen Amazon-Gründers und Trump-Kumpels Jeff Bezos gebaut werden, die Drohnen vom Unternehmen Firefly Aerospace und die Rover von den Firmen Astrolab und Lunar Outpost. Etwa ab den frühen 2030er Jahren soll die Mondstation – die laut Nasa Hunderte Quadratkilometer groß werden könnte – dann dauerhaft von Menschen bewohnbar sein.
Das Gesamtvolumen der Aufträge an die privaten Raumfahrtunternehmen beläuft sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Wie die Behörde mitteilte, erhalten Lunar Outpost und Astrolab jeweils rund 220 Millionen Dollar, an Bezos’ Blue Origin gehen fast 190 Millionen Dollar.
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Jared Isaacman, der Mond-Mann von US-Präsident Donald Trump, ist seit Dezember 2025 im Amt. Als neuer Nasa-Chef hatte er die ursprünglichen Mondpläne der Behörde erst vor wenigen Monaten umgeschmissen und den Plan einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Erdtrabanten angekündigt.
Kampf ums All
Hintergrund der Ankündigungen ist auch der globale Konkurrenzkampf im All. Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland hat das vor, aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.
Im April waren mit der „Artemis 2“-Mission der Nasa erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in der Nähe des Mondes. Victor Glover, Christina Koch, Reid Wiseman und Jeremy Hansen waren vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet und dann um den Mond herumgeflogen, bevor sie wieder zur Erde zurückkehrten und im Pazifik nahe San Diego landeten. Bei ihrem Flug entfernten sie sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor.
In gewisser Weise zur Unzeit oder auch gerade noch rechtzeitig vor einer tatsächlichen Mondbesiedlung zeigt eine aktuelle Studie, dass das Zusammenleben von Menschen in kleinen Gruppen und unter Extrembedingungen vielleicht nicht die beste Idee ist.
Das Autorenteam untersuchte zehn Monate lang die zwölfköpfige Besatzung der französisch-italienischen Antarktisstation Concordia, die an einem der entlegensten Orte der Erde auf etwa 3.200 Metern Höhe liegt. Fazit: „Unter Extrembedingungen nehmen Einsamkeit, Misstrauen und Konflikte zu, während Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit sinken“, schreibt die maßgeblich beteiligte Universität Bern. Dies sollte man bei künftigen Weltraummissionen berücksichtigen.
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