Militärische Bedrohungen in Nato-Ländern: Luftalarm in Litauen
Einwohner Litauens wurden in der Nacht in Schutzräume gerufen. Auch Lettland gab eine Warnung heraus. Rumänien schoss derweil zwei Drohnen ab.
Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
rtr/afp | Litauen hat die Bewohner im Zentrum und Norden des Landes wegen eines unbekannten Flugobjekts vorübergehend in die Schutzräume gerufen. Während der Luftwarnung seien Nato-Abfangjäger aufgestiegen und der Flughafen Kaunas geschlossen worden, wie die Armee und das nationale Krisenzentrum mitteilen.
Das nördliche Nachbarland Lettland gab für einige Grenzregionen wegen einer „möglichen Bedrohung“ vorübergehend ebenfalls eine Warnung heraus. In den vergangenen Monaten sind wiederholt ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Nato-Staaten eingedrungen. Der Regierung in Kiew zufolge werden sie durch russische Störsender vom Kurs abgebracht. Dies schürt Sorgen vor einer Ausweitung des russischen Krieges in der Ukraine auf das Nato-Gebiet.
Rumänische Armee schießt zwei Drohnen über dem Schwarzen Meer ab
Derweil hat die rumänische Armee ach mehreren Angriffen auf Schiffe in der Region nach eigenen Angaben zwei Drohnen über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Die Drohnen seien „illegal“ in den rumänischen Luftraum eingedrungen, erklärte am Samstagabend Verteidigungsminister Radu Miruta. Nach Angaben seines Ministeriums handelte es sich um Drohnen vom Typ Geran – eine russische Version der iranischen Schahed-Angriffsdrohnen.
„Zwei Drohnen wurden vor wenigen Minuten von rumänischen Militärpiloten über dem Schwarzen Meer abgefangen und abgeschossen – kurz nachdem sie illegal in unser Gebiet eingedrungen waren“, schrieb Miruta auf Facebook. Beide Drohnen seien von F-16-Kampfjets etwa 20 Kilometer südöstlich der Stadt Sulina abgeschossen worden.
Während Miruta keine Angaben zur Herkunft der Drohnen machte, erklärte sein Ministerium: „Bei den neutralisierten Zielen handelte es sich um Jet-Angriffsdrohnen aus der Geran-Familie.“ Diese werden von Russland immer öfter im Ukraine-Krieg eingesetzt. Sie können schneller und höher fliegen als normale Drohnen, die Ukraine kann gegen sie bisher wenig ausrichten.
Seit Anfang Oktober hat es im Schwarzen Meer mehrfach Drohnenangriffe auf Schiffe vor der bulgarischen und rumänischen Küste gegeben. Das Gebiet ist infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine immer wieder Schauplatz solcher Vorfälle. Dabei war in dieser Woche kurz hintereinander auf zwei Tankern vor der Küste Rumäniens ein Feuer ausgebrochen, mehrere Besatzungsmitglieder galten danach als vermisst.
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