Kunstdiebstahl in Italien: Gestohlen und wiedergefunden
Auf Sizilien ist Kunst von Antonello da Messina gestohlen worden. Zwei Tage zuvor fanden Carabinieri Gemälde von Renoir, Cézanne und Matisse wieder.
Foto: Comando Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale/dpa
Es könnten auch Szenen aus einem Heist-Film sein, die sich in der Nacht zum Sonntag in einem Museum in der sizilianischen Stadt Messina abgespielt haben. Unbekannte drangen in die Ausstellungsräume des Museo Regionale di Messina ein, umgingen hierfür die Alarmsysteme, entwendeten mehrere Werke und entwischten.
Dabei hatten es die Diebe auf Werke des aus ebendieser Stadt stammenden Renaissancemalers Antonello da Messina abgesehen. Sie stahlen drei von fünf Tafeln des berühmten Polyptychons von San Gregorio sowie eine beidseitig bemalte Tafel mit einer Darstellung der Madonna und dem Christus. Letztere soll sogar aus dem Innern einer gesicherten Vitrine herausgelöst worden sein. Die Polizei ermittelt nun und sammelt Hinweise zur Identität der Diebe.
Es ist bereits der zweite größere Kunstraub in Italien dieses Jahr. Schon im März wurden aus dem Privatmuseum der Stiftung Magnani-Rocca in der Nähe der norditalienischen Stadt Parma Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse gestohlen. Genauer handelt sich hierbei um „Die Fische“ von Renoir, „Stillleben mit Kirschen“ von Cézanne und „Odalisque auf der Terrasse“ von Matisse. Geschätzter Gesamtwert: mehrere Millionen Euro.
Zwei Tage vor dem Raub in Messina fanden Ermittler diese drei Werke bei Durchsuchungen nun wieder. Dies teilte die italienische Polizei am vergangenen Freitag mit. Nähere Angaben zu den mutmaßlichen Dieben und ihrem Verbleib machte sie aber nicht. Italienischen Medienberichten zufolge wird gegen neun aus Moldawien stammende Täter ermittelt.
Das gestohlene Cézanne-Gemälde wurde zwischenzeitlich auch für eine Desinformationskampagne missbraucht. Wenige Wochen nach dem Diebstahl war es im Hintergrund einer Videobotschaft aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu sehen gewesen. Wie sich wenig später herausstellte, war das Video gefälscht und über ein Kreml-nahes Netzwerk verbreitet worden.
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