Rücktritt der Louvre-Direktorin: Der Juwelenraub ist nur ein Teil der großen Louvre-Krise
Die Direktorin des krisengebeutelten Musée du Louvre, Laurence des Cars, tritt zurück. Ihr Nachfolger wird der Kunsthistoriker Christophe Leribault.
dpa//taz Kurz nach dem so spektakulären wie verheerenden Raub der französischen Kronjuwelen aus dem Louvre im Oktober 2025 hatte die Direktorin des weltweit meistbesuchten Museums, Laurence des Cars, schon einmal ihren Rücktritt angeboten. Doch die Kulturministerin Rachida Dati lehnte ab. Die französische Regierung wollte nach dem Verlust der nationalhistorisch bedeutsamen Schmuckstücke mit einem Wert von 88 Millionen Euro ein Führungsvakuum verhindern. Des Cars sollte die eingeleiteten Sicherheitsuntersuchungen und die Beschleunigung von Sicherheitsmaßnahmen selbst zum Abschluss führen.
Doch jetzt bot Laurence des Cars erneut ihren Rücktritt an. Und wie der Élysée-Palast am Dienstagabend in Paris mitteilte, nahm Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Rücktrittsgesuch an.
Zu sehr hatte sich in den vergangenen Monaten eine Negativschlagzeile über die Zustände im Louvre nach der anderen gereiht. Im Dezember streikten die Beschäftigten wegen ihrer prekären Arbeitsbedingungen und der mangelnden technischen Ausstattung. Das prestigeträchtige Haus musste über vier Tage hinweg schließen.
Zuletzt sorgte der Louvre mit dem Verdacht auf einen großangelegten, zehn Jahre andauernden Ticketbetrug für Aufsehen. Fahnder nahmen neun Menschen fest und beschlagnahmten mehr als 1,4 Millionen Euro. Nicht nur das Sicherheitskonzept zeigt Lücken, auch gab es mehrfach Überschwemmungen im Museum, bei denen auch eine Deckenmalerei und Bücher beschädigt worden sein sollen.
Laurence des Cars war die erste Frau auf dem Posten
Der Élysée schrieb in einer Mitteilung zu Laurence des Cars’ Rücktritt von einem „Akt der Verantwortung“. Dieser erfolge in einem Moment, in dem das Museum zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse brauche, um die großen Herausforderungen mit Blick auf Sicherheit und Modernisierung anzugehen. Macron danke des Cars für ihr Engagement der vergangenen Jahre. Des Cars war im September 2021 als Präsidentin und Generaldirektorin des Louvre angetreten und damit die erste Frau auf diesem Posten.
Nun soll der Kunsthistoriker Christophe Leribault die Leitung des krisengeplagten Museums übernehmen. Zuvor leitete Leribault schon das Musée d’Orsay sowie den Petit Palais in Paris und ist derzeit Chef des Schlosses Versailles. Vor Jahren arbeitete er in der Grafikabteilung des Louvre.
Noch heute solle Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ihn ernennen, berichteten der Sender France Info, die Zeitung Le Parisien und der Sender BFMTV. Der Posten des Louvre-Direktors gilt Le Monde zufolge als einer der wichtigsten Kulturjobs in Frankreich.
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