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Krieg gegen Islamisten in MaliMalis Hauptstadt ohne fließendes Wasser

Ein mutmaßlicher Rebellenangriff verursacht eine „technische Störung“ an Malis größtem Staudamm. Das trifft die Versorgung der Hauptstadt Bamako.

Der Krieg der Rebellenkoalition aus Tuareg-Separatisten und militanten Islamisten, die in Mali gegen die Militärregierung kämpft, eskaliert weiter. Weite Teile der Hauptstadt Bamako sind ohne fließendes Wasser, manche auch ohne Strom, wie Bewohner der Stadt am Mittwoch bestätigten. Grund ist offenbar eine Sabotage an den Stromleitungen, die aus dem Wasserkraftwerk Manantali in das gut 300 Kilometer entfernte Bamako führen.

Ein „größerer technischer Zwischenfall“ habe einen „erheblichen Rückgang der Produktionskapazität und folglich schwere Störungen in der Wasserversorgung“ in Malis Hauptstadt sowie mehreren Regionalhauptstädten herbeigeführt. Das bestätigte am späten Dienstag Malis staatliche Wassergesellschaft Somagep. Manantali in der westmalischen Region Kayes ist ein Staudamm an einem Oberlauf des Senegals, maßgeblich von deutschen Firmen gebaut und 2003 eingeweiht. Von dort kommen bis zu 90 Prozent der Elektrizität in Mali, außerdem versorgt Manantali Teile der Nachbarländer Senegal und Mauretanien.

Überfälle der radikalislamistischen JNIM (Gruppe zur Unterstützung des Islams und der Muslime) in der Region Kayes machten schon vergangenes Jahr wiederholt die wichtige Fernstraße zwischen Bamako und Senegals Hauptstadt Dakar unsicher. Wochenlang war Bamako komplett von der Versorgung mit Treibstoffen abgeschnitten, bis Malis Militärregierung mit den Islamisten eine Vereinbarung über die Freilassung von Gefangenen traf. Seit JNIM vor wenigen Monaten zusammen mit der Tuareg-Rebellenarmee FLA (Front zur Befreiung von Azawad) erneut im Norden Malis in die Offensive gegangen ist, hat Malis Regierung aber ihren Ton gegenüber ihren bewaffneten Gegnern wieder verschärft und lehnt jeglichen weiteren Dialog ab.

Im Mai wurden schon einmal Strommasten an den Leitungen aus Manantali sabotiert. Dass JNIM im einst sicheren Westen Malis, Tausende Kilometer von ihren Hochburgen in der Sahara entfernt, immer wieder relativ frei operieren kann, erhöht in Bamako die Angst davor, dass der Krieg näherrückt. Am Dienstag verkündeten die Islamisten die Einnahme der Militärbasis Sandaré, die liegt gut 300 Kilometer nordwestlich von Bamako nahe der Grenze zu Mauretanien. Die Armee erklärte am Mittwoch, den Angriff zurückgeschlagen zu haben.

Russen in Anéfis weiter eingekesselt

Derweil dauert die Schlacht um die Kontrolle des Verkehrsknotenpunkts Anéfis im Nordosten Malis weiter an. Die JNIM-FLA-Koalition hatte die Kleinstadt, an deren Rand sich eine russische Militärbasis befindet, am vergangenen Samstag erobert. Die Militärbasis mit Soldaten des russischen Afrikakorps sowie einem Kontingent der malischen Regierungsarmee ist seitdem eingekesselt und von Versorgung abgeschnitten, denn auch der Luftlandeplatz ist unter Rebellenkontrolle.

In der Nacht zu Mittwoch setzte sich aus der größten ostmalischen Stadt Gao erneut ein Militärkonvoi durch die Wüste in Richtung Anéfis in Bewegung, um die Einkesselung zu beenden und Anéfis zurückzuerobern, was bereits einmal gescheitert ist. Außerdem soll Malis Armee Drohnen aus iranischer Produktion gegen die Rebellen in Anéfis einsetzen und Hilfe von der Armee des benachbarten Nigers erhalten, dessen Militärregierung türkische Drohnen nach Mali geschickt hat. Der Ausgang der Schlacht um Anéfis gilt jetzt als entscheidend für die Kontrolle der gesamten Region.

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