Klimathemen in den Nachrichten: Rinder for Future
Was interessiert die Medien am Klimawandel? Tote durch Hitzewellen, der sich abschwächende Golfstrom und pupsende Wiederkäuer, so eine Studie.
In Zeiten von Fake News wird immer wichtiger, welche wissenschaftlichen Arbeiten als Grundlage für die Klimapolitik dienen (sollten). Aber was aus dieser Flut der Veröffentlichungen greifen die Medien auf? Die Bilanz hat jetzt die Organisation „Altmetric“ gezogen, der Infodienst CarbonBrief hat sie analysiert.
Fazit: Am meisten berichtet wurde über einen Aufsatz darüber, dass bei regionalen Unterschieden insgesamt 37 Prozent aller Todesfälle während Hitzewellen auf den Klimawandel zurückgeführt werden können. Auf Platz zwei folgt eine Studie über Warnsignale, dass sich der atlantische Golfstrom abschwächt – ein Szenario, das aus dem Katastrophenfilm „The Day after Tomorrow“ bekannt ist.
Platz drei im Ranking war eine Untersuchung darüber, dass etwa 60 Prozent der Fundstätten von Öl und Erdgas und 90 Prozent der Kohlereserven nicht mehr verbrannt werden dürfen, wenn wir die Klimaziele ernst meinen.
Großes Interesse fanden auch Berichte darüber, dass mehr als 13.000 WissenschaftlerInnen vor einem „Klimanotstand“ warnen. Auf den weiteren Plätzen: Eine Übersicht darüber, wie sich die Klangwelt in den Ozeanen durch den Menschen verändert hat, wie das Eis schwindet, der Amazonas-Regenwald vom CO2-Speicher zu einer CO2-Quelle wird und die Wahrscheinlichkeit für neue Hitzerekorde.
Aber nicht alle dieser Papers drehten sich um trockene Wissenschaft: Immerhin auf Platz vier liegt eine Studie darüber, wie Rinder trainiert werden sollen, ihre klimaschädlichen Ausscheidungen nicht irgendwo, sondern gezielt auf einem „Kuhklo“ zu hinterlassen, wo sie entschärft werden können.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert