Klima- und Demokratiebewegung: Jetzt schreiten sie Seit' an Seit'
Fridays For Future ruft für den 14. Februar zum bundesweiten Klimastreik auf. Und kündigt den Ausbau der Kooperation mit der Demokratiebewegung an.
![Logo von Fridays for Future auf einer klassischen LGBT Flagge Logo von Fridays for Future auf einer klassischen LGBT Flagge](https://taz.de/picture/7517688/14/36998916-1.jpeg)
Der Klimastreik am nächsten Freitag soll die Klimakrise, die im Wahlkampf keine große Rolle spielte, zurück in den Fokus der Menschen holen. Das Thema habe im politischen Diskurs seit Jahren an Relevanz verloren, heißt es. „Diese gesellschaftliche Wahrnehmung hat aber nichts mit den klimaphsysikalischen Fakten zu tun. Das haben wir gerade in LA und Valencia gesehen“, sagte Pauline Brünger von Fridays For Future.
Dazu komme eben der Fall der Brandmauer, der auch die Klimabewegung erschüttert hat. FFF will am Klimastreik festhalten, er werde jedoch „ein sehr anderer sein als der letzte“, sagte Brünger.
„Heute sprechen Alice Weidel, Markus Söder oder Christian Lindner jeden Tag über die Rückentwicklung erneuerbarer Energien“, so Brünger weiter. Um der Klimakrise künftig wirksam zu begegnen, werde ein breites Bündnis gebraucht. Auch, weil Klimaschutz, Demokratie und soziale Gerechtigkeit nicht getrennt voneinander betrachtet werden könnten, sagte Angelika Krüger von der Initiative Omas gegen Rechts.
„Das sind die Themen, bei denen die Rechten versuchen, die Menschen mit einfachen populistischen Antworten über den Tisch zu ziehen“, so Krüger.
Klimakrise befeuert Faschismus
Die multiplen Krisen können nur gemeinsam gelöst werden, sagte Krüger weiter. „Deshalb müssen wir uns zusammenschließen. Wenn wir der Klimakrise nichts entgegensetzen, trifft es die, die anfällig für faschistische Propaganda sind, besonders hart.“ Inflation, teure Lebensmittel, gesundheitliche Belastungen – die Folgen der Klimakrise spielten den Faschisten in die Karten.
Der kommende Klimastreik sei ein „historischer“, sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer. „Wir kämpfen nicht mehr nur um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen, sondern um die demokratischen Bedingungen, die uns ersteres überhaupt erst ermöglichen.“ Deshalb hat die Klimabewegung die Demokratiebewegung zur Zusammenarbeit eingeladen. „Wir müssen das Klima und die Demokratie mit allem Nachdruck schützen, sonst verlieren wir beides“, betonte Neubauer.
Dafür bedürfe es der Mobilisierung einer breiten Masse. „Mit Merz als Kanzler droht ein Frontalangriff auf alles, was die Klimaproteste der letzten Jahre erreicht haben“, sagte Campact-Mitgründer Christoph Bautz. Die Union unter Merz normalisiere schrittweise die Forderungen der extremen Rechten in der Klimapolitik. „Wir richten uns nicht gegen die CDU, wie sie mal war. Aber gegen ihre Neuausrichtung, die immer weiter nach rechts abdriftet, die Merz-Union.“
„Wir befinden uns schon wieder im Wahlkampf während eines heißesten Januars seit Beginn der Aufzeichnungen“, sagte Neubauer. Der nächste Kanzler müsse notwendigerweise ein Klimakanzler sein, egal, wer dann im Amt ist. „Weil die Welt noch nie so heiß war wie jetzt.“
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