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Globale MindeststeuerSchluss mit dem Steuerdiebstahl

Ulrike Herrmann

Kommentar von

Ulrike Herrmann

Die Einigung der G7-Finanzminister auf eine globale Mindeststeuer zwingt die Konzerne zur Offenlegung ihrer Profite. Joe Biden machte das möglich.

L uxemburg ist ein ganz eigenartiges Land: Dort leben nur etwa 600.000 Menschen, aber diese wenigen Einwohner ziehen jedes Jahr vier Billionen Dollar an Direktinvestitionen aus dem Ausland an. Das ist genauso viel Geld, wie jährlich aus der Fremde in die USA fließt, um dort Fabriken zu bauen oder Immobilien zu erwerben. Das Ergebnis ist absurd: Für jeden einzelnen Luxemburger werden pro Jahr 6,6 Millionen Dollar investiert – laut Statistik.

Man muss kein profes­sio­nel­ler Finanzbeamter sein, um sofort zu erkennen, dass diese ganzen Investitionen rein fiktiv sind und den globalen Unternehmen nur dazu dienen, ihre Gewinne in die Steueroase Luxemburg zu verlagern. Dieser Steuerdiebstahl wird künftig erschwert. Die G7-Finanzminister haben sich jetzt darauf geeinigt, dass für Unternehmen künftig eine globale Mindeststeuer von mindestens 15 Prozent gelten soll, die durch das sogenannte Country-by-Country-Reporting erhoben wird.

Die Unternehmen müssen also ausweisen, wie hoch ihre Umsätze und Profite in den einzelnen Ländern sind – und entsprechend vor Ort versteuern. Diese Steuerideen sind keineswegs neu, konnten aber bisher nicht umgesetzt werden, weil die USA und auch Großbritannien nicht mitzogen. Die plötzliche Kehrtwende ist dem neuen US-Präsidenten Biden zu verdanken – und den Finanzlücken, die Corona gerissen hat. Die Staaten können nicht länger tolerieren, dass Milliarden an Steuereinnahmen verloren gehen.

Allerdings ist die geplante Reform nicht perfekt – sondern bleibt ein schaler Kompromiss. Der Steuersatz von 15 Prozent ist eindeutig zu niedrig. Frankreich hat zwar durchgedrückt, dass ein „mindestens“ davorsteht, aber die Gefahr ist groß, dass die neue Globalsteuer wie eine Absolution wirkt und weltweit den Eindruck erweckt, als sei den Unternehmen mehr nicht zuzumuten. US-Finanzministerin ­Janet ­Yellen hatte einen Steuersatz von 21 Prozent vorgeschlagen. Das wäre deutlich besser gewesen.

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Ulrike Herrmann

Ulrike Herrmann Wirtschaftsredakteurin

Ulrike ist seit 2000 bei der taz. Nebenher schreibt sie Bücher. Das neueste heißt "Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet" und erscheint am 12. März 2026.
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5 Kommentare

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  • 8G
    86548 (Profil gelöscht)

    Amazon und Alphabet begrüßen die Vorschläge. So schlimm scheint das Ganze also nicht zu sein.

  • Ach ach ach... und das Glas wieder halb leer...



    Ich würde ja begrüßen, vielleicht ein kleines Bisschen Begeisterung über das erreichte zu Zeigen als am Ende vor allem die Entäuschung darüber, dass es ein schaler Kompromiss ist mit nur 15% statt 21% was dann "deutlich besser" wäre.



    Ist doch echt ein guter Schritt und an den Prozentsatz lässt sich sicher weiter schrauben.

    • @Nilsson Samuelsson:

      Eigentlich ist bis jetzt nichts erreicht. Die G7 können keine globalen Steuern einführen. Wichtige Staaten waren an der Absichtserklärung nicht beteiligt.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Hi hi.... Warten wir mal ab... das Glas wird schon mal voll sein, wenn wir es wollen.

        • @Nilsson Samuelsson:

          Es bleibt aber die Tatsache, dass einen "Anordnung" der selbst ernannten G7 vielen wichtigen Wirtschaftsnationen völlig schnuppe ist. Wären es die G20 gewesen...