Ethikerin zu Medizinversorgung in Krisen: „Jeder Mensch ist gleich viel wert“

Wer wird bei knappen Ressourcen beatmet und wer nicht? Die klinische Situation des Patienten ist entscheidend, sagt Medizinethikerin Alena Buyx.

Medizinisches Personal hilft älterem Patient mit Atemschutz

13. März 2020, Spedali Civili Krankenhaus in Brescia, Italien Foto: reuters

taz: Frau Buyx, das Robert-Koch-Institut warnt vor bis zu zehn Millionen Coronainfizierten binnen drei Monaten allein in Deutschland. Der NRW-Ministerpräsident sagt, bei Corona gehe es um Leben und Tod. Klingt, als könne möglicherweise demnächst nicht mehr jede Patientin und jeder Patient versorgt werden. Worauf müssen wir uns einstellen?

Alena Buyx: Niemand kann das sicher voraussagen. Wir wissen, dass die Kurve bei uns anders verläuft als in Italien. Während in Italien viele ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen erkrankt sind, sind die Patienten, die wir bislang in Deutschland sehen, im Schnitt jünger. Jüngere Menschen haben ein geringeres Risiko, an der Erkrankung zu sterben oder so schwer behandlungsbedürftig zu werden, dass sie Beatmung benötigen. Unsere intensivmedizinischen Kapazitäten sind im Vergleich zu Italien zudem höher. Und die drastischen Maßnahmen zur sozialen Isolierung, die jetzt überall im Land durchgesetzt werden, um die Ausbreitung zu verlangsamen, werden hoffentlich in den nächsten Tagen wirken. Die Hoffnung ist, dass wir nicht in eine so dramatische Situation geraten wie in Italien.

Die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hat gerade eine Website zur deutschlandweiten Abfrage freier Beatmungsplätze eingerichtet. Eine übertriebene Maßnahme?

Wir machen uns bereit, und das ist richtig. Im Fokus steht die Aufstockung der Kapazitäten. Wir rekrutieren in Deutschland inzwischen pensionierte Ärzte, wir bitten Medizinstudenten, mitzuhelfen, wir bauen Stationen zu Intensivstationen um, wir sagen Wahl-OPs ab und verlegen Patienten innerhalb von Kliniken, um Platz zu schaffen, wir erhöhen die Zahl der Beatmungsplätze. Und wir hoffen, dass wir gar nicht in die fürchterlichste Situation kommen.

Wie sähe diese fürchterlichste Situation aus?

Es fällt sehr schwer, sich dieses Szenario vorzustellen, weil niemand in unserem Land konkrete Erfahrungen hat mit Zuständen absoluter medizinischer Knappheit aufgrund einer Pandemie. Sicher, im Alltag von Notfall- oder Katastrophenmedizinern kommt es vor, etwa bei einer Massenkarambolage, dass triagiert werden muss. Eine Triage bedeutet, Patienten nach Dringlichkeit einzuordnen. Auch Intensivstationen sind mitunter überfüllt, und dann muss man als Ärztin gucken, ob und welche Patienten man im Haus anders unterbringen kann. Das sind Situationen relativer Knappheit, die jedoch gemanagt werden können. Ein Szenario aber, in dem wirklich alle Kapazitäten ausgeschöpft wären – Personal, Beatmungsgeräte, Betten –, darauf sind Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland nicht vorbereitet.

Es gibt doch gefühlt ganze Bibliotheken zu Fragen von Priorisierung und Rationierung im Gesundheitswesen?

Es gibt einiges an wissenschaftlicher Literatur, auch aus meinem Fach, der Medizinethik. Aber das sind meist Gedankenexperimente, in denen man an ruhigen Tagen über Gerechtigkeitskriterien nachgedacht hat. In der Praxis gibt es keinen Plan, den man mal eben aus der Schublade ziehen könnte. Und ebenso wenig ist die theoretische Aufarbeitung von Problemen eine psychologische Vorbereitung auf eine dramatische Situation, mit der es keine praktischen Erfahrungen gibt.

Bei der Zuteilung von Spenderorganen geht es um genau diese Fragen von Leben und Tod.

Richtig, da haben wir es auch mit einer furchtbaren absoluten Knappheit zu tun. Ich sage nicht, dass uns das Phänomen in der Medizin komplett fremd ist. Aber in dieser dramatischen Ausprägung, in der wir, ich betone es nochmals, noch nicht sind und in die wir hoffentlich auch nicht kommen werden, sind wir nicht auf Knappheit vorbereitet.

In Italien müssen Ärztinnen und Ärzte täglich entscheiden, wen sie mit den viel zu wenigen Maschinen beatmen. Es gibt Bilder, da wird einem 85-Jährigen, der bereits beatmet wurde, die Maske wieder abgenommen – zugunsten eines jüngeren Patienten. Und der alte Mann stirbt.

Wer aus der Gruppe der unbedingt zu beatmenden Patienten hat die beste Prognose? Das ist die Frage, die die Kollegen in Italien beurteilt haben und beurteilen mussten. Sie haben danach entschieden, wer aus der Gruppe der Schwerkranken dank Beatmung nicht bloß wahrscheinlich gesund, sondern wahrscheinlich schnell gesund werden konnte. Damit dann der nächste Patient das Beatmungsgerät kriegen konnte.

Die Sichtung Die Triage entscheidet in Notfall- und ­Katastrophensituationen, ob und in welcher Reihenfolge Patienten medizinisch versorgt werden. Sie wird angewendet bei unerwartet hohem Patientenaufkommen, etwa nach einer Massenkarambolage oder in anderen Notsituationen aufgrund absoluter materieller oder personeller ­Ressourcenknappheit – beispielsweise in Bürgerkriegen.

Der Begriff Triage stammt aus dem Französischen (trier = sortieren) und wurde ursprünglich in der Militärmedizin verwendet. Wie im Fall einer Pandemie triagiert werden soll, ist im ­Infektionsschutzgesetz nicht geregelt.

Wer die meisten Leben rettet, steht moralisch auf der richtigen Seite?

Es ist absolut grässlich, eine Entscheidung treffen zu müssen in dem Wissen, dass ich nur den einen Menschen retten kann und dass der andere deswegen stirbt. Normalerweise behandeln Ärzte ihre Patienten der Reihenfolge nach, und jeder bekommt, was er braucht. In dieser Krise funktioniert das nicht. In der Krise müssen wir eine Triagierung vorschalten. Wir müssen erstens erkennen, wer zwingend intensivmedizinische Versorgung braucht, und wer notfalls ohne auskommt, obwohl es auch ihm schlecht geht und obwohl er möglicherweise früher den Weg ins Krankenhaus gefunden hat. Zweitens müssen wir beurteilen, wer innerhalb der Gruppe derjenigen, die Beatmung benötigen, die beste Prognose hat, gesund zu werden.

In Italien wurde mitunter nicht nur nach der Überlebenswahrscheinlichkeit entschieden, sondern auch nach den durchschnittlich noch zu erwartenden Lebensjahren eines Patienten im Falle seiner Rettung. Ist das gerecht?

Die Entscheidung ist aus meiner Sicht immer aufgrund der klinischen Situation des Patienten zu treffen. Abstrakte Altersgrenzen, wie sie in Italien diskutiert wurden, halte ich für problematisch. Und drittens, das ist zumindest zu diskutieren, könnte man festlegen, dass systemerhaltendes Personal im Krankheitsfall zu bevorzugen ist, also Menschen, die wichtig sind für die Infrastruktur eines Landes, klinische Gesundheitsberufe etwa oder jene mit zentraler Funktion in der Energieversorgung.

Ein Mediziner in blauer Schutzkleidung, Schutzbrille und Atemmaske hält eine Spritze in der Hand

19. März 2020 in Cremona, Italien: Mediziner, der einen an Covid-19 erkrankten Patienten behandelt Foto: reuters

Soll die einzelne Ärztin oder der einzelne Arzt hierüber entscheiden?

Der einzelne Arzt kann und darf das nicht allein mit seinem Gewissen ausmachen müssen. Das wäre eine Zumutung und eine Überforderung, auch psychologisch. Was wir jetzt brauchen, ist eine Handreichung für Ärzte mit den beschriebenen Kriterien zur Triage.

Wer soll leben? Wer soll sterben? Im Rechtsstaat darf nur der Gesetzgeber diese brutale Entscheidung treffen. Oder?

Es steht außer Frage, dass eine solche Handreichung auch juristisch legitimiert werden muss. Aber an der Entwicklung solcher Kriterien sollten idealerweise diejenigen mitwirken, die sich mit ähnlichen Fragen auskennen, und das sind Notfall-, Katastrophen- und Intensivmediziner, Pandemieexperten, Ethiker, juristische Experten und solche aus dem leitenden Krankenhausmanagement. Ich plädiere für eine interdisziplinäre Ad-hoc-Kommission.

Wer soll die harten Entscheidungen der Bevölkerung kommunizieren?

Wichtig ist, dass die Kriterien transparent kommuniziert werden. Es darf kein Eindruck entstehen, es würden beispielsweise nur Freunde von Ärzten beatmet oder reiche Menschen. Denn natürlich dürfen solche Kriterien keine Rolle spielen. Ebenso wenig wie der soziale Status.

Eine schwerkranke Mutter mit fünf kleinen Kindern ist einer schwerkranken kinderlosen Frau also nicht vorzuziehen?

Stopp! Wenn Sie diese Diskussion anfangen, wo wollen Sie da enden? Soll die Zahl der Kinder entscheidend sein? Oder doch lieber die der Angehörigen? Ist der Chef wichtiger als der Mitarbeiter? Ist jemand im Elektrizitätswerk wichtiger als jemand im Wasserwerk? Nein. Das Leben jedes Menschen ist gleich viel wert. Alles andere ist undenkbar.

Alles andere wäre unsolidarisch?

Alena Buyx,

42, ist Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Technischen Universität München. Sie ist zudem Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin und Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Solidarität bedeutet, dass wir, weil wir im selben Boot sitzen und gewisse Risiken teilen, füreinander auch bestimmte Kosten in Kauf nehmen. Wir teilen derzeit Vulnerabilität und das Risiko, an Corona zu erkranken. Deswegen versorgen Eltern jetzt ihre Kinder zu Hause, verlieren Freiberufler Aufträge, kommt unser soziales und wirtschaftliches Leben zum Erliegen. Das sind Handlungen, die uns weh tun. Wir tun sie dennoch, weil wir letztlich alle in einem Boot sitzen und dieses Boot oben halten wollen.

Wie lange werden tatsächlich alle das Boot gemeinsam oben halten wollen? Gibt es da nicht eine Grenze?

Solidarische Praktiken beruhen darauf, dass wir sie unterstützen. Im Moment wird es im Land so gesehen, dass wir diese Solidarität aufbringen wollen, um diejenigen von uns zu schützen, die besonders anfällig sind, und um unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren. Es wird einen Punkt geben, an dem wir uns fragen werden, wie lange wir diese selbst auferlegten Maßnahmen, die uns stark einschränken, aufrechterhalten können. Und ob es eventuell notwendig wird, es umgedreht zu machen und diejenigen, die gefährdet sind, strikt zu isolieren. Weil wir zu dem Schluss kommen, dass die wirtschaftliche Katastrophe, die ja parallel verläuft, nichts anderes mehr zulässt. Aber dieser Punkt ist noch nicht gekommen. Im Moment müssen wir die Kurve abflachen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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