Corona in Italien: Die tiefrote Zone

Ungezählt ist die Zahl der Kranken in der italienischen Stadt Alzano Lombardo. Es ist, als könne man sehen, was dem Rest Europas bald blüht.

Eine Straße, man sieht einen Krankenwagen und zwei Pflegekräfte von hinten die Straße entlang fahren

Auch die Stadt Codogno wurde für zwei Wochen abgeriegelt Foto: Claudio Furlan/ZUMA Press

ALZANO LOMBARDO taz | Um sieben Uhr abends ist niemand mehr unterwegs. Nur die Angestellten der Bestattungsunternehmen mit ihrem Klebstoffeimer, der Walze und den Plakaten mit den Namen der zuletzt Verstorbenen. Hinter den geschlossenen Rollläden ist nichts zu hören, nichts außer Husten.

Und dann die Krankenwagen. Die Sirenen der Krankenwagen, immer wieder, die ganze Nacht.

Alzano Lombardo, 14.000 Einwohner, ist die röteste Zone Italiens, das seit dem 10. März vollständig zur roten Zone erklärt wurde – ein verzweifelter Versuch, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

An diesem Donnerstag sollen es 15.113 Infizierte und 1.016 Tote im Land sein. Aber hier interessiert sich niemand mehr für diese Zahlen, die seit dem 31. Januar, als zwei chinesische Touristen in die Notaufnahme in Rom eingeliefert wurden, die Schlagzeilen beherrschen: Es sind so viele, dass keine Abstriche mehr gemacht werden. Wer Fieber bekommt, so die Vorschrift, soll einfach zu Hause bleiben. Sich selber kurieren, mit Hustensaft und Paracetamol. Und hoffen, dass das reicht. Denn im Krankenhaus sind auch die Ärzte krank.

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Alzano Lombardo gehört zur Provinz von Bergamo, eine Stunde von Mailand entfernt, theoretisch. In Wirklichkeit liegt es in einer anderen Zeitzone. Die Menschen hier sind zwei Wochen vo­raus: Sie sind dort, wo der große Teil Italiens, Europas, der Welt in einigen Wochen sein wird.

Die Frontlinie ist die Apotheke neben dem Krankenhaus, wo Andrea Raciti trotz seiner 20 Jahre beim Roten Kreuz und diverser Afrika-Missionen schon Anfang der Woche kaum noch Stimme hat. Es gibt sonst niemanden, an den sich die Leute wenden können, alle kommen hierher. Verwirrt, verängstigt. „Viele bagatellisieren“, sagt er. „Aber das Problem mit dem Virus ist nicht nur, wie stark es ist, sondern wie sehr es sich ausbreiten kann. Und wie schnell. Wenn wir alle auf der Intensivstation landen, dann reichen die Plätze nicht“, sagt er. „Mal abgesehen vom Medizinischen, ist eine Epidemie eine Frage der Mathematik.“ Während er spricht, tritt alle zwei bis drei Minuten ein neuer Kunde ein. Mit den gleichen Symptomen wie der vorherige: Husten, Erkältung, Fieber.

Eine blonde Frau ist wegen ihrer 91-jährigen Mutter hier. Ihre Augen glänzen, als sie erzählt, dass es ihr gut gehe, dass sie bis zum Vortag nichts anderes hatte. Denn das haben alle gelesen, in diesem Wirrwarr an Informa­tionen, dass nur 2 Prozent der Verstorbenen keine Vorerkrankungen gehabt hätten – und deswegen wiederholt sie, dass es ihrer Mutter gut gegangen sei, bis gestern. Und alle tun so, als könne es wirklich eine für die Jahreszeit typische Grippe sein.

Eine Frau und ein Kind mit Schutzmasken vor einer Apotheke

Die Apotheke in Alzano Lombardo

Die Frau bittet um Verhaltensempfehlungen für ihre Mutter, und der Apotheker fragt so feinfühlig wie möglich nach: Wie viele Personen sie zu Hause seien, auf wie viel Raum, und wie viel Abstand sie voneinander halten könnten. Im Schnitt waren die Toten 81 Jahre alt: In diesem Alter ist der Virus mörderisch. In diesem Alter gelten die Empfehlungen nicht mehr den Kranken, sondern denen, die sich in ihrer Nähe aufhalten.

Bis jetzt weiß man so viel: Die Sterblichkeitsrate variiert stark nach Alter. Ab 70 Jahre aufwärts handelt es sich oft eher um eine Lungenentzündung als um eine Grippe. „Auch das trägt dazu bei, die Sache zu unterschätzen“, sagt Andrea Raciti. „Weil wir dann sagen: In Wirklichkeit sind sie an etwas anderem gestorben. Aber das stimmt nicht.“ Er sagt: „Und was für ein Argument ist das auch? Ohne das Virus hätten sie sechs Monate länger gelebt. Oder ein Jahr. Sie sind jetzt daran gestorben.“

Während er redet, laden zwei Männer in weißem Overall mit Kapuze eine Bahre auf einen Kleintransporter. Es geht direkt zum Friedhof. Beerdigungen sind untersagt. Die Toten werden verbrannt, wie zu Kriegszeiten.

Es gibt keinen Zweifel. Das einzige Mittel ist, dass alle Menschen 20 Tage zu Hause bleiben. Um die Zahl der Infektionen zu senken. Doch hält man sich in dieser kleinen Stadt auf, in der es offiziell nur 35 Kranke gibt, während in Wahrheit viel mehr krank sind, ist man gezwungen, sich zu schützen.

Erst hier versteht man, wie kompliziert das sein kann. Die Hände desinfizieren, na klar. Und was ist mit dem Verschluss des Desinfektionsmittels? Türen öffnen, ohne die Klinke zu berühren. Das geht, mit dem Ellenbogen. Und was ist mit der Jacke? Wie lange hält sich das Virus auf den Oberflächen? Eine Stunde? Einen Tag? Es wird angeraten, sich die Einkäufe ins Haus bringen zu lassen. Und dann? Die Biscotti oder Nudeln Paket für Paket abwaschen und 60 Sekunden abrubbeln?

Noch bis vor Kurzem wirkte es, als sei Italien nicht ein Land, sondern zwei Länder. In der Bar Mignon an der Piaz­za, letztes Wochenende, achten alle – und alle mit Atemschutzmaske – auf einen Meter Abstand zum Nächsten, man sitzt allein am Tisch und steht nicht am Tresen. Die Tische werden für jeden neuen Kunden desinfiziert.

Seit Dienstag ist auch die Bar Mi­gnon geschlossen, inzwischen sind in ganz Italien Bars und Restaurants zu.

Während die Regierung noch zögerte, hatte sich die Stadt von allein zur roten Zone erklärt. „Je früher man beginnt, desto schneller ist es vorbei“, sagt Fred, der Besitzer der Bar. Er selbst gehört zu den Risikogruppen, weil er früher mal Leukämie hatte, aber er war da, unerschütterlich, wie immer, ohne Angst zu haben oder leichtsinnig zu sein. „Mit der richtigen Sorgfalt, den richtigen Vorsichtsmaßnahmen werden wir stärker sein als das Virus“, sagt er. Und setzt hinzu: „Das Problem ist, dass manche, um zu zeigen, dass sie stärker sind als das Virus, nur zeigen, dass sie dümmer sind.“

Er spielt auf das andere Italien, das andere Alzano Lombardo an, das bis eine Minute vor der allgemeinen Quarantäne das Virus geleugnet hat. Längs des Flusses hielten sie im Caffé Royal Schwätzchen, eng beieinander sitzend, als sei nichts, und wenn man versuchte, ein Foto von ihnen zu machen, scheuchten sie einen weg, weil man in ihren Augen der Schmierfink war und zu denen gehörte, die angeblich unbegründete Panik verbreiten und falsche Nachrichten in Umlauf bringen, die nur dazu dienen, die Wirtschaft zu schwächen – und wer weiß, wer dich in Wirklichkeit bezahlt: die Zeitung oder die Impfindustrie. „Du hast keine Angst?“ fragten sie. „Hier, trink ein Bier mit uns“, und hielten ihr Glas hin.

Bis zum letzten Wochenende war dieses Italien in der Überzahl: das andere Italien, für das es sich nur um eine Grippe handelte. Und wer starb, starb aus anderen Gründen. Gymnasiasten aus Venedig hatten einen Aperitif „gegen die Psychose“ organisiert. Sechzehnjährige, die sich sonst per WhatsApp verständigen, forderten plötzlich alle auf, draußen zu bleiben. Alle gemeinsam.

Am Abend des 7. März, kaum war die Nachricht der ersten Ausweitung der roten Zone durchgedrungen – von zehn kleinen Kommunen in der Lombardei auf die gesamte Region, dann auf 14 weitere Provinzen in Norditalien –, gab es einen Ansturm auf die Züge gen Süden. Auch wenn einige von Mailand aus in die Gegenrichtung fuhren und hierherkamen: Virustouristen. Die ersten zwei standen vor einer Mauer mit einer Madonna: „Tu so, als würdest du um Rettung bitten“, sagte der Mann zur Frau und drückte auf den Auslöser, mit Handschuhen und Atemmaske.

Zwei Männer in Schutzanzügen tragen einen Sarg aus einem Haus und laden ihn in ein Auto

Bestatter in Alzano Lombardo in Italien Foto: Francesca Borri

Dann am 9. März, innerhalb eines Tages, sind 16 Menschen gestorben. Das änderte alles, schlagartig.

Am Eingang des Krankenhauses stehen Carabinieri. Sie haben ein Zelt aufgebaut für die Akutfälle. Bevor jemand hereindarf, kontrollieren sie, ob man Chancen auf Heilung hat. Denn es gibt keinen Platz mehr auf der Intensivstation. Das meint nicht nur die Betten, sondern den Raum überhaupt: Im Krankenhaus liegen die intubierten Kranken schon auf den Fluren.

Auch wenn man noch nicht genau weiß, wie sich der Virus beim einzelnen Patienten auswirkt, ist klar, wie er im Gesundheitssystem wirkt: Er trifft zuerst die Ältesten und Schwächsten. Zu Beginn weisen 80 Prozent der Toten zwei sonstige Erkrankungen auf. Und dann, ganz allmählich, trifft es auch solche, die einen Herzinfarkt haben, einen Arbeitsunfall, einen Auffahrunfall auf der Autobahn – weil es keine Ärzte mehr gibt. Es mangelt an Ressourcen. Auch aus diesem Grund sollte jeder zu Hause bleiben. Nicht nur, um Ansteckung zu vermeiden – dafür ist es hier etwas spät –, sondern weil an diesem Punkt alles gefährlich sein kann. Selbst im Regen ausrutschen.

An den Kontrollpunkten stehen Carabinieri und kontrollieren, ob man wirklich relevante und unaufschiebbare Gründe hat, um unterwegs zu sein. Wenn nicht, drohen drei Monate Gefängnis.

„Schau“, sagt der Hausarzt Tiziano Curnis. „Sie haben Fieber, aber sie liegen zu Hause. So fallen sie aus der Statistik“

„Die Regierung hat erst jetzt gehandelt, weil es ihr nicht darum ging, dass eine rote Zone das Virus stoppen könnte, sondern weil sie fürchtete, die Wirtschaft könne zum Erliegen ­kommen“, sagt die Blumenhändlerin Monica Magri von Oasi Verde. „Die Folge ist, dass wir jetzt alle erkrankt sind. Und dass ich jetzt nicht für 20 Tage, sondern auf unabsehbare Zeit schließen muss.“

Hilfe für die Unternehmen sind bisher bloß Versprechungen. Die Blumenhändlerin hat geschlossen und kein Einkommen mehr.

„Die ganze Aufmerksamkeit gilt nur den Zahlen“, sagt auch Allgemeinmediziner Tiziano Curnis. „Den Steuern, den Prozenten, den Umsätzen. Aber das hat keinen Sinn.“ Curnis macht weiterhin Hausbesuche, auch wenn er per Gesetz mit seinen Patienten nur am Telefon sprechen dürfte. Um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, sei es fast noch wichtiger, zu ihnen zu gehen, als sie zu behandeln. Und basta. Da gibt es das Gesetz, sagt er, sicher, aber da gebe es eben auch die Moral. „Die Zahlen, die zirkulieren, sind willkürlich. Schau mal“, sagt er. „Sie haben Fieber, aber sie liegen zu Hause. So fallen sie aus der Statistik.“ Schau, sagt er. Und horch. Krankenwagen, einer nach dem anderen.

Krankenwagen. Sonst nichts.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

ist eine italienische Journalistin, die vorwiegend aus Krisengebieten berichtet. Sie traf am 8. März in Alzano Lambardo ein, wenige Stunden bevor der Ort zur roten Zone erklärt wurde.

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