Energieversorgung unter Beschuss: Massive Angriffe auf die Ukraine
Hunderttausende Haushalte sind nach russischen Beschuss zeitweise ohne Strom. Von der Front werden Hinrichtungen von Kriegsgefangenen gemeldet.
Erneut hat Russland in der Nacht zum 28. November mit einem großangelegten Angriff mit Raketen vom Typ Kalibr und X-101, abgefeuert von im Gebiet Wolgograd stationierten Tu-95-Bombern, sowie mit Drohnen die ukrainische Energieinfrastruktur beschossen. In der Folge kam es mancherorts zu Stromausfällen.
Im Gebiet Lwiw, in Schytomir, Wolhynien und Riwne waren zeitweise mehr als 500.000 Haushalte ohne Strom. In Luzk musste nach mehreren Einschlägen der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die Schüler online unterrichtet werden. Im Gebiet Winnyzja wurden Wohnhäuser beschädigt. Dabei wurde eine Person verletzt. Schwerwiegender waren die Angriffe gegen Sumy. Dort wurden Schulen, Krankenhäuser, Wohnhäuser und Einrichtungen der Wasserversorgung unter anderem mit Gleitbomben beschädigt.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Angriffe erneuerte Greenpeace seine Kritik an der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die ihre Verpflichtung zum Schutz der ukrainischen Atomkraftwerke vor Raketenangriffen nicht ausreichend wahrnehme. Obwohl IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi im September mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Ausweitung der Beobachtungsmissionen vereinbart hatte, seien bisher lediglich sechs Inspektionstage durchgeführt worden, so Greenpeace.
Greenpeace warnt, dass wiederholte Angriffe auf das Stromnetz Instabilitäten verursachen könnten, die im schlimmsten Fall zu einer Nuklearkatastrophe führen. Die bisherigen Maßnahmen der IAEA seien „völlig unzureichend“, so die Umweltorganisation.
Fünf von sechs ukrainischen Kriegsgefangenen erschossen
Unterdessen hat Wladimir Putin den jüngsten Gewaltakt gegen die Ukraine bestätigt und gerechtfertigt. Russland habe in zwei Tagen hundert Raketen auf die Ukraine abgeschossen, zitiert strana.news Putin. Dies sei die Antwort auf die Luftschläge in die Tiefe des russischen Territoriums, so Putin.
In der Nähe des Dorfes Nowodarowka in der Region Saporischschja sollen russische Soldaten am 24. November fünf von sechs ukrainischen Kriegsgefangenen erschossen haben, meldet strana.news unter Berufung auf das Büro des ukrainischen Generalstaatsanwalts. Es existiere ein Video der Hinrichtung. Bereits am 13. November habe sich in der Nähe des Dorfes Petrowka im Gebiet Pokrowsk ein ähnlicher Vorfall ereignet, bei dem fünf ukrainische Kriegsgefangene von russischen Soldaten erschossen worden sein sollen, so strana.news.
Auch in Russland leiden Menschen unter Luftangriffen. So wurden in der Region Belgorod mehrere Ortschaften Ziel von Angriffen ukrainischer Drohnen, bei denen Menschen verletzt wurden, berichtet der Gouverneur des Gebietes, Wjatscheslaw Gladkow am Donnerstagnachmittag auf seinem Telegram-Kanal. So seien im Dorf Ustinka bei einem Drohnenangriff auf ein fahrendes Auto zwei Männer verletzt worden. Sie mussten anschließend stationär behandelt werden.
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