Elon Musks Alternative zu Wikipedia: Der Kampf um die digitale Deutungshoheit
Grokipedia, Elon Musks Gegenentwurf zu Wikipedia, ist ein Sammelbecken für rechte Fake News. Die KI-Inhalte infizieren das gesamte Netz.
E s ist schon abgedreht, einer der besten Plattformen des Internets, Wikipedia, vorzuwerfen, sie sei von linken Aktivisten kontrolliert. Aber dann eine alternative Enzyklopädie zu gründen, die von einer künstlichen Intelligenz geschrieben wird, ist eine Art geistiger Kurzschluss, wie man ihn bei Tech Bros wie Elon Musk öfter beobachtet.
Das sogenannte Grokipedia wird vollends von dem Chatbot Grok von Musks Firma xAI gesteuert. Ja, das ist die KI wegen, der viele generierte Nacktbilder von realen Personen online kursierten.
Mit mittlerweile rund sechs Millionen Artikeln bietet Grokipedia nur ein Zehntel der Einträge, die Wikipedia auffährt. Im Herbst 2025 ist die Plattform mit dem Ziel online gegangen, „die ganze Wahrheit“ zu teilen, so Musk. Der NDR hat in einem Faktencheck nun herausgefunden, was das heißt: dass neben seriösen auch Quellen von Facebook oder Reddit Posts benutzt werden, um aus Meinungen „Fakten“ zu generieren.
Andere fanden heraus, dass auch rechtsextreme Seiten und Portale für Verschwörungstheorien die Quelle für Einträge sind. Wer Wikipedia zu wahr findet, kann also dafür bei Grokipedia einen Mix aus rechter Schwurbelei und Desinformation finden.
Aber ein Hoch auf die Feedbackkultur von Grok: Fehler kann man melden. Die Hinweise liest die KI und entscheidet dann ohne Mensch, ob ausgebessert wird oder nicht.
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Zwar dystopisch, aber egal, solange es noch seriöse Alternativen gibt? So einfach ist es nicht. Die Fake News aus Grokipedia fangen an, sich in anderen Chatbots zu verteilen wie Bettwanzen. Erste Analysen zeigen, dass KIs wie ChatGPT und Gemini das Pseudo-Lexikon nutzen, um Antworten auszuspucken. Im Fall von ChatGPT etwa schon läppische 260.000 Mal.
Das Weltbild von Musk findet immer perfidere Wege, uns zu erreichen. Der Kampf um die digitale Deutungshoheit von Informationen wird im Zeitalter von KI immer relevanter werden – je nachdem, welche politische Agenda ihr Entwickler verfolgt. Dagegen wirken die menschlichen Irrtümer in Wikipedia-Einträgen fast niedlich.
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